Von news.de-Redakteurin Melanie Sohn
Sie sind jung, talentiert und gehören eigentlich nicht in die 2000er. Kitty, Daisy & Lewis lieben es nostalgisch und schwelgen auf Smoking in Heaven lässig und souverän im Sound der 1950er. Eine Band, die kennenzulernen es sich lohnt.
Rock 'n' Roll, Swing, Blues, Jazz - es steckt so viel in der Musik der drei Geschwister Durham aus London, dass man sie einfach nicht in eine Genreschublade stecken darf. Fakt ist aber, dass ihre Musik hörbar von den 1940ern und 1950ern inspiriert ist. Diesem Stil sind sie auch auf ihrem dritten Album Smoking in Heaven treu geblieben, von dessen Cover sie rauchend ins Gesicht des Hörers blicken. Und genauso klingt die Platte auch: leicht verraucht, verdammt authentisch und wie der Soundtrack zu einer ausgelassenen Party - nur eben in den 1950ern.
Kitty, Daisy & Lewis lassen ihre jungen Hände von elektronischen Musikmaschinen, die Sounds glattbügeln und rund schleifen. Sie machen Musik, die nach früher klingt, nach Petticoats und Gelfrisuren, nach American Diner, in dem selbstgemachte Milchshakes an die Teenager verkauft werden, die mit Papas Cadillac eine Spritztour machen dürfen. Um diesen Sound zu kreieren, haben sie sich in ihr eigenes Heimstudio verzogen und die Lieder mittels Bändchenmikrofon und Analog-Tape aufgenommen.
Bereits der erste Song, Tomorrow, wird mit einem Trommelwirbel und einer Trompeten-Fanfare eingeläutet und lässt sämtliche Muskeln im Körper vor freudiger Erregung zucken. Denn die drei Multiinstrumentalisten stammen aus einer Musikerfamilie und beherrschen vom Akkordeon bis zur Ukulele nahezu jedes Instrument. Und dieses Können beweisen sie auch. Wenn Kitty und Daisy dann noch ihre dunklen und markanten Stimmen einbringen, ist die Zeitreise perfekt.
Besondere Highlights der Platte sind Tomorrow, Messing With My Life, eine sehr gitarrenlastige Nummer, You'll Soon Be Here, I'm Coming Home und I'm So Sorry, welches sich Anleihen im Ska geholt hat. Insgesamt ist das Album gespickt mit zupfenden Bässen, klirrendem Triangel, Tamburin, Mundharmonika und taktangebendem Schlagzeug. Jeder Song lässt die Füße wippen oder animiert zum Hüftkreisen. Einzig What Quid? rumpelt nervige sieben Minuten vor sich hin und wird zum anstrengendsten Song der Platte, die sonst sehr gelungen ist.
Interpret: Kitty, Daisy & Lewis
Album: Smoking In Heaven
Plattenfirma: Pias UK/Sunday Best (rough trade)
Erscheinungsdatum: 27. Mai 2011