Von Jochen Neumeyer und Friederike Marx
Es war der Tag der Verteidiger: Im Vergewaltigungsprozess gegen Jörg Kachelmann fuhren seine Anwälte schwere Geschütze auf - und plädierten auf Freispruch. Der Angeklagte verzichete auf das letzte Wort.
In jedem Strafverfahren hat der Angeklagte das letzte Wort. Kachelmann machte es kurz. Als der Vorsitzende Richter ihn fragte, ob er noch etwas sagen wollte, reagierte er, als habe man ihm einen Kaffee angeboten: «Nein, danke.»
Es war nach 43. Verhandlungstagen das lakonische Ende des spektakulären Prozesses - in der kommenden Woche will das Landgericht Mannheim sein Urteil verkünden. Am Dienstag unternahmen die Verteidiger Johann Schwenn und Andrea Combé einen letzten Versuch, das Gericht von der Unschuld des wegen Vergewaltigung angeklagten Fernsehmoderators zu überzeugen.
Schwenn lässt Combé den Vortritt. Da Schwenn erst nachträglich in das Verfahren einstieg, hat nur die Heidelberger Anwältin am gesamten Prozess teilgenommen. Und die Pflichtverteidigerin macht ihre Sache gut: Fast lehrbuchmäßig geht sie die Ergebnisse der Beweisaufnahme durch, dabei verzichtet sie auf rhetorische Effekthascherei ebenso wie auf polemische Attacken.
Mehr als drei Stunden plädiert Combé. Stück für Stück beleuchtet sie die einzelnen Beweismittel: den Bettbezug, das Küchenmesser, den Tampon mitsamt Rückholfaden. Nichts davon beweise die Täterschaft Kachelmanns. Vor allem hätten sich, so Combé, auf dem Messerrücken DNA-Spuren des mutmaßlichen Opfers befinden müssen. Dann betrachtet Combé die Verletzungen der Ex-Geliebten: die Striemen am Hals, die Blutergüsse an den Oberschenkeln, die Schnittverletzungen an Bauch und Armen.
Sabine W. versteckt sich
Eher beiläufig bemerkt die Verteidigerin, die Frau habe ihre Aussage zur Entstehung der Verletzungen «nach und nach dem Ermittlungsergebnis angepasst». Und sie macht deutlich: Aus ihrer Sicht hat sich die 38-Jährige ihre Verletzungen selbst zugefügt. «Wer dazu bereit ist, eine Belastung wie im vorliegenden Verfahren über sich ergehen zu lassen, ist mit Sicherheit auch dazu bereit, sich physisch erhebliche Schmerzen beizufügen.»
Systematisch arbeitet sich Combé an der 38-Jährigen ab; zunächst «von außen». Der unangenehmere Teil sollte noch kommen. Die Frau, die Jörg Kachelmann der Vergewaltigung beschuldigt und die in den Medien meist «Sabine W.» genannt wird, sitzt zusammengekauert neben ihrem Anwalt, mit dem Rücken zum Publikum. Das Gesicht versteckt sie so gut es geht hinter ihren blonden Haaren. Zwischendurch schüttelt sie still den Kopf.
Kachelmann, ihr gegenüber, hat immerhin sein iPad, auf dem er gelegentlich herumscrollt. Sonst wandern seine Augen unruhig durch den Saal. Manchmal schaut er zu Sabine W. hinüber. Sie blickt nicht zurück.
Da die objektiven Beweismittel kein klares Ergebnis brächten, stehe Aussage gegen Aussage, sagt Combé. Deshalb komme es entscheidend auf die Glaubhaftigkeit an. Vier Kriterien seien nach der Rechtsprechung entscheidend: Konstanz, Plausibilität, Detailreichtum und Widerspruchsfreiheit. Stück für Stück zerpflückt Combé die Aussagen von Sabine W. Sie zeige «Erinnerungslücken, die in Ausmaß und Gewichtung wissenschaftlich nicht nachvollziehbar sind». Die Anforderungen an eine Belastungsaussage seien nicht erfüllt.
Kaltschnäuzig und schauspielerisch talentiert
Schließlich versucht Combé, das Innenleben von Sabine W. zu sezieren. Über Wochen habe die Verlassene in Vernehmungen Lügen aufrechterhalten. Sie habe «Kaltschnäuzigkeit» gezeigt und «schauspielerisches Talent». Sie habe andere Geliebte Kachelmanns getäuscht, um Informationen zu erhalten. «Wenn ein Beschuldigter ein solches Verhalten zeigte, würde man ihm eine hohe kriminelle Energie bescheinigen», sagt Combé. Sie sei von «Rache und Hass» getrieben gewesen, nach dem Motto: «Du hast mich vernichtet, dann vernichte ich dich auch.»
Was die Verteidigung will, ist da schon klar: Sie wird einen Freispruch für Kachelmann fordern. Doch Johann Schwenn lässt es sich nicht nehmen, noch einige rhetorische Schlaglichter zu setzen. Er appelliert direkt an die Schöffen - denn um Kachelmann zu verurteilen, muss mindestens einer von ihnen zustimmen. «Sie können den Angeklagten zwar nicht allein verurteilen, aber allein freisprechen.»
Dann kommt das irgendwie Erwartete: scharfe Kritik an der Staatsanwaltschaft. Bei den Ermittlern habe «unkontrollierte Empathie» mit dem mutmaßlichen Opfer die Oberhand gewonnen - nach dem Motto «Tränen lügen nicht». Und schließlich gibt sich Schwenn siegessicher: «Schenken Sie sich Werturteile über den Angeklagten und seine Lebensführung», fordert er die Richter auf. «Sie sind kein Sittengericht.»
Kommende Woche wird das Gericht sein Urteil verkünden. Dabei wird es nicht um Werturteile gehen - sondern darum, ob die Richter glauben, dass Kachelmann Sabine W. vergewaltigt hat.
car/reu/news.de/dpa
Sie nehmen mir quasi die Worte aus dem Mund und ich sehe das genauso...her mit den Millionen...und Rache an Kachelmann...Echt armseelig diese Dame...sie gehört hinter Gittern od. zumindest muß ihr der Prozeß gemacht werden...Wo kämen wir hin, wenn jeder so lügen würde und dadurch unschuldige Menschen ihre Existenz verlieren....igitt...sodom und gomorra...
jetzt antwortenKommentar meldenSo was denke ich nicht " den vernichte ich " . Ich wurde beschuldigt etwas getan zu haben . Man lastete mir was an . Ich bekanm den Haß und die Wut zu spüren . Nach 27 Jahren hat es sich geklärt ,ich habe meine Person von Schmutz und Dreck entfernt . Die Person ,die mich in den Dreck zog bekam Ihre Strafe doch noch . Ne Jungsche zog mich auch noch in Dreck ,obwohl ich nichts damit zu tun habe ,die wird auch noch Ärztin . Na ,sowas verstehe ich nicht !Hat meine Person mit Telfonanrufen belagert . Ich fasse mich da an den Kopf ,was dies soll ?Display vom Telfon ist gut!!
jetzt antwortenKommentar meldenDie ganze Kachelmannsache ist mehr als nur übel und ein 100%iges Produkt unserer völlig irren Medienwelt. Aber in einem gebe ich Brit Sorg recht, wegen dieser geradezu widerlichen Person Schwarzer. Ich hatte noch nie homosexuelle Neigungen. aber wenn ich diese "Frau" sehe könnte ich glatt umdenken. Solche Personen gehören aus der Öffentlichkeit ausgeschlossen, ob weiblich oder männlich. Diese Leute zerstören unsere Gesellschaft nachhaltig, abgesehen von z. B. diesen übelsten "Priestern" und "Erziehern" die Kinder missbrauchen. Das ist noch einige Stufen übler und widerlicher.
jetzt antwortenKommentar meldenHerr Ketscher, ich bin eine Frau und muss Ihnen Recht geben. Ist ganz meine Meinung, schon von Anfang an. Durch meine Beratungen, weiß ich wie die Frauen denken, "den vernichte ich" Da hilft auch die geschwätzige Alice Schwarzer nicht!Ihr Problem ist: Das sie keinen "abkriegt" im doppelten Sinne.
jetzt antwortenKommentar meldenKleine Mittelstandsfamily wollte ganz gross rauskommen und witterte das grosse Geld.Tochter in SM -Praktiken nicht unbedarft zog mit Kachelmann n ganz dicken Fisch an Land.Das wusste die ganze Family.Da wurde betrogen gelogen und bestochen was das Zeug hält.Abgerechnet wird nach dem 31.5. Wenn dann Schadenersatzforderungen in Millionenhöhe eintrudeln ist das Geschrei in Schwetzingen gross.So viele Häuser kann die Familie gar nicht verkaufen um die Kosten zu decken.Sollten schonmal vorsorglichh Hartz4 beaantragen.
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