Steve Jobs Der Messias aus dem Apfel-Paradies

Charismatisch und cool: Apple-Gründer Steve Jobs gilt schon zu Lebzeiten als legendär. Ein ehemaliger Fahrensmann huldigt dem Genius in Buchform und glorifiziert den Job'schen Führungsstil. Doch iLeadership ist nicht nur für Apple-Jünger lesenswert.

Steve Jobs (Foto)
Eine Erfolgsgeschichte: Steve Jobs und seine Firma Apple. Bild: screenshot news.de (Ariston)

Schnell macht sich ein Werk der bloßen Lobhuddelei verdächtig, wenn sich die Superlative so sehr häufen, wie dies bei Jay Elliots Biografie Steve Jobs - iLeadership: Mit Charisma und Coolness an die Spitze der Fall ist. Steve Jobs sei «Chef des herausragendsten Unternehmens in der Geschichte der Wirtschaft», jeden Tag leiste er Dinge, die schlicht unmöglich erscheinen und «die ganze Welt sollte sich für ihn ändern... und er sollte die Welt ändern», huldigt Elliot die Person und das Werk des Apple-Mitbegründers.

Im Falle von Steve Jobs und seinem Lebenswerk Apple dürfte es allerdings nur wenige geben, die Elliot diese Glorifizierung verübeln. Unbestritten hat Genius Jobs, der Mann, der hinter MacBook, iTunes, iPod, iPad oder iPhone steht, in den vergangenen Jahrzehnten unvergleichbare Maßstäbe auf dem Technologiesektor gesetzt und die Firma mit dem angebissenen Apfel zur wertvollsten Marke der Welt gemacht. Was Steve Jobs auch anfasst scheint zu Gold zu werden. Sämtliche Apple-Produkte werden mittlerweile zu Kultobjekten und werden dem Unternehmen aus Cupertino aus den Händen gerissen.

Apple: Das gewisse «i»-twas

Die Liebeserklärung eines Topmanagers

Was mit Kapitelüberschriften wie «Leidenschaft für das Produkt», «Der Erfolg steckt im Detail» oder «Ganzheitliche Produktentwicklung» auf den ersten Blick daherkommt wie ein staubtrockener Ratgeber für angehende Topmanager, entpuppt sich schnell als lohnenswerter Einblick hinter die Kulissen des Apple-Universums. Eine Biografie mit Karrieretipps quasi.

Speziell die Anfangszeiten des Apfel-Konzerns, in denen Elliot selbst für Apple tätig war, weiß der Autor mit zahlreichen aufschlußreichen Episoden über «SJ» zu garnieren. Der Jobs-Vertraute berichtet mit unverhohlener Bewunderung von dessen einnehmendem Wesen und seinen strategischen Qualitäten.

Schon bei der ersten, völlig zufälligen Begegnung der beiden im Wartebereich eines Restaurants kann der blutjunge Jobs den vorherigen Intel-Manager so sehr für sich vereinnahmen, dass Elliot zwei Wochen später bei Apple zur Arbeit antritt.

Ob Besuche der Apple-Führungsriege bei Sony in Japan, das Rekrutieren von Topkräften aus der amerikanischen Wirtschaft oder die Motivation seiner Mitarbeiter: Immer wieder zeigt sich Elliot persönlich tief beeindruckt, wie Steve Jobs auf andere Menschen wirkt und das ihm zugänglich gemachte Wissen wie ein Schwamm in sich aufsaugt. Des Guten zuviel wird es im Buch mit der Job'schen Mystifizierung allerdings, wenn Elliot auf den letzten Seiten einen direkt an Steve Jobs gerichteten Brief abdruckt.

2012 folgt die autorisierte Biographie

Letztlich hält das Buch nicht das, was es verspricht - allerdings in positiver Hinsicht. Denn statt eines drögen Management-Handbuchs hält man einen hintergründig geschriebenen literarischen Zwitter zwischen Ratgeber und Biografie in der Hand, stilistisch als Liebeserklärung eines Topmanagers verfasst. Das erweitert das Zielpublikum von BWL-Studenten auf Apple-Jünger und alle, die sich der Faszination des «Messias» nicht erwehren können. In jedem Fall lohnt sich iLeadership für diejenigen Jobs-Fans, die die Wartezeit bis zum Erscheinen der offiziell autorisierten Biografie im nächsten Jahr überbrücken wollen.

Bestes Zitat: «Seinen eigenen Leidenschaften nachjagen zu können, ist das Elixier, das Steve Jobs am Leben hält, ihn aufblühen lässt und mit dem er die Gesellschaft verändert»

Titel: Steve Jobs - iLeadership: Mit Charisma und Coolness an die Spitze
Autoren: Jay Elliot/William L. Simon
Verlag: Ariston
Seiten: 270 Seiten
Preis: 19,99 Euro
Bereits erschienen

ruk/news.de

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