Von Marina Antonioni
Schauspielerin Iris Berben darf sich in diesem Jahr über die wichtigste Auszeichnung beim Bayerischen Fernsehpreis freuen: Für ihr Lebenswerk erhält die 60-Jährige den Ehrenpreis des Ministerpräsidenten. News.de verrät, wer sonst noch Chancen auf einen Preis hat.
Iris Berben sei «eine der bekanntesten und profiliertesten Schauspielerinnen des deutschen Fernsehens», hob Staatskanzleichef Marcel Huber (CSU) am Montag in München hervor. Sie beeindrucke durch «Vielseitigkeit, Wandlungsfähigkeit und Ausdrucksstärke».
Berben wird ihren «Blauen Panther», wie der Bayerische Fernsehpreis genannt wird, am 10. Juni bei einer Gala im Münchner Prinzregententheater aus den Händen von Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) entgegennehmen. In der mehr als 20-jährigen Geschichte der Auszeichnung ist sie die vierte Frau, die den Ehrenpreis bekommt. Berbens Vorgängerinnen sind Christiane Hörbiger (2009), Hannelore Elsner (2006) und Uschi Glas (1995).
Der Nachwuchsförderpreis geht an Vladimir Burlakov für seine Rolle im Drama Marco W. - 247 Tage im türkischen Gefängnis. In der Sat.1-Verfilmung spielte er den damals 17-jährigen Marco Weiss, der wegen sexuellen Missbrauchs in der Türkei verurteilt worden war.
In den Kategorien Fernsehspiele und Serien/Reihen wurden von der Jury zwölf Schauspieler nominiert, unter ihnen Rosalie Thomass (Kreutzer kommt/Pro7 und Die letzten 30 Jahre/ARD), Katja Riemann (Die fremde Familie/ARD), Matthias Habich (Letzter Moment/ARD) , Henning Baum (Der letzte Bulle/Sat.1) und Florian David Fitz (Doctor's Diary/RTL). Wer von ihnen den «Blauen Panther» entgegen nehmen darf, wird erst am Tag der Preisverleihung bekannt gegeben.
Die Jury erklärte zur Ehrenpreis-Verleihung, Iris Berben präge seit Jahrzehnten die Fernsehlandschaft in Deutschland. Seit ihren Anfängen in der 70-Jahre-Comedy-Serie Zwei himmlische Töchter und in den 1980er Jahren als «überaus wandelbare» Partnerin von Diether Krebs in Sketchup oder mit ihrem Auftritt in der Serie Das Erbe der Guldenburgs verstehe sie es wie kaum eine andere deutsche Schauspielerin, ihr Publikum zu begeistern und zu fesseln.
Das gelte für ihre Kommissarin Rosa Roth in der gleichnamigen ZDF-Krimiserie, mit der sie seit 1994 Erfolge feiert, ebenso wie für viele andere Fernsehrollen - etwa als Patriarchin, als Bertha Krupp in Krupp - Eine deutsche Familie oder auch als Bundeskanzlerin in Frühstück mit einer Unbekannten. Auch ihren tatkräftigen Einsatz gegen Rechtsextremismus, Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus würdigten die Juroren.
17 Auszeichnungen
Vladimir Burlakovs Leistung in Marco W. wertete die Jury als «herausragend». Er trage mit seinem Spiel «maßgeblich dazu bei, ein in der Öffentlichkeit reißerisch behandeltes Thema herunter zu brechen auf das, worum es wirklich geht», hieß es in der Begründung. Der Zuschauer erlebe Marcos Ängste und Unsicherheiten hautnah mit.
Die weiteren für einen Bayerischen Fernsehpreis nominierten Schauspieler sind in diesem Jahr: Andrea Sawatzki (Bella vita/ZDF), Frederick Lau (Neue Vahr Süd/ARD) und Matthias Koeberlin (Restrisiko/Sat.1) sowie Caroline Peters (Mord mit Aussicht/ARD), Lisa Wagner (Tatort: Nie wieder frei sein/ARD), Claudia Michelsen (Bloch: Die Geisel/ARD) und Florian Lukas (Weissensee/ARD).
Insgesamt sind diesmal 17 Preise zu vergeben, die mit insgesamt 160.000 Euro dotiert sind. Blaue Panther gibt es in den fünf Kategorien Informationssendungen, Fernsehfilme, Serien und Reihen, Unterhaltungsprogramme sowie Kultur- und Bildungsangebote.
Durch die Gala wird RTL-Moderator Marco Schreyl führen. Der Privatsender überträgt eine Aufzeichnung des Festaktes am Sonntag, 12. Juni, ab 23.20 Uhr. Der Bayerische Fernsehpreis wird in diesem Jahr zum 23. Mal vergeben.
car/news.de/dapd