Von news.de-Mitarbeiter Armin Peter
Kurze Nächte, viel Horror: Im Juni gehen zwei neue Schocker in den DVD-Verkauf. Mother’s Day ist ein meisterhafter Psychothriller, der nicht mit Humor spart – und in Skyline wird die Erde wieder einmal von Außerirdischen bedroht.
Mama weiß immer Rat: Mother’s Day ist in mehrfacher Hinsicht überraschend - zum einen weil die Macher das etwas ausgeleierte Motiv der Geiselnahme im Eigenheim meisterhaft inszenieren und den Spannungsbogen bis zur letzten Minute halten. Zum anderen aber ist es besonders Rebecca De Mornays Schauspielleistung zu verdanken, dass der Streifen streckenweise zum Brüllen komisch ist.
Und das geht so: Nachdem ein Bankraub schief gelaufen ist, machen sich drei Brüder auf den Weg nach Hause - sie wollen zu ihrer Mutter. Es ist ein überstürzter Rückzug, denn einer der Gangster hat eine klaffende Schusswunde. Zudem ist der betrügerische Komplize des Trios mit der Beute abgehauen. Doch es wartet noch eine Überraschung: Als die Brüder daheim ankommen, erfahren sie, dass Mama das Haus vor Monaten bei einer Zwangsvollstreckung verloren hat - sie gurkt mit einem Trailer durch die amerikanische Provinz und kann ihren Söhnen kein Dach mehr überm Kopf bieten.
Ihre Sprösslinge sprengen stattdessen eine Geburtstagsfeier: Die neuen Eigentümer Beth (Jaime King) und Daniel Sohapi (Frank Grillo) und ihre Gäste werden von den Brüdern als Geiseln genommen - sie finden sich plötzlich zwischen Cocktails und Häppchen in einem Albtraum wieder.
Die fröhliche Geburtstagsparty mausert sich zur irren Familienfeier: Die Mutter (meisterhaft: Rebecca De Mornay) trifft gemeinsam mit Tochter Lydia (Deborah Ann Woll) ein und macht unmissverständlich klar, dass sie nichts unversucht lassen wird, um ihre Kinder zu beschützen. Mama übernimmt in bester Psychopathenmanier das Ruder und plant die Flucht ihrer Söhne mit der eiskalten Erbarmungslosigkeit einer Maschine - ohne dabei ihre mütterliche Wärme zu verlieren. Dass sie dabei buchstäblich über Leichen geht, gehört zu ihrem sehr eigenen pädagogischen Konzept martialischer Körperstrafen.
Auch in Skyline wird eine Party zum Horrortrip - hier sind es allerdings wieder einmal Außerirdische, die Mutter Erde bedrohen: Jarrod (Eric Balfour) ist mit seiner Freundin Elaine (Scottie Thompson) zu Gast bei Terry (Donald Adeosun Faison) in dessen Penthouse. Es ist Terrys Geburtstag, darum feiern die Freunde bis zum Abwinken.
Doch am nächsten Tag gibt es ein böses Erwachen: Die Jugendlichen werden von einem unerklärlichen Lichtphänomen geweckt, um sich kurz darauf in Luft aufzulösen. Dasselbe unheimliche Spektakel spielt sich auch in anderen Großstädten rund um den Globus ab. Bald kommt heraus, dass eine außerirdische Macht auf diese Weise nach und nach die gesamte Menschheit ausknipsen möchte.
Ein Wettlauf der Übriggebliebenen gegen die Zeit beginnt - es gilt, das Ende der Zivilisation zu verhindern. Doch den Außerirdischen ist nicht so leicht beizukommen.
Einige gelungene Effekte sind die Stärke des Filmes - es ist die einzige. Denn darüber hinaus haben sich die Macher von Skyline offensichtlich wenig Mühe gemacht: Dem Drehbuch mangelt es schlicht an Action, die Dialoge zwischen den Protagonisten wirken planlos und hölzern - und dass die Besetzung aus drittklassigen TV-Seriensternchen besteht, trägt auch nicht gerade dazu bei, den Streifen aufzupeppen. Da außerdem die Kameraführung in keinster Weise spektakulär ist, kommt beim Zuschauer schnell Langweile auf, wenn nicht gerade eine fliegende Untertasse durchs Bild segelt.
Trotz der ungewöhnlichen Schlussszene hinterlässt Skyline damit insgesamt einen enttäuschenden Eindruck. Mother’s Day dagegen ist jedem Horrorfilm-Freund uneingeschränkt zu empfehlen.
Bestes Zitat (aus Mother’s Day): «Kinder lassen Sie schneller altern als Drogen!»
Titel: Mother's Day
Regie: Darren Lynn Bousman
Darsteller: Rebecca De Mornay, Jaime King, Deborah Ann Woll
Filmlänge: 108 Minuten
Extras: Trailer
FSK: ab 18 Jahren
Verleih: Kinowelt
Preis: rund 16 Euro
Veröffentlichung: 9. Juni 2011
Titel: Skyline
Regie: Colin Strause, Greg Strause
Darsteller: Eric Balfour, Donald Faison, Scottie Thompson, Brittany Daniel
Filmlänge: 89 Minuten
Extras: Entfallene Szenen, alternative Szenen, Audiokommentare
FSK: ab 16 Jahren
Verleih: Universal Pictures
Preis: rund13 Euro
Veröffentlichung: 12. Mai 2011