Der italienische Dirigent Claudio Abbado hat am Freitagabend in der Berliner Philharmonie eine Konzertreihe eröffnet, die auch dem Gedenken des Komponisten Gustav Mahler aus Anlass seines 100. Todestages gewidmet ist.
Berlin (dpa) - Der italienische Dirigent Claudio Abbado hat am Freitagabend in der Berliner Philharmonie eine Konzertreihe eröffnet, die auch dem Gedenken des Komponisten Gustav Mahler aus Anlass seines 100. Todestages gewidmet ist.
Höhepunkt ist am 18. Mai ein vom Fernsehen (arte) live übertragenes Sonderkonzert Abbados, des früheren Chefdirigenten der Berliner Philharmoniker. Auf dem Programm mit den Solisten Jonas Kaufmann und Anne Sofie von Otter stehen unter anderem Mahlers «Lied von der Erde» und das Adagio aus der nur als Fragment erhaltenen 10. Sinfonie.
Das Adagio als 1. Satz der unvollendeten «Zehnten» wurde auch am Freitag (noch bis Sonntag) gespielt, umrahmt von Werken Mozarts und symphonischen Stücken aus Alban Bergs Oper «Lulu» mit der gefeierten Sopranistin Anna Prohaska. Umjubelter Stargast des ausverkauften Konzerts war der italienische Pianist Maurizio Pollini als Solist bei Mozarts Klavierkonzert G-Dur Nr. 17.
Wahre Ovationen gab es in der Philharmonie vor allem für den 77-jährigen Abbado, der als Vorgänger von Simon Rattle bis 2002 am Chefdirigentenpult in der Berliner Philharmonie stand. Der eher stille und zurückhaltende Italiener, der auch das Gustav Mahler Jugendorchester gründete, stand 1966 zum ersten Mal am Pult der Philharmoniker, die ihn 1989 nach dem Tod Herbert von Karajans zur allgemeinen Überraschung der Musikwelt zu ihrem Künstlerischen Leiter gewählt hatten.
Seit er vor einigen Jahren an Magenkrebs erkrankt ist, hält sich Abbado mit öffentlichen Auftritten zurück und gibt nur noch wenige Konzerte im Jahr. Seine alljährlichen Auftritte in Berlin gelten aber nach wie vor als ein Höhepunkt der Konzertsaison in der deutschen Hauptstadt.
news.de/dpa