«Perry Rhodan» Unsterblicher Optimismus

Fast alle Dinge auf der Welt haben sich in den letzten 50 Jahren geändert – die meisten sogar mehrfach. Eine der wenigen Konstanten ist eine Science-Fiction-Heftromanserie aus Deutschland: Perry Rhodan. Michael Nagulas Chronik zeichnet ihre Geschichte nach.

Perry Rhodan (Foto)
Eine deutsche Erfolgsgeschichte: Perry Rhodan Bild: Hannibal Verlag

Band Eins der Chronik spannt den Bogen von der Entwicklungsphase Anfang 1961 bis ins Jahr 1974. In dieser Zeitspanne war der erste Mensch ins All geflogen und Astronauten hatten Golf auf dem Mond gespielt. Bei Perry Rhodan war man da im wahrsten Sinne des Wortes schon Lichtjahre weiter.

Die Aufbruchstimmung des Weltraumzeitalters – sie trägt die Serie bis heute. Alles begann mit dem amerikanischen Astronauten Perry Rhodan, der 1971 als erster Mensch zum Mond flog. Dort traf er auf Außerirdische aus dem Kugelsternhaufen M13, die Arkoniden. Mithilfe ihrer Technik schlichtete Perry die Zwistigkeiten der Erdbevölkerung und brach ins All auf. Dort erlangte er bald relative Unsterblichkeit von einem höheren Wesen namens Es.

Klingt kompliziert und ist es auch. Wollte man in Zahlen und Fakten schwelgen: Die Heftromane haben bis heute eine weltweite Auflage von über 1,5 Milliarden Exemplaren erreicht; die schwindelerregend komplexe Perrypedia umfasst zur Stunde 23.467 Artikel auf weit über 50.000 Seiten und die aktuelle Ausgabe am Kiosk trägt die Nummer 2590.

Im Gegensatz zu anderen Heftromanreihen hat man es bei Perry Rhodan nicht mit in sich abgeschlossenen Einzelgeschichten zu tun, sondern mit einem gigantischen, in alle Richtungen expandierenden Erzähluniversum, strukturiert immerhin in sogenannten Zyklen. Gegen diesen Himalaja der Science-Fiction-Literatur wirkt Star Trek wie ein Maulwurfshügel. Man kann getrost davon ausgehen, dass es praktisch keine Idee des Genres gibt, die von den Dutzenden Autoren und Illustratoren der Serie nicht bereits umgesetzt wurde.

Michael Nagula, einst selbst Mitglied des Autorenteams, hat sich einen Weg gebahnt durch das entworfene, mittlerweile über 3000 Jahre umspannende Erzähluniversum und zeichnet die Geschichte Perry Rhodans erfreulich zugänglich nach. Die sehr erhellenden Texte werden aufgelockert durch zahlreiche Infokästen und teilweise kuriose Fotos, etwa von japanischen oder brasilianischen Lizenzausgaben. Die Chronik richtet sich in erster Linie an Fans der Serie, Neulingen wird sie den Einstieg merklich erleichtern, als Reislektüre auf dem eigenen Weg zu den Sternen.

Titel: Die Perry Rhodan Chronik, Band 1 (1961-1974). Biografie der größten Science Fiction-Serie der Welt
Autor: Michael Nagula
Verlag: Hannibal
Seitenzahl: 584 Seiten
Preis: 24,99 Euro
Bereits erschienen

Angekündigt: Band 2 (1974-1984), Mai 2011

car/pfj/news.de

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Leserkommentare (2) Jetzt Artikel kommentieren
  • schreder
  • Kommentar 2
  • 17.04.2011 19:49

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  • Christoph
  • Kommentar 1
  • 16.04.2011 11:52

Das Buch gibt es auch in einer preiswerteren eBook Ausgabe: http://www.beam-ebooks.de/ebook/18700

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