Musik Internet-Ausstellung zum Phänomen Musikvideo

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Internet-Ausstellung zum Phänomen Musikvideo Bild: dpa

«Video killed the Radio Star» - mit diesem Hit der Gruppe The Buggles ging der Musikkanal MTV 1981 auf Sendung. «Internet killed the Video Star» - 30 Jahre später ist dies die Ansage zum Ende der Ära des Musikvideos im Fernsehen.

Düsseldorf (dpa) - «Video killed the Radio Star» - mit diesem Hit der Gruppe The Buggles ging der Musikkanal MTV 1981 auf Sendung. «Internet killed the Video Star» - 30 Jahre später ist dies die Ansage zum Ende der Ära des Musikvideos im Fernsehen.

MTV ist inzwischen ein Bezahlsender geworden. Die Videoclips sind größtenteils ins Internet umgezogen, wo «User» sie millionenfach auf Portalen wie YouTube anklicken, wann immer sie wollen. Oder die Fans kreieren gleich ihre eigenen Videos und präsentieren ihre Werke im Netz.

Eine virtuelle Ausstellung beleuchtet nun dieses Phänomen. Organisiert hat sie das NRW-Forum Düsseldorf, und zwar radikal konsequent: Die Schau «Internet killed the Video Star» ist nur im Internet zu sehen, rund um die Uhr, kostenlos - und mit offenem Ende (www.nrw-forum.de/videostar). «Wenn dieses Phänomen im Internet stattfindet, macht es wenig Sinn, die Videos auf Monitoren laufen zu lassen», sagt Werner Lippert, der Leiter des NRW-Forums.

Noch vor elf Jahren hatte das NRW-Forum eine «physische» Video-Ausstellung präsentiert: Auf 100 Monitoren liefen gleichzeitig 100 Videos aus Musik, Kunst und Werbung. Der Musiker Malcolm McLaren sprach seinerzeit das Vorwort. Auch die virtuelle Schau im Jahr 2011 wird von dem Kultmusiker - natürlich per Fan-Video - eröffnet.

Rund 50 Videos kann der Besucher der Internetausstellung in mehreren «Räumen» anklicken und hochladen. Ein Rundgang» durch die gesamte Schau dauert nach Schätzungen Lipperts etwa zwei Stunden. Im Mittelpunkt steht das Phänomen der Fan-Videos in der digitalisierten Popkultur.

Auch Cover-Versionen großer Hits bekommen ihren virtuellen Raum. Ein Renner dürfte wohl «Hey Jude» von den Beatles werden, perfekt präsentiert von einem asiatischen Kleinkind in Windel und mit Gitarre.

Die virtuelle Schau stellt auch dar, wie sich die Bands darauf einstellen, nicht mehr die Hoheit über das Video zu haben. So laden Radiohead oder Lady Gaga die Fans inzwischen dazu ein, eigene Videos zu ihrer Musik zu gestalten. Manchmal sind das offizielle Video und die Fan-Version kaum noch zu unterscheiden.

Ein System von Verlinkungen führt zu immer neuen Videos in diversen Portalen. Ein Problem mit dem Copyright gab es nach Worten Lipperts nicht. Die Fan-Videos auf You Tube dürfe jeder anschauen.

Anders als gewöhnliche Ausstellungen wird die Schau auch nicht «abgehängt», sondern sie kann sogar wachsen. Über Facebook ruft das NRW-Forum die Fans auf, eigene Videos zu schicken, die dann in die Schau integriert werden. Die Zukunft der Museen sei diese Internet-Ausstellung aber nicht, versichert Lippert. «Aber es ist eine Ecke der Zukunft.»

news.de/dpa

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