Twitter-Attacke Kachelmanns Rachefeldzug

Kachelmann tritt nach (Foto)
Auf Rachefeldzug im Netz: Der Wettermoderator und sein Anwalt Johann Schwenn (rechts). Bild: dpa

Von news.de-Redakteur Martin Walter
Das Donnergrollen des Wettermoderators: Nach seinem Freispruch tritt Jörg Kachelmann gegen die Regenbogenpresse nach und bekämpft sie über Twitter mit ihren eigenen Waffen. Vor Gericht muss er sich auf eine Revision des Verfahrens einstellen.

Der Fall Kachelmann geht in die Verlängerung: Der Wettermoderator, in der vergangenen Woche vor dem Mannheimer Landgericht vom Vorwurf der Vergewaltigung freigesprochen, lässt seinem Groll auf die Prozess-Berichterstattung der deutschen Boulevardmedien nun auf seinem Account beim Onlinedienst Twitter«Twitter» (www.twitter.com) ist eines der am schnellsten wachsenden sozialen Netzwerke, mit dem sich Nachrichten von 140 Zeichen veröffentlichen lassen. «Twitter» kommt aus dem Englischen und bedeutet Gezwitscher. Die Nachrichten («Tweets») können abonniert und beantwortet werden. So entsteht ein weltweites Geflecht aus Botschaften. freien Lauf.

Dabei geraten, eingestreut zwischen seinen Tweets zum aktuellen Wetter, vor allem die Burda-Blätter in den Bannstrahl des Kachelmann'schen Rachefeldzugs, den zuvor bereits sein Anwalt Johann Schwenn eifrig befeuert hatte.

Auf Twitter
Kachelmann wettert gegen die Medien

Schon in der verangenen Woche bezeichnete der 52-jährige Kachelmann in einem Tweet die Super Illu als «trauriges Gewächs aus den Elendsvierteln des deutschen Journalismus von Hubert Burda». Focus und Bunte bezichtigte er im Nachfolgenden der Lüge. Auch die Springer-Presse, von Kachelmann als «ewig eklig blubbernde Mediensümpfe» tituliert, bekam ihr Fett ab.

«Ekelerregende Paparazzi»

Nun legt der Wettermoderator mit zum Teil derber Wortwahl noch einmal nach. «Ekelerregende Paparazzi von Huberts, Liz' oder Friedes Gnaden»  lästert er über die Journalisten, die ihm aktuell in seiner Schweizer Heimat auflauern. Gemeint sind, stellvertretend mit den Vornamen ihrer Verleger Hubert Burda, Liz Mohn und Friede Springer, die Medienunternehmen Burda (Focus, Super Illu, Hörzu), Bertelsmann (RTL), und Springer (Bild).

Kachelmann-Prozess
Ein Freispruch mit Beigeschmack
Video: news.de

Die ihm folgenden Paparazzi bekämpft Kachelmann nun mit deren eigenen Waffen: Über den Twitter-Bilddienst Twitpic streut der Wettermoderator offenkundig selbstgemachte Fotos der Journalisten. Dazu postet der Schweizer Kommentare wie «Das ‹Pack› (frei nach RA Johan Schwenn) ist irgendwie etwas fotoscheuer als bei früheren Anlässen» oder «Aus diesem jungen Menschen hätte sicher etwas Anständiges werden können». Dass sich das TV-Team mit Leipziger Kennzeichen nur ungern fotografieren lässt, kommentiert Kachelmann mit der Bildunterschrift «Wenn das der Promi tun würde, einfach wegdrehen vor der Kamera? Wie bekommt dann Hubert seine Drecksblätter voll?».

Prozess
Freispruch für Kachelmann

Revision gegen Kachelmann

Weniger süß als seine Online-Rache dürfte dem Wettermoderator die neueste Kunde von der Mannheimer Staatsanwaltschaft schmecken. Denn die Ermittlungsbehörde wird tatsächlich Revision gegen den Freispruch beim Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe einlegen. Das hatte sich bereits in der vergangenen Woche angedeutet.

Anders als bei einem Berufungsverfahren gibt es keine komplette Neuverhandlung vor dem BGH, vielmehr wird dort das schriftliche Urteil des Landgerichts auf Rechtsfehler überprüft. Mitte August ist mit dem schriftlichen Urteil der Strafkammer zu rechnen, danach hat die Staatsanwaltschaft einen Monat Zeit, ihre Revision schriftlich zu begründen.

car/news.de

Leserkommentare (4) Jetzt Artikel kommentieren
  • blaubaer
  • Kommentar 4
  • 08.06.2011 13:26
Antwort auf Kommentar 2

Feministisches BlaBla

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  • lilly
  • Kommentar 3
  • 07.06.2011 14:18

Die Bemerkungen von Kachelmann zur Presse sind meines Erachtens verständlich. Viel schlimmer ist aber die Staatsanwaltschaft zu beurteilen. Wer in die Fänge dieses übereifrigen und an der Wahrheit leider nicht interessierten Staatsanwaltes gerät, kann einem nur leid tun. Was unbedingt nötig ist: die Nebenklägerin sollte er schnellstens wegen übler Nachrede anzeigen.

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  • Rosemarie Jensen
  • Kommentar 2
  • 06.06.2011 23:33

Komisch, jetzt kann er auf einmal reden, natürlich über andere, nur nicht über sich selbst. An seiner Wortwahl lässt er erkennen, wes Geistes Kind er ist, der Mann ist mit Vorsicht zu geniessen, so wie die Klägerin sagte, er habe sich selbst, in gewissen Situationen als Jekil und Heyde bezeichnet.

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