Von news.de-Redakteur Martin Walter
Urgestein des Internets: News.de spricht mit Blogger und Netz-Experte Peter Glaser über Obama und Osama bei Twitter, Privatsphäre im 21. Jahrhundert und die Gefahren von Zuckerbergs Netzwerk.
Herr Glaser, Twitter und Facebook verkündeten diese Woche den Tod von Osama Bin Laden schneller als US-Präsident Obama. Kennzeichen einer sich rasend schnell drehenden Online-Nachrichtenwelt?
Glaser: Ja, durchaus. Andererseits würde ich das nicht überbewerten. Es ist für den gewöhnlichen Nachrichtenkonsumenten nur von sehr beschränkter Relevanz, ob er diese Information eine Viertelstunde früher oder später bekommt. Es macht allerdings dahingehend einen Unterschied, dass die Medien unter noch größeren Aktualitätsdruck kommen und dadurch die Wirklichkeit gewissermaßen deformiert wird. Es entsteht die Gefahr eines Alarmismus, noch lauter schreien zu müssen als die Konkurrenz. Und je schneller die Nachrichten weitergegeben werden müssen, desto mehr steigt die Möglichkeit von Fehlern und Schlamperei.
Stichwort Facebook: Wie realistisch erachten Sie persönlich die Befürchtung, dass sich das Netzwerk auf Dauer zu einem geschlossenen Netz im Netz entwickelt?
Glaser: Was Facebook da macht, hat inzwischen ganz beachtliche Dimensionen erreicht. Es ist der Versuch, eine Art Schneekugel zu errichten, die zwar transparent, aber geschlossen ist. Diese Bestrebungen gab es schon immer. Der bekannteste Versuch war AOL in den 1990er Jahren. Im neuen Jahrtausend hat das mit Second Life seine Fortsetzung gefunden, das Jahre lang als die schärfste Erfindung seit dem tiefen Teller galt.
Wenn man heute eher durchschnittliche Netznutzer fragt, ob sie Second Life kennen, werden diese mit dem Kopf schütteln. So schnell kann es auch mit Google und Facebook gehen. Diese sogenannten «Turn-Around-Zyklen» im Online-Universum sind bemerkenswert kurz. Insgesamt bin ich der Auffassung, dass es ein extrem starkes Bedürfnis der Menschen nach einem freien und unbegrenzten Netzzugang gibt. Und das wird sich letztlich durchsetzen.
Im Netz folgen in wenigen Stunden hunderttausende Mitglieder einer Pro-Guttenberg-Gruppe bei Facebook, den dort geschalteten Aufrufen zu realen Demonstrationen kommen nur wenige hundert nach. Man könnte daraus schließen, dass die reelle Macht des Internets überschätzt wird.
Glaser: Ich bin ganz ihrer Meinung. Gerade auch bei den Revolutionen im arabischen Raum wird ja sehr häufig diskutiert, welchen Einfluss die Sozialen Netzwerke, vor allem Twitter und Facebook, haben. Man sollte die Wirkung der Medien nicht überschätzen, denn sie sind nicht ursächlich mit diesen Konflikten in Zusammenhang zu bringen. Dass sie bestimmte Dinge bestärken und beschleunigen und strategisch geholfen haben, darüber besteht allerdings kein Zweifel.
Facebook-Boss Mark Zuckerberg prophezeite 2008, die Menschen würden künftig jedes Jahr doppelt so viele Informationen preisgeben, wie im Jahr zuvor. Ist Privatsphäre ein Konzept der Vergangenheit?
Glaser: Das, was Zuckerberg sagt, empfinde ich als eine moderne Form von Totalitarismus. Das ist Diktatur. Zuckerberg ist ein Mensch, der über ein Kommunikationssystem verfügt, das über 650 Millionen Menschen benutzen und wir wissen mittlerweile alle, dass Kommunikationstechnik auch die Beziehungen der Menschen verändert und darauf einwirkt.
Wenn Zuckerberg jetzt hergeht und so etwas prognostiziert, halte ich das für eine ziemliche Dreistigkeit. Er rechnet natürlich mit der Bequemlichkeit der Menschen, die denken: Wenn ich mich jetzt abmelde, habe ich keine Freunde mehr. Das gefällt mir nicht. Andererseits ist es so, dass es ein riesiges soziales Experiment ist.
Peter Glaser, Jahrgang 1957, begleitet das Medium Internet seit 30 Jahren. Der gebürtige Grazer ist Mitbegründer und heute Ehrenmitglied des Chaos Computer Clubs. Bekannt wurde er durch seine Kolumne «Glasers heile Welt», die in der Zeitschrift Tempo erschien. Seit einigen Jahren schreibt er für die Stuttgarter Zeitung «Peter Glasers Netzkolumne» und betreibt das Blog «Glaserei», das bei den Lead Awards 2010 zum Weblog des Jahres gekürt wurde.
ruk/ivb/news.de
Das sehe ich ähnlich ; ich bin auch weder bei Facebook noch bei anderen sogennanten Community Seiten angemeldet ... ich finde zwar das icq ganz nützlich ist aber ich muss meine Leben nicht bei Facebook ausbreiten und alle zwei Minuten neuen Unsinn posten. Das nimmt mitlerweie überhand Facebook versucht auf fast jeder Internetseite mich zu überreden mich anzumelden und das führt nur dazu das ich es nochmehr verabscheue. Ich hoffe diese Zeiten sind bald vorbei denn auch wenn ich nicht 200 pseudofreunde bei facebook habe so bin ich ziemlich glückich :)
jetzt antwortenKommentar meldenE gal wie man dazu steht, hier geht in Zukunft kein Weg vorbei. http://leben-in-paraguay.info
jetzt antwortenKommentar meldenIch stimme auch dazu das das Internet die Gesellschaft total durcheinander bringt, wie schon andere hier geschrieben haben, die Gemeinsamkeiten und das Treffen werden immer seltener und die Menschen vereinsamen. Dann die vielen Partner suche Portale wo man wie im Katalog sind einen Menschen aussuchen kann und wo sich gerade Frauen auf obzöne Art zur Schau stellen das mill. Männer sie so sehen können und sich dabei sexuell. befriedigen und das sie gar kein Schamgefühl mehr haben. Frauen werden dementsprechend auch von Männern so behandelt wie Menschen zweiter Klasse. Wo sind die neuen Frauen
jetzt antwortenKommentar meldentut nichts zur sache..... ...klasse kommentar. big brother läßt grüßen. die upperclass aller länder sind schon immer irgendwie vernetzt. sie entscheiden wer wer vor seiner zeit lebt oder stirbt. die masse mensch wird nur gebraucht um die bedürfnisse der classengesellschaft zu befriedigen. wäre ich ein außerirdischer, würde ich abwarten bis sich diese gattung selbst vernichtet hat. (kann ja nicht mehr so lange dauern).
jetzt antwortenKommentar meldenWer das Internet unterschätzt wird kommt es irgendwann unvermeidlich zu einem Flashmob,der eine Explosion von Gefühlen ,Haß und Wut sein könnte,der alles überflüssig macht,was bisher Bestand hat. Es istschon zu spät,das Internet abzuschalten.Es hat die unredlichen TV-Kommentare und TV Bilder bereits überholt. Es wird nicht mehr die schöne digitale Welt des Tv der Vermittler sein,sondern das Internet,dass Informationen rasend schnell über die ganze Welt verteilt.Nur so kann man globale Katastrophen auch in den Griff bekommen. Aber das hat sich noch nicht überall rumgesprochen.
jetzt antwortenKommentar meldenDas das Internet Strömungen politischer oder seelischer oder geistiger Art bewirken kann und die Menschen in die Isolation treiben kann,liegt auch an der Realität,der man entfliehen will,weil sie keine positive Signale mehr den Menschen vermittelt. Wenn die Politik und das Kapital,die eigentlichen Diktatoren auf dieser Welt, der Mehrheit der Menschen nur noch Negatives bieten,ist die Flucht in eine in einigen Ecken heilen Welt des Internets unvermeidlich. Den Menchen wird es immer gleichgültiger sein,ob ihre Rechte verletzt werden.Sie suchen die Nähe von Gleichgesinnten um chillen zu können.
jetzt antwortenKommentar meldenIch halte diesen Technikwahn für absurt. Vor 15 Jahren hatte kaum jemand ein Mobiltelefon. Von Internet nicht zu sprechen. Man besuchte sich. Ging in die Stadt, oder plauschte am Gartenzaun. Heute sind wir weniger Kommunikativ trotz Kommunikation. Menschen vereinsamen und die Industrie lacht sich krank: wenn man beispielsweise bedenkt, dass SMS ein "Abfallprodukt" zur Netzauslastung war und heute diese Einwegkommunikation den größten Faktor bei den Umsatzzahlen der Telekommunikationskonzerne darstellen wird bewusst, wie tief diese Gesellschaft schon gesunken ist
jetzt antwortenKommentar meldenfind es witzig den Bin Laden hätten die Längst vor 2j erschiessen können solange wussten die Amis schon wo er steckt.und jetzt alles auf schnell schnell, dann soll der Barack Obama den George W. Bush gleich mit erschiessen.weil er das war der den Auftrag gegeben hat die Flugzeuge in den tower zu fliegen. den Beweise gibt es genug das er mit drin steckt.den er brauchte nur ein vorwand um in Irak ein zumarschieren. und der typ der die beiden türme gemietet hatte brauchte kohle weil Sanierung wegen asbest war ihm zu teuer gewesen.da bringt mann lieber 3000leute um und sagt dann terroranschlag
jetzt antwortenKommentar melden... immer ran - wer's nötig hat ...
jetzt antwortenKommentar meldenGanz ehrlich?? Bei den meisten Internet und Facebook Aktivitäten geht es nur um "das eine". Wenn es dafür einen besseren Weg gibt ist Facebook in 3 Jahren pleite... (Putzig ist übrigens wenn man mal die Figuren auf der Startseite von Facebook verbindet Link dazu: http://t.co/vP803Hf )
jetzt antwortenKommentar meldenBei Facebook bin ich relativ wenig darin . Gefällt mir nicht .Bin lieber bei Skype . Messenger und OOVOO . Macht mehr Spaß . Will wissen ,mit wem ich es zu tun habe . Ansonten gibt es kein Kontakt .
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