Von news.de-Redakteurin Ina Bongartz
Wer macht hier wen kaputt? Bei Sandra Maischberger ging es darum, wie verwöhnt oder versklavt deutsche Arbeitnehmer sind. Dabei erklärte ein Anwalt, warum Betriebsräte eine Firma zu Grunde richten können.
Die Gästeliste war vielversprechend, die Enttäuschung umso größer: Sandra Maischberger hatte am Abend (fast) keine Politiker geladen, um zum Thema Deutsche Arbeitnehmer: verwöhnt oder versklavt? zu diskutieren. So geriet die Runde zwar nicht zur parteipolitischen Inszenierung, dafür aber zur wenig erhellenden Zwei-Fronten-Debatte, die sehr an Verallgemeinerungen krankte und moderne Arbeitnehmer zu oft als Opfer stigmatisierte.
Die Runde wurde als Wortgefecht Zwei gegen Zwei eröffnet und sollte im Verlauf auf Drei gegen Drei erweitert werden. Auf Seiten der angeblich stets verängstigten und ihren Job furchtbar findenden Arbeitnehmer debattierte Ex-Bundesarbeitsminister Norbert Blüm gemeinsam mit Verdi-Gewerkschafterin Christiane Frank.
«Die Zeit der wilden Globalisierung geht zu Ende»
Ein kurzer Einspielfilm zeigt Blüm, wie er 1973 sagt: «Lieber befristet angestellt als unbefristet arbeitslos.» Diese Aussage zähle er heute zu seinen Irrtümern. «Ich glaubte damals, dass dieses System nur für den Übergang funktioniere.» Blüm, gelernter Werkzeugmacher bei Opel, weiß, dass Arbeitnehmer – auch heute – eben nicht nur für Geld arbeiten wollen, sondern auch für Anerkennung. Er kritisiert, dass Arbeitnehmer heutzutage nur noch funktionieren müssen. Und plötzlich spricht er von Kinderarbeit und der Verantwortung jedes Einzelnen, regionale Produkte zu kaufen.
Diese Argumentationskette ist auch für Sandra Maischberger zu verdreht. Mit Mühe versucht sie, beim Thema zu bleiben. Gar nicht einfach, mit einem Norbert Blüm als Gast, der sich ein ums andere Mal in großspurigen Voraussagen wie diesen verheddert: «Die Zeit der wilden Globalisierung geht zu Ende.» Ihm geht es in erster Linie um Moral – ein starkes Argument, leider allzu schlecht präsentiert.
An verbalem Gegenwind für Blüm fehlte es bei Sandra Maischberger nicht: Für die Arbeitgeberseite saßen in der Runde die Journalistin Heather De Lisle und der Arbeitsrechtsanwalt Helmut Naujoks – bei Betriebsräten als der Mann fürs Grobe gefürchtet. De Lisle, gebürtige Amerikanerin und seit 16 Jahren als Freiberuflerin in Deutschland, kann den deutschen Kündigungsschutz nicht verstehen. Für sie ist es schier eine Unmöglichkeit, dass Arbeitgeber nicht so ohne Weiteres Angestellte entlassen können, mit deren Arbeit sie unzufrieden sind. Das System zwinge die Arbeitgeber ja geradezu, harte Bandagen anzulegen, wenn sie jemanden kündigen wollen.
Sabotage, Stehlen, Arbeitsbummelei
Mit diesen harten Bandagen kennt sich Arbeitsrechtsanwalt Naujoks bestens aus. Ein großer, schwergewichtiger Mann im schwarzen Anzug, rot-weiß-gestreifter Krawatte, das silbergraue Haar akkurat mit Gel aus der Stirn gekämmt. Er besetzt die Rolle des Fieslings in der Runde – des Wolfes im Schafspelz («Betriebsräte können, wenn sie es darauf anlegen, eine Firma zu Grunde richten.»). In seinem Buch Die Kündigung von Unkündbaren gibt er Arbeitgebern Tipps, wie sie unliebsame Angestellte – inklusive Mitglieder des Betriebsrates – loswerden. Das sei notwendig, denn in Deutschland seien Arbeitgeber allzu oft Opfer ihrer Angestellten, bei denen es einen Trend zur «Sabotage, zum Stehlen und zur Arbeitsbummelei» gebe.
Ohne Zweifel: Der Mann hat seinen Ruf nicht umsonst. Mit einer aufgesetzt freundlichen Stimme, wendet er sich an Norbert Blüm und appelliert, man möge nicht auch noch die Fronten verhärten. Übermäßig lieblich sagt Naujoks: «Wir sollten aufhören, uns gegenseitig die Schuld zuzuschieben.» Woran erinnert das bloß? Vielleicht an den Kreide essenden Wolf im Märchen Die sieben Geißlein.
Neben Naujoks sieht Verdi-Vertreterin Christiane Frank nicht wie die Kämpferin für gegängelte Angestellte aus. Eher schwach, wie ein verschüchtertes Reh. Ihre Rede ist fahrig, nervös, ihre Stimme zittert. Obwohl sie Naujoks aus unzähligen Rechtsstreits kennt. Angeblich habe Naujoks bereits 150 Prozesse gegen Verdi verloren. Frank kämpft in ihrem Arbeitsalltag für Angestellte, die wegen Bagatellen entlassen oder mit Mobbing mürbe gemacht und zur Kündigung genötigt worden sind. In der abendlichen Runde bei Maischberger mochte man ihr diese Mammutaufgabe kaum zutrauen.
Da half auch die Unterstützung wenig, die sie nach 45 Minuten in Form von Peter Hintermeier bekam. Der 60-Jährige ist seit 15 Jahren Leiharbeiter, hangelt sich von Job zu Job. Für Anwalt Naujoks kein Problem: «Immerhin waren Sie in den vergangenen 15 Jahre nicht arbeitslos.» Die Unterstützung von Tina Voß, die als Chefin von 450 Leiharbeitern ebenfalls noch zum Talk dazu kommt, brauchte einer wie er nun wirklich nicht.
Bestes Zitat: «Ich gründe eine Firma, um Geld zu verdienen, und nicht, um Freunde zu machen. Das ist einfacher Kapitalismus.» (Heather De Lisle)
"Ich gründe eine Firma, um Geld zu verdienen, und nicht, um Freunde zu machen. Das ist einfacher Kapitalismus." (Heather De Lisle) Wenn man den "freiheitlichen" Wettbewerb und sein "gesundes" Konkurrenzdenken als Sinn des Lebens ..., dann ist das sicher ein tolles Zitat!? "... einfacher Kapitalismus" - die zeitgeistlich-kreislaufende Entwicklung der Hierarchie in materialistischer "Absicherung" im geistigen Stillstand seit der "Vertreibung aus dem Paradies".
jetzt antwortenKommentar meldenKIELOBEN IST SCHON LÄNGST KIELUNTEN,WER SO EINEN BLÖDSINN SCHREIBT IST GUT AUFGEHOBEN IM KREISE DER ANWESENDEN TALKSCHOWTEILNEHMER WIE FRAU VOSS, FRAU DE LISLE SOWIE DEM SCHWERGEWICHT DER DEUTSCHEN UNSOZIALEN RECHTSVERDREHEREI HERRN NAUJOKS!
jetzt antwortenKommentar meldenDIE SOTTISEN, DIE SIE ABSONDERN SIND ALLERDINGS - WIE SCHREIBEN SIE SO SCHÖN - "KAUM ERTRÄGLICH"! GRÖSSEREN SCHWACHSINN HABE ICH - SELBST ARBEITGEBER - NOCH SELTEN GELESEN!!
jetzt antwortenKommentar melden@kieloben: Wenn Sie jetzt noch wüssten, dass Frau De Lisle schon immer in Deutschland lebt und nicht erst seid 16 Jahren, wie sie sagt, an die Jobs durch ihre Eltern gekommen ist, zwischendurch lange psychich krank war und schwups wieder einen job inne hatte durch vitamin b, die zeit hat sich in talkshows zu setzen, bücher zu schreiben und scheisse von sich zu geben, von der sie keine ahnung hat weil ihr sohn beim vater auwächst..dann finden sie diese frau wohl immer noch sozial??ach ja freunde hatr sie nicht mal in ihrer freizeit. scheint doch von irgendwo her zu kommen oder finden sie nich
jetzt antwortenKommentar melden@kieloben: Wenn Sie jetzt noch wüssten, dass Frau De Lisle schon immer in Deutschland lebt und nicht erst seid 16 Jahren, wie sie sagt, an die Jobs durch ihre Eltern gekommen ist, zwischendurch lange psychich krank war und schwups wieder einen job inne hatte durch vitamin b, die zeit hat sich in talkshows zu setzen, bücher zu schreiben und scheisse von sich zu geben, von der sie keine ahnung hat weil ihr sohn beim vater auwächst..dann finden sie diese frau wohl immer noch sozial??ach ja freunde hatr sie nicht mal in ihrer freizeit. scheint doch von irgendwo her zu kommen oder finden sie nich
jetzt antwortenKommentar meldenEs hat sich seit dem "Wirtschaftswunder" nichts geändert, ausser das die Konkurrenz und somit die Dummheit größer wurde - also ist diese Diskussion auch nur zynisch, heuchlerisch, verlogen, bzw. in allen denkbaren ...losigkeiten abgelaufen. Solange es den menschenverachtenden Glauben an den "freiheitlichen" Wettbewerb und sein "gesundes "Konkurrenzdenken gibt, solange wird auch diese "demokratische" Welt- und "Werteordnung" auf die nächste (finale?) Eskalation zusteuern, und der geistige Stillstand seit der "Vertreibung aus dem Paradies" findet sein verdientes Ende!?
jetzt antwortenKommentar meldenKieloben-ALLES KLAR ?DEINE AUSSAGEN HIER,ZEIGEN DEINE SOZIALE KOMPETENZ RÜCKT DICH GENAU IN DAS LAGER WAS NORBERT BLÜM MIT SEELENVERKÄUFER SAGEN WOLLTE! SCHLIMM DAS ES SOLCHE ARBEITGEBER WIE FRAU VOSS UND ANWÄLTE WIE NAUJOKS GIBT,DIE UNGESTRAFT DURCH DIE DEUTSCHEN TALKSCHOWSLANDSXHAFT ZIEHEN DÜRFEN! ABER KEIN WUNDER BEI UNSEREN GELB/SCHWARZEN REGIERUNGGESINDEL DIE KEINEN DEUT BESSER SIND ALS DIESE AUSBEUTER! DENK MAL NACH ;SONST BIST IRGENDWAN KIELERUNTER!!
jetzt antwortenKommentar melden@Kieloben: Der Arbeitgeber darf ruhig Gewinn machen. Das Problem steckt in ihrem letzten Satz von Kommentar 5: Der Anreiz. Wir brauchen Unternehmer, die ihre Aufgabe darin sehen, Werte für die Gemeinschaft zu schaffen, in der sie wirtschaften. Wenn die Motivation stattdessen darin besteht, Geld zu machen, ist der Gewinn nicht mehr Mittel zum Zweck, sondern das Ziel. Dann wird der Anreiz zur Perversion, für die man Leiharbeiter und Niedriglöhne benötigt. Menschen mit einer so kranken Motivation erzeugen langfristig nur Destruktion.
jetzt antwortenKommentar meldenIch habe die Talks grenzenlos satt. Diese Schmierenkomödie der Maischbergers und Wills usw. ist echt entsetzlich. Und wie immer die selben Statisten die polarisieren, natürlich nur konservativ - das darf man ja -, Stimmt mein Eindruck,daß es ganze Heerscharen von Extrem-Professoren und -Journalisten gibt, die nur von diesem Entertainment leben. Bringt doch endlich mal neue und kluge Köpfe, aber da können ja wohl Maischberger und Co. nicht brillieren. Macht nur weiter so, Ihr kriegt schon alles kaputt.
jetzt antwortenKommentar meldenDer Zustand der heutigen Arbeitswelt ist das Spiegelbild von 40 Jahren versäumter Reform von Arbeitsmarkt und Arbeitsrecht, und der daraus entstandenen "Einbahnstraßenjustiz" deutscher Arbeitsgerichte und gleichzeitigem Missbrauch durch Arbeitgeber. Beidseitige Auswüchse und beidseitige Ohnmacht. Und auch ein zeitgemäßes Bild dessen, was fortgesetzte Unterlassungen der von uns gewählten Volksbetrüger in der Volkskammer des deutschen Beamtenbundes bewirkt haben. Besserungen sind bei der Besetzung nach wie vor nicht in Sicht und können auch nicht erwartet werden. Allenfalls Flickschusterei.
jetzt antwortenKommentar meldenUnd das "beste" Zitat finden Sie gut? Was ist der Sinn unseres Lebens, all unseren Tuns? Ellenbogen raus, viel Geld verdienen, egal wie es den Anderen ergeht? Spätestens seit der letzten Krise müsste doch klar sein, so geht unsere Welt zu Grunde. Und so möchte ich auch nicht leben. Diese Frau war so eiskalt( Heather De lisle), da wurde mir übel...
jetzt antwortenKommentar meldenIch bin selbst Betriebsrat. Ich sehe kein Problem darin, daß mein Arbeitgeber Geld verdient im Gegenteil, ich weill ja, daß es meinen Kollegen gut geht und sie Ihre Familie ernähren können. Aber es ist auch das recht der Kollegen an der durch ihre Arbeit entstandenen Wertschöpfung zu partizipieren. Wo ich mein Problem habe sind Anleitungen zu: Wie kündige ich eine schwangere Angestellte, wie schaff ich mir einen Mitarbeiter nach einem Arbeitsunfall vom Hals wie mobbe ich Mitarbeiter über 60 ohne Abfindung aus dem Unternehmen Vor solchen Menschen müssen wir die Kollegen schützen
jetzt antwortenKommentar meldenHallo nick news , alle Arbeitgeber ,welche Gewinn machen sind asozial ,so Ihre Aussage.Wenn ein Arbeitgeber keinen Gewinn macht ,ist er wohl nicht mehr lange Arbeitgeber, sondern Sozialhilfeemppfänger. Wo gehen dann die Millionen Bürger arbeiten? .Natürlich muss der Arbeiter mehr Werte schaffen ,als er Lohn erhält ,sonst funktioniert kein System der Welt.Aus der Differenz aus geschaffenem Wert und Lohn wird der Sozialstaat finanziert und werden Löhne bezahlt von denen der Arbeitnehmer lebt.Der Rest davon Ist der Anreiz das Risiko eines Unternehmens zu tragen.
jetzt antwortenKommentar meldenDie Zeit eines ehemaligen politischen Schwergewichtes wie Norbert Blühm ist wohl vorbei.Er tingelt durch die verschiedenen Talkshows und senkt überall das Niveau auf ein kaum noch erträgliches Maß. Mit seinen konfusen und abstrusen Gelaber kann er wohl kaum die Verkaufszahlen seines Buches erhöhen, was wohl der Sinn seiner Auslassungen sein sollte. Zum Glück der Sendung gab es eine souveräne Frau Tina Voß und Heather De Lisle , welche der Sendung durch Ihre sachlichen Beiträge halbwegs einen Inhalt gaben.
jetzt antwortenKommentar melden@Kieloben Wenn sie ihr Leben finanzieren und ihre Familie ernähren wollen, gehen sie arbeiten. Wenn sie sich deswegen selbstständig machen, sind sie entweder naiv, oder sie tun nur so. "Geld verdienen" im Sinne von Heather De Lisle könne Sie nur, wenn sie Angestellte haben, die einen Wert erarbeiten, der höher ist, als das Gehalt dass sie ihnen dafür bezahlen. Deshalb wünschen sich Leute wie De Lisle Leiharbeiter und ein niedriges Lohnniveau. Je niedriger deren Gehalt, desto höher der Gewinn. Und das ist asozial.
jetzt antwortenKommentar meldenWieviel Gründe gibt es wohl , warum eine Firma gegründet wird ? Ich kenne bloss Einen.Ich will verdienen um mein Leben zu finanzieren die Familie zu ernähren und den Lebensstandard zu verbessern. Der positive Nebeneffekt ist, das andere dadurch in Lohn und Brot kommen. Wenn ich Freunde suche ,gründe ich einen Gesangsverein oder ähnliches. Brunnenvergifter sind Leute wie "nick ! Frau Heather De Lisle hat doch Recht , Mitarbeiter sollen keine Freunde ,sondern loyale im Interesse der Firma und damit auch zu ihrem eigenen Vorteil agierende Mitarbeiter sein .Diese Frau asozial zu nennen ist nur dumm
jetzt antwortenKommentar melden«Ich gründe eine Firma, um Geld zu verdienen, und nicht, um Freunde zu machen. Das ist einfacher Kapitalismus.» (Heather De Lisle) Leute mit der Einstellung von Heather De Lisle machen Geld, vergiften das soziale Klima und unterminieren das Gemeinwesen. Sie sind eine Gefahr für das friedliche Zusammenleben in einer Gemeinschaft. Man sollte Sie an den Pranger stellen, und als das kennzeichnen, was sie sind: Asozial.
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