Von news.de-Redakteur Oliver Roscher
Ein Filmstar steht am Pranger, aber niemand weiß, wer es ist. Vor einem Gericht in Los Angeles wird einem namentlich nicht genannten Promi die wissentliche Übertragung einer Geschlechtskrankheit vorgeworfen. Ganz Hollywood sucht nun Mr. X und hat auch schon ein paar Verdächtige.
Am Anfang steht die Klage - wie so oft zu Füßen der Hollywood Hills. In diesem Fall ist sie 20 Millionen Dollar schwer und wurde vor einem Gericht in Los Angeles eingereicht: gegen - ja, gegen wen eigentlich? Die Frage nach dem Beklagten ist derzeit die am heißesten diskutierte Frage in Hollywood, denn die Klage birgt explizite Informationen. Ein nicht genannter Superstar der Traumfabrik soll die Klägerin oder den Kläger wissentlich beim Sex mit der Geschlechtskrankheit «herpes genitalis» angesteckt haben.
Was aber ist wirklich vorgefallen? Beklagter Superstar soll eines Tages in Las Vegas eine Bekanntschaft mit nach Hause genommen haben. Der genaue Zeitpunkt ist der Öffentlichkeit nicht bekannt. Dort soll es zum Drogenkonsum und einem angeregten Gespräch über Sex gekommen sein. Beim verbalen Geschlechtsverkehr blieb es aber offensichtlich nicht. In dessen Folge kam es laut Anklage zur Ansteckung mit dem tückischen Krankheitserreger.
Ob Hollywood tatsächlich ein spektakulärer Prozess ins Haus steht, ist aber noch längst nicht klar. Angeblich laufen Verhandlungen, die Angelegenheit außergerichtlich zu lösen, um die mediale Beerdigung eines Superstars zu vermeiden.
Die Suche nach dem Unbekannten
Die Medien aber lassen nicht locker. Ihnen geht es allein um die Frage: Wer ist Mr. X? Der Name des Filmstars ist zwar nicht bekannt, aber er soll mehr als 100 Millionen Dollar Vermögen sein Eigen nennen. Das ist auch für einen Hollywoodstar sehr viel Geld - deshalb beschränkt sich der Kreis der Verdächtigen auf einige wenige Personen.
Meistgenannter Kandidat als Mr. X, wie könnte es anders sein, ist Charlie Sheen. Er lässt in Las Vegas häufig die Puppen tanzen und sein Hang zu illegalen Rauschmitteln und kurzen Affären ist hinlänglich bekannt. Aber es gibt auch Prominente, auf die man in diesem Zusammenhang nicht unbedingt kommt. Im Verdächtigenkarussell sitzen auch Leonardo DiCaprio, Colin Farrell, Kiefer Sutherland, P. Diddy und neuerdings natürlich Arnold Schwarzenegger.
Aufklärungsarbeit könnte das Video der fraglichen Nacht leisten. Das existiert tatsächlich. Laut Anklage wollte der Filmstar so die «Magie wieder und wieder aufs Neue erleben». Logisch nur, dass sich Pornofirmen um die pikanten Bewegtbilder reißen.
Vermutlich ist es sogar egal, ob dem Topstar der Prozess gemacht wird, denn die Medien werden so lange graben, bis der Name publik wird. Möglicherweise erledigt das auch der Nachrichtendienst Twitter. Der hat schon bei Ryan Giggs für vollendete Tatsachen gesorgt.
krc/ivb/news.de