Von news.de-Redakteurin Julia Pfeifer
Der dänische Regisseur Lars von Trier ist immer für einen Skandal gut. Bei der Vorstellung seines neuesten Werkes in Cannes sorgte er nun wieder einmal für Aufsehen und wurde dafür vom Filmfest ausgeschlossen.
Da hat Lars von Trier hoffentlich einfach nur ganz tief in die PR-Kiste gegriffen. Bei der Pressekonferenz zu seinem neuen Film Melancholia - mit Charlotte Gainsbourg und Kirsten Dunst in den Hauptrollen - sorgte er für Entsetzen bei den anwesenden Journalisten, als er sagte: «Okay, ich bin ein Nazi.»
Dem vorausgegangen war eine Lobrede auf die Architektur Albert Speers und Verständnis für Adolf Hitler: «Er ist sicher kein guter Kerl gewesen. Aber ich verstehe den Mann und sympathisiere mit ihm.» Als daraufhin Raunen durch die versammelte Journalistenmenge ging und von Triers Tischnachbarin Kirsten Dunst die Augen rollte, ruderte er zurück. «Ich bitte Sie! Ich bin nicht für den Zweiten Weltkrieg und ich bin nicht gegen Juden. Außer gegen Israel. Das geht einem wirklich auf den Sack.»
Sollte das ein Witz gewesen sein, konnte die Festivalleitung von Cannes nicht darüber lachen. Sie schlossen Lars von Trier aus dem Filmfest aus. In einer Stellungnahme der Veranstalter heißt es, der Däne sei nun in Cannes eine persona non grata. Unklar ist noch, ob mit seinem Ausschluss auch sein Film Melancholie aus dem Wettbewerb fällt.
Das Enfant terrible der europäischen Filmszene
Der dänische Regisseur Lars von Trier hat seine «Verbannung» vom Festival in Cannes akzeptiert und für seine Äußerungen über Hitler und die Nazis um Verzeihung gebeten. «Das war total schwachsinnig», sagte von Trier am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur in Cannes. «Natürlich sympathisiere ich nicht mit Hitler. Ich mag ein Schwein sein, aber ein Nazi bin ich nicht.»
Der Dogma-Filmer Lars von Trier gilt als Enfant terrible der europäischen Filmszene. Er ist bekannt für schwere Filme mit kontroversen Themen und seinen nicht gerade zimperlichen Umgang mit den Schauspielern. Sowohl Nicole Kidman als auch die exzentrische Sängerin Björk haben die Dreharbeiten mit ihm sicher nicht in guter Erinnerung. Dennoch stehen die Stars Schlange, um in seinen Filmen mitzuspielen. Zu von Triers Erfolgen zählen unter anderem Breaking the waves, Dogville und Antichrist.
Lesen Sie, was Lars von Trier im Interview zum Nazi-Skandal sagt.
Im Video können Sie sich die Pressekonferenz mit von Triers kontroversen Nazi-Äußerungen anschauen.
juz/ivb/news.de
Schlimm diese Aussagen, nicht wahr...laut gelacht und weiter gesurft...
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