Von news.de-Redakteur Cord Krüger
Sie sind lüstern und freizügig, doch für Männer interessieren sie sich nur, soweit es deren Blut betrifft. RTL2 lässt heute Abend in der Horrorkomödie Lesbian Vampire Killers Untote über ein englisches Dorf herfallen - eine überraschend lustige Angelegenheit.
Jimmy (Matthew Horne) wurde zum x-ten Mal von seiner flatterhaften Freundin verlassen. Fletch (James Corden) hat seinen Job als Clown verloren. Um sich auf andere Gedanken zu bringen, brechen sie zu einem Wanderurlaub ins englische Hinterland auf. Im beschaulichen Cragwich treffen sie auf eine Schar entzückender Studentinnen, die einer örtlichen Legende um eine Vampirkönigin nachgehen.
Tatsächlich haben sie schon bald mit einem Fluch zu kämpfen, der die Studentinnen der Reihe nach in lüsterne homosexuelle Blutsauger verwandelt. In ihrem Überlebenskampf steht den Freunden einzig der örtliche Vikar (Paul McGann) mit Rat und Tat zur Seite.
Bei Krimis blättert mancher vor bis zur letzten Seite, um zu lesen, wer der Täter ist. Auch bei Filmen kann ein Blick auf das Ende entscheidende Informationen liefern. Der Abspann bei Lesbian Vampire Killers wird nicht etwa unterlegt mit einem düster-aggressiven Song wie Kasabians Vlad The Impaler. Mit so einer Art Horror-Trash hat man es hier nicht zu tun. Stattdessen ertönt Under The Moon Of Love, eine silberhochzeitstaugliche Gutelaune-Nummer von 1976.
Wenn aus der Dusche Weihwasser kommt
Die Lesbian Vampire Killers sind kein wüster Schund à la Zombies unter Kannibalen, sondern eher eine launige Gruselkomödie. Shaun Of The Dead hatte dem klassischen Untotenszenario einen sehr britischen Dreh gegeben. Lesbian Vampire Killers muss man sich als Schmalspurausgabe des Erfolgsfilms von 2004 vorstellen. Sogar Schauspieler James Corden erinnert als pummeliger Sidekick der Hauptfigur frappierend an Nick Frost.
Auch filmisch präsentiert sich der Streifen deutlich über dem erwartbaren Trashfilmniveau. Ohne manche Geschmacklosigkeit geht die Vampirjagd natürlich auch hier nicht vonstatten: So lösen sich die Vampire in zweideutigen weißlichen Glibber auf. Das Köpfen von Untoten mit Offenbachs berühmter Cancan-Musik zu untermalen, fällt ebenfalls unter Humor der gröberen Sorte. Originell ist hingegen die Idee des Vikars, flugs die Dusche zu weihen, unter der gerade ein Vampir steht.
Gemordet wird also reichlich, Vampire sind natürlich auch im Spiel, nur die lesbischen Anwandlungen der Blutsaugerinnen bleiben seltsam zahm und im wahrsten Sinne des Wortes fleischlos. Doch ausgerechnet in dieser Prüderie lugt dann doch der Schundansatz hervor: Wüste Übertreibungen und falsche Versprechungen gehören zum Trash wie der Pflock zum Vampir. Und plötzlich macht dann auch wieder Under The Moon Of Love Sinn, wenn der Abspann beginnt. Mancher Trash wirft sich das Mäntelchen einer ordentlichen Komödie über. Es sitzt halt nur schief.
Bestes Zitat: «Was du da sagst, macht ja noch nicht mal grammatikalisch Sinn.» (Jimmy)
Titel: Lesbian Vampire Killers
Regie: Phil Claydon
Darsteller: James Corden, Mathew Horne, MyAnna Burning, Paul McGann, Silvia Colloca
Sendetermin: Freitag, 27. Mai 2011, 22.05 Uhr, RTL2