Fernsehen The Wrestler

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The Wrestler Bild: dpa

Zwei Jahrzehnte nach seiner großen Zeit als Star der Showringer tingelt Randy «The Ram» Robinson (Mickey Rourke) als abgetakelte Legende noch für ein paar Fans zu High-School-Sporthallen und Gemeindezentren rund um New Jersey.

Berlin (dpa) - Zwei Jahrzehnte nach seiner großen Zeit als Star der Showringer tingelt Randy «The Ram» Robinson (Mickey Rourke) als abgetakelte Legende noch für ein paar Fans zu High-School-Sporthallen und Gemeindezentren rund um New Jersey.

Seine kleinen Veranstaltungen turnen ihn weiterhin an, während sein Privatleben in Trümmern liegt. «The Wrestler», Mickey Rourkes Kinodrama mit autobiografischen Zügen, ist an diesem Donnerstag (ARD, 22.45 Uhr) erstmals im Free-TV zu sehen.

Der Wrestler schafft es nicht, den Kontakt zu der Tochter (Evan Rachel Wood) neu aufzubauen oder es in der Beziehung zu anderen menscheln zu lassen - von einer Romanze mit einer Stripperin (Marisa Tomei) mal abgesehen. Und als sein Herz nicht mehr mitmachen will, ist Zeit für eine Lebensbilanz. Die fördert kaum Überraschendes zutage: Randy will es nochmals wissen, im Rampenlicht stehen.

Regisseur Darren Aronofsky aus Brooklyn («Pi - Der Film», «The Fountain») nennt seinen Hauptdarsteller, dem die Rolle wie auf den Leib geschrieben scheint, «einen vom Erfolg zerstörten Giganten des Kinos.» Der Arbeitersohn Rourke hatte zunächst eine Karriere als Profiboxer begonnen, sich in den 1980er Jahren dann allerdings zu einem Sexsymbol des US-Kinos hochboxen können - vor allem in seiner Rolle als an Sado-Maso orientierter Börsenmakler an der Seite von Kim Basinger im Film «9½ Wochen».

Doch dann war ein Comeback im Boxsport ohne den erhofften Widerhall, und zweitrangige Rollen im Film folgten. Doch Rourke hat sein Können immer wieder in Charakterrollen neu bewiesen. Als «Wrestler» zeigt er jetzt dem Gegner und dem Publikum richtig, was eine Harke ist.

Auch die Vorgeschichte des Films hat es in sich: Im Jahr 2008 johlte das Publikum beim Filmfestival in Venedig, und drinnen bei der Preisverleihung gab es dann Standing Ovations für Rourke. Bei der Verleihung erhielt der Film zwar den Goldenen Löwen, jedoch keine Auszeichnung für das einstige Sexsymbol Rourke. Der sehr umstrittene Grund: Die Festivalregeln schließen es aus, einen Darsteller aus dem preisgekrönten Werk auch noch zu ehren. Und dieses führte zum Eklat.

Im Mafia-Look war Rourke zur Preisverleihung gekommen, Zigarre im Mundwinkel und sein Chihuahua-Hündchen Loki im Arm. Und als der Goldene Löwe für Aronofskys Meisterwerk verkündet war, stürmte er zusammen mit dem Regisseur auf die Bühne. Was folgte, nannte Italiens Presse einen «Fauxpas» des Präsidenten der siebenköpfigen Jury: Wim Wenders würdigte die «herzerweichende» Interpretation des Wrestling-Veteranen Randy «The Ram» Robinson durch den Ex-Profiboxer. Er regte dann an, Venedig möge das Reglement ändern. Auf gut Deutsch: Er hätte an den US-Star auch den Darsteller-Preis gegeben.

Bei der Oscar-Verleihung im Februar 2009 ging Rourke dann auch leer aus: Als besten männlichen Hauptdarsteller hätten viele Kritiker gern den einstigen «bad guy» gesehen. Stattdessen erntete Sean Penn die Trophäe für seinen Auftritt als charismatischer Schwulen-Politiker Harvey Milk in dem Polit-Drama «Milk». «Mickey Rourke ist wieder da, und er ist mein Bruder», sagte Penn. Aber das dürfte Rourke nicht wirklich getröstet haben.

news.de/dpa

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