Von news.de-Redakteur Cord Krüger
Länger als er musste noch kein britischer Thronfolger auf seine Krönung warten: Prinz Charles erfüllt seine Rolle als Kronprinz seit über 59 Jahren. Oft wird er belächelt. News.de hingegen meint: Charles gäbe einen tollen König ab.
«Sie haben ja schließlich lange genug geübt», lautete Prinz Charles' amüsante Reaktion auf die Verlobung seines Sohnes mit Langzeitfreundin Kate Middleton im November letzten Jahres. Doch William ist nicht der Einzige mit jeder Menge Übung: Der Prince of Wales ist seit mehr als 59 Jahren der Thronfolger von Königin Elizabeth II. - länger musste sich noch keiner seiner Ahnen in Geduld üben.
Zwar wünschen sich viele Briten, dass Charles auf den Thron zugunsten seines Sohnemanns verzichten möge. Sollte Elizabeth II. wie ihre Mutter 102 Jahre alt werden, wäre Charles dann um die 80. Prinz Williams Taufpate, König Konstantin II. von Griechenland, räumt seinem Patensohn jedoch nur geringe Chancen auf eine direkte Thronfolge ein. «Jeder muss warten, bis er an der Reihe ist», sagte Konstantin der BBC.
Früher oder später wird Charles - die Erbfolge ist da unzweideutig - König von England werden. Und obwohl er seit jeher im Schatten seiner Mutter steht, niemals so verehrt wurde wie seine erste Ehefrau Diana und in der Öffentlichkeit seit Jahrzehnten immer wieder Anlass zum Schmunzeln oder Stirnrunzeln gibt, muss er als Herrscher nicht zwangsläufig ähnlich unglücklich agieren. Im Gegenteil: Charles könnte einen fantastischen Monarchen abgeben.
Seine Zeit als ewiger Thronfolger nutzte er, um sich eine Art politisches Profil zu erarbeiten. Gehörte er nicht zur Königsfamilie, mutmaßte jüngst Mary Ann Sieghart im Independent, hätte er schon längst seine eigene Partei gegründet - eine konservativ-grüne. So macht Charles als Ökounternehmer und Umweltschützer von sich reden. Seine Stiftung The Prince's Charities versammelt in den vergangenen 35 Jahren 20 wohltätige, zumeist von ihm selbst gegründete Organisationen und sammelt jährlich über 110 Millionen Euro an Spenden. Der Prince's Trust unterstützt benachteiligte Jugendliche. Und seine Leidenschaft für ökologischen Landbau hat Charles mittlerweile zum erfolgreichen Bio-Agrarunternehmer gemacht. Gerade sein Engagement für Natur und Landwirtschaft wurde lange als kurioses Hobby angesehen. Inzwischen gilt es als weitsichtig.
Charles redet der Weltelite ins Gewissen
2009 nutzte Charles die Gelegenheit, beim G20-Treffen in London der versammelten Weltelite ins Gewissen zu reden. Die Regierungschefs waren zusammengekommen, um über Auswirkungen des weltweiten Bankendesasters zu beraten. Der Prince of Wales setzte andere Prioritäten: Die globale Finanzkrise, so Charles, werde «bis zur Bedeutungslosigkeit verblassen» gegenüber den Folgen des Klimawandels, wenn dieser nicht sofort angegangen werde. «Wir haben weniger als 100 Monate», um «die Menschheit zu retten». Charles präsentierte die Ergebnisse einer selbst initiierten Untersuchung und Lösungsvorschläge zum Schutz der Regenwälder. Der Prinz müsste sich nicht in diesem Ausmaß engagieren - er will es aber.
Charles' Vertrauter und Biograph Jonathan Dimbley schrieb bereits 2008 in der Sunday Times, dass der Prince of Wales auch als König seine Ansichten über politische Themen nicht für sich behalten werde. Er werde sich in einem Ausmaß einmischen «wie es bislang undenkbar wäre». Der Monarch ist in Großbritannien nicht zum Schweigen verurteilt, Königin Elizabeth II. hält sich aus der Politik, zumal aus der kleinteiligen Tagespolitik, aber rigoros heraus.
Die Idee eines sich eher präsidial gebenden Königs wäre ungewöhnlich, für einige britische Politiker brächte sie sogar die Monarchie selbst in Gefahr. Doch wie ein Minister der Labour-Regierung anlässlich Charles' 60. Geburtstag bemerkte: Der Kronprinz verfüge über «eine verblüffende Bandbreite von Interessen und keines davon verfolgt er bloß oberflächlich. Es wäre eine Schande, sie zu verlieren», wenn er König wäre.
Ob Charles wirklich ein sich ständig einmischender Monarch werden oder sich in traditioneller Zurückhaltung üben wird, ist offen. Gewiss hat er klare Vorstellungen von den wichtigen Problemen des 21. Jahrhunderts. Er mag manchmal wunderlich wirken und seine berüchtigte Abneigung gegen moderne Architektur befremdlich. Aber der Prince of Wales muss kein schlechter König werden. Ganz und gar nicht.
Prinz Charles ist einer der Wenigen, die sich schon lange bevor es allgemein üblich war über Zukunftsthemen und Nachhaltigkeit - dieses für uns alle überlebenswichtigen Fragen - anzusprechen. Er hat dies getan mit dem Wissen und Risiko als "'Spinner" abgetan zu werden und dadurch seine Person von vielen Gegenern in bösartigen Art und Weise disqualifiziert zu werden. Dieser Mut ist zu bewunden und beweist, daß er einer der Wenigen ist, die Visionen haben diese auch vertreten: daher eine Bereicherung Europas Führungs-Ebene, die leider an einem Mangel bzw.Fehlen solcher Persönlichkeiten leidet
jetzt antwortenKommentar meldenHallo,was seid ihr für Schreiber jetzt wo England wirklich einen guten Nachfolger hätte bringt ihr den Witz des Jahres Prinz Charles gibt einen guten Monarchen ab.Überlegt mal ein bisschen was ihr schreibt.Was hat dieser Mann mit seiner Ex Frau gemacht,er hat sie von Anfang an betrogen und sie nur benutzt. Schließlich geht es hier um einen zukünftigen König.Charles verdient keine vorschußlorberen dafür ist er zu sehr verdorben worden von seiner jetzigen (A-Traumfrau). So jetzt bin ich meinen Ärger über den geschriebenen Stuß los. Noch einen schönen Tag Franz Schindlbeck
jetzt antwortenKommentar meldenIch bin großer Prinz Charles Fan. Ich fände es sehr gut wenn seine Mutter für ihn Platz machen würde. Insgeheim träume ich auch ein bissl davon dass er auch in Deutschland repräsentative Pflichten übernimmt (das meine ich ernst).
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