Paul Kalkbrenner Paul heißt er, Elektromeister

Wo elektronische Musik gespielt wird, erklingt spätestens seit drei Jahren irgendwann auch ein Stück von Paul Kalkbrenner. Mit Icke Wieder präsentiert der Techno-DJ nun sein fünftes Studioalbum. Darauf erfindet er sich zwar alles andere als neu, setzt aber zumindest vielfältige Akzente.

Kalkbrenner (Foto)
Drei Jahre nach Berlin Calling legt Paul Kalkbrenner nun mit Icke Wieder ein neues Studioalbum vor. Bild: Label

«Ey, spiel doch mal was von Kalkbrenner!» Diesen Satz dürfte wohl jeder, der vielleicht nicht gerade Death Metal oder Schlager zum kollektiven Tanzvergnügen anderer auf die Plattenteller legt, in den vergangenen Jahren des öfteren gehört haben. Spätestens seit dem Film Berlin Calling nebst gleichnamigen Soundtrack ist Paul Kalkbrenner aus der populären elektronischen Musikszene nicht mehr wegzudenken. Nicht nur hierzulande.

Drei Jahre sind seit der Veröffentlichung vergangen. Sowie zahlreiche Live-Auftritte weltweit, teilweise verewigt auf der DVD A Live Documentary. Mit Icke Wieder erscheint nun sein fünftes Studiowerk - von vielen lang erwartet und genau zehn Jahre nach seinem Debütalbum. In der vergangenen Dekade hat er sich zu einem der erfolgreichsten deutschen Produzenten elektronischer Musik entwickelt. An diesem Status dürfte auch Icke Wieder nicht rütteln.

Der Titel ist dabei durchaus wörtlich zu nehmen. Weniger im Sinne einer Rückmeldung - schließlich war Kalkbrenner ja nicht wirklich weg, soll heißen: tatenlos. Nur eben viel unterwegs. Sondern eher darauf bezogen, dass er auf Icke Wieder erneut das macht, was er am besten kann. Und dies in Teilen - zugegeben - wirklich gut.

Im Laufe der Jahre hat der Techno-DJ seinen ganz eigenen Sound kreiert und gefunden. Mit den zehn neuen Stücken bleibt er diesem treu. Entsprechend erwarten den Hörer während der rund 60 Minuten keinerlei experimentelle Überraschungen. Die Songs mit solch typisch Kalkbrennerschen Titeln wie Schnakeln, Kleines Bubu, Sagte Der Bär, Gutes Nitzwerk, Kruppzeug oder Der Breuzen klingen zunächst gewohnt minimalistisch. Sind vordergründig rhythmisch arrangiert - und dabei meist sehr geradlinig. Melodisch nimmt Kalkbrenner sich eher zurück, setzt jedoch immer wieder unterschiedlichste Akzente - mal dezenter, mal drastischer. Die Basslinien dröhnen bei all dem etwas mehr als zuletzt. Auf Gesang verzichtet Icke Wieder gänzlich.

Auf den zahlreichen Festivals, die der Wahlberliner auch diesen Sommer in ganz Europa wieder laut beschallen soll, wird diese bewährte Mixtur garantiert die einen oder anderen zigtausend schwitzenden Tanzwütigen in Massenekstase versetzen. Und schon bald wird es des nächtens in den Clubs heißen: «Ey, spiel doch mal Sagte der Bär

Titel: Icke Wieder
Interpret: Paul Kalkbrenner
Label: Paul Kalkbrenner Musik
Veröffentlichungsdatum: 3. Juni 2011

 

pfj/news.de

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