So., 27.05.12

Stefanie Stappenbeck 17.06.2011 Einfach mal 'nen Baum pflanzen

Stefanie Stappenbeck (Foto)
Stefanie Stappenbeck allein unter Schafen Bild: ARD

Von news.de-Mitarbeiter Sebastian Stoer

In dem ARD-Film Die Schäferin zieht es Schauspielerin Stefanie Stappenbeck ins Grüne. Im Interview mit news.de spricht sie über Bäume, Bournout und Berufsalternativen. Außerdem verrät sie, wen sie lieber mag - Mensch oder Schaf?

Frau Stappenbeck, sind Sie ein Stadt- oder ein Landmensch?

Stefanie Stappenbeck: Ich bin eigentlich ein Stadtmensch. Auf meiner großen Südamerikareise war ich aber in Patagonien wandern und habe gemerkt: Natur ist ja so viel schöner als jede Großstadt! Das ist der Wahnsinn, ich möchte nur noch in der Natur sein! (lacht) Aber das geht natürlich auch nicht. Ich glaube, die gesunde Mischung macht es. Eine gesunde Portion Landleben ist gut für die Seele und den Körper.

Viele Stadtmenschen romantisieren ja oft das Leben auf dem Land als ein Leben der Ruhe: Haben Sie auch den Traum vom eigenen Bauernhof?

Stappenbeck: Definitiv nicht, das ist eine Riesenarbeit und bringt sehr viel Verantwortung mit sich. Ich habe mit meinem Leben schon genug zu tun, ein Bauernhof würde mich überfordern. (lacht) Aber ich habe mit einer Freundin ein Gartenhäuschen gepachtet - immerhin.

Die Landschaft spielt eine tragende Rolle in Die Schäferin. Kamen Sie in Drehpausen mal raus oder befanden Sie sich eher in der Filmset-Blase?

Stappenbeck: An den Wochenenden habe ich mir das Fahrrad geschnappt und bin durch Berg und Tal geradelt. Das war wirklich wunderschön. Was ich aber vor Ort wirklich erstaunlich fand: Ich kam in der Rhön an und habe mich in den ersten Tagen gewundert, dass auf diesen Wiesen Blumen wachsen, die ich noch nie gesehen habe. Da kreuchten und fleuchten gigantische Insekten!

Die Bauern haben mir dann erklärt, dass die Gegend seit ein paar Jahren Biosphärenreservat sei und die Natur rund fünf Jahre gebraucht hatte, um sich zu erholen. Normalerweise gäbe es also diese Pflanzen- und Insektenvielfalt in ganz Deutschland, aber die Landwirtschaft mit all ihren Pestiziden macht das alles platt. Das fand ich bemerkenswert, wunderschön und erschreckend zugleich. Auf der Seite waldaktie.de kann man zum Beispiel Bäume in Mecklenburg-Vorpommern kaufen. Da hab ich dann gleich ein paar Bäume mehr gekauft. Und Ökostrom beziehe ich sowieso.

Seit Kindesbeinen spielen Sie Theater oder stehen vor der Kamera. Bleibt Ihnen da auch mal Zeit richtig durchzuatmen?

Stappenbeck: Manchmal muss man sich die Zeit einfach nehmen. Ich bin auch schon mal knapp an einem Burnout vorbeigeschrammt. Ich übe meinen Beruf mit Herzblut aus, aber die Gefahr sich zu verbrennen besteht eben auch. Deshalb habe ich schweren Herzens ein tolles Theaterprojekt abgesagt, zum einen, weil dann ein Familienurlaub ansteht, und zum anderen, weil ich meine Batterien aufladen muss.

Bereuen Sie bestimmte Entscheidungen der Vergangenheit?

Stappenbeck: (überlegt) Nicht wirklich. Vielleicht gibt es Filme aus meinen Anfangsjahren, die ich gemacht habe, um Geld zu verdienen, und die ich heute absagen würde. Aber jeder Film ist eine Erfahrung und aus jedem Film lerne ich etwas.

Die Figur der Svea in Die Schäferin ist eigentlich Anwältin, wird aber mehr oder weniger notgedrungen Schäferin. Wenn man Sie vor die Wahl stellen würde: Was wäre Ihre Alternative zur Schauspielerei?

Stappenbeck: Ich bin in diesen Beruf hineingewachsen. Meine Eltern hatten mit Schauspielerei nichts zu tun, ich wurde mehr oder weniger auf der Straße entdeckt. Am Anfang habe ich mich schon manchmal gefragt, was ich denn machen würde, wenn das alles nicht mehr weiter geht. Vielleicht wäre ich Journalistin geworden. Leute ausfragen und Sachen herausfinden. Aber die Frage hat sich dann nie gestellt.

Lieber allein unter 100 Menschen oder lieber allein unter 100 Schafen?


Stappenbeck: Da würde ich sagen: Lieber allein unter 100 Menschen, denn da besteht zumindest die Chance auf ein Gespräch. (lacht)

Stefanie Stappenbeck spielt die Hauptrolle im TV-Film Die Schäferin am Freitag, 17. Juni 2011, 20.15 Uhr, im Ersten.

car/news.de
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