Von news.de-Redakteurin Claudia Arthen
Von der Unvereinbarkeit von Liebe und Ruhm erzählt der Kinofilm Country Strong. Die Hauptrolle der alkoholkranken und depressiven Kelly spielt Gwyneth Paltrow. Das Leben der Schauspielerin erzählt eine ganz andere Geschichte.
Bisher macht Gwyneth Paltrow ihrem Namen alle Ehren: Sie ist «vom Glück verwöhnt», so wie es die Übersetzung ihres walisischen Vornamens verspricht. Die 38-jährige Schauspielerin kann eine beachtliche Filmkarriere, gekrönt durch einen Oscar (Shakespeare In Love), vorweisen und führt ein glückliches Privatleben.
Nun spielt sie ausgerechnet in einem Film, der von der Unvereinbarkeit von Glück und Ruhm erzählt. Und es ist ihre erste große Hauptrolle seit langem: In Country Strong gibt Gwyneth Paltrow eine labile Countrysängerin, deren Alkoholsucht und Eheprobleme die Karriere immer stärker gefährden.
In Deutschland ist der Film gerade in den Kinos angelaufen. Die Kritiker sind sich weitgehend einig: Das Drehbuch hat zwar Schwächen, doch Paltrow singt erstaunlich gut. «Es gelingt ihr eindrucksvoll, ihre Figur zwischen ihrer zerbrechlichen und zerstörerischen Facette hin und her zu werfen» - so lautet das news.de-Urteil.
Es bleibt aber zu bezweifeln, ob der Film in Deutschland so gut angenommen wird wie in den USA. Dort erfreut sich die Country-Musik seit einiger Zeit einer neu erstarkten Popularität. Mit Taylor Swift oder dem aktuellen American Idol-Gewinner Scotty McCreery stürmt eine neue Generation von Countrystars die amerikanischen Charts. Das Drama Country Strong kam da genau zum richtigen Zeitpunkt, zumal es einen einnehmenden Blick hinter die Kulissen des harten Musikbusiness offeriert.
Aber hierzulande ist der Film sehr verhalten gestartet. Filme wie Hangover 2 und X-Men genießen bei den deutschen Zuschauern ein weitaus höheres Ansehen, wie die aktuelle Chartplatzierung belegt. Und wer sich den Film nur wegen Gwyneth Paltrow anschauen möchte, für den können zwei Filmstunden voller County-Musik sehr lang sein. Für die Schauspielerin war die Rolle ein Traum, wie sie in einem Interview mit der Programmzeitschrift TV Today sagt. Weil sie nicht in jeder Szene dabei gewesen sei, habe sie während der Dreharbeiten auch mal für eine Woche nach Hause fahren können.
Zu Hause, das ist für die Schauspielerin London, wo sie mit ihrem Eheman Chris Martin, Sänger der britischen Band Coldplay, und den beiden Kindern Apple und Moses Bruce Anthony lebt. «Ich stehe seit über einem Jahrzehnt im Rampenlicht, aber mein Leben ist ziemlich geordnet: Ich bringe meine Kinder zur Schule und hole sie ab», sagt sie.
In den vergangenen Jahren ist es ein wenig still geworden um die Schauspielerin. Sie übernahm kleinere Parts in den Comic-Verfilmungen Iron Man und Iron Man 2 und setzte Botox-Gerüchte in die Welt, als sie im Dezember 2010 ihren eigenen Stern auf dem berühmten «Walk of Fame» bekam. Erschreckend starr wirkte ihr Gesicht bei dem Termin, so dass im Internet gemunkelt wurde, Paltrow sei wohl vorher bei einem Beauty-Doc gewesen und in die Botox-Falle getappt.
Auf den Ausdruck «Zombie» kam die lästernde Netzgemeinde allerdings nicht. Den verwendete Paltrow selbst, als sie auf ihrem Blog goop.com bekannte, sie habe nach der Geburt ihres Sohnes im Jahr 2006 unter Depressionen gelitten und das Gefühl gehabt, eine Versagerin zu sein.
Sie habe es geradezu als Befreiung empfunden, die Country-Sängerin Kelly zu spielen, «weil ich in meinem Leben immer alles unter Kontrolle haben will», sagt Paltrow. Vom musikalischen Ehemann lernte die Schauspielerin extra für die Rolle das Gitarrespielen. Und mit der Musik zum Film startete sie als Sängerin durch, trat bereits bei den Country Music Awards in Nashville auf - neben Stars wie Taylor Swift oder Sheryl Crow. «Vielleicht mache ich in Zukunft etwas, in dem ich nicht so gut bin, das mir aber mehr Spaß macht», deutete sie neulich an.
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