David Hasselhoff Der Albtraum vom «Knight Rider»-Film

David Hasselhoff ist verliebt in eine Waliserin (Foto)
David Hasselhoff ist frisch verliebt und hat auch deshalb wirklich gute Laune. Bild: dpa

Von news.de-Redakteurin Ines Weißbach, Hamburg
David Hasselhoff ist mit einem neuen Album zurück. Der 58-Jährige kann nicht nur singen, sondern auch wunderbar Geschichten erzählen. Dabei versucht er, so ehrlich wie möglich zu sein. Ein Gespräch über Raststättenbegegnungen, gute Gefühle und die neue Liebe.

David Hasselhoff hat bereits einen Interviewmarathon hinter sich. Er stellt gerade sein neues Album A Real Good Feeling in Deutschland vor. Dennoch ist er ausgesprochen freundlich und erzählt mit strahlenden Augen Geschichten aus seinem Leben.

Wie können Sie nur so gut drauf sein?

David Hasselhoff: Heute morgen bin ich aufgewacht und hatte die Nacht zuvor vom Knight-Rider-Film geträumt. Es war ein Albtraum, weil die Filmarbeiten so schlecht waren. Wir hatten zwei Filmteams und das erste hat einen völlig anderen Knight-Rider-Film ohne mich gedreht. Dann habe ich auch noch geträumt, dass wir nur auf Platz 46 der Charts eingestiegen sind. Als ich die Augen aufmachte, war ich in diesem wunderschönen Hotelzimmer und dachte, ich sei ausgebrannt, allein und ich interessiere mich gar nicht für die Charts oder sonst irgendwas. Dann habe ich mich aufgerichtet, tief geamtet (atmet langsam tief ein und aus), ein paar Gebete gesprochen, meditiert. Ich habe mich an Gott gewandt und ihn gebeten, mir zu helfen, diesen Tag zu schätzen und den Moment zu leben. Ich sollte glücklich sein, dass ich wieder zurück bin auf Tour, dass meine Kinder gesund sind. Ich freue mich, dass mein Vater noch lebt, dass ich ein nettes Mädchen gefunden habe, mit dem ich mein Leben teilen kann. Wir sind seit dem 24. November auf Tour, zweimal war ich in dieser Zeit kurz zuhause. Die restliche Zeit war ich in Europa.

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Ist das nicht auch sehr anstrengend?

Hasselhoff: Ja, eigentlich ist es brutal. Man hat zahllose Interviews am Tag, singt bei der Carmen-Nebel-Show, bei Stefan Raab oder Mario Barth, der übrigens ein sehr netter Typ ist. Jedes Mal, wenn ich Real Good Feeling singen soll, haben sie einen anderen Zusammenschnitt meines Songs. Du kannst nicht einfach live singen, weil das eben Fernsehen ist. Aber ich freue mich trotzdem sehr, zurück zu sein und das erleben zu dürfen. Ich bin sogar dankbar, wenn die Leute Sachen nach mir werfen.

Was zum Beispiel? Tomaten?

Hasselhoff: Nein, Unterwäsche. (lacht)

Sie sind während Ihrer Tour immer mit dem Auto unterwegs.

Hasselhoff: Ja, wir fahren mit dem Auto, weil fliegen mit dem ganzen Gepäck und den Leuten einfach zu verrückt ist. Selbst wenn wir fünf Stunden fahren müssen. Wir können dann die Landschaft genießen. So habe ich sehr viel von Deutschland, Österreich und der Schweiz gesehen.

Drehen die Leute dann nicht durch, wenn Sie an einer Raststätte anhalten?

Hasselhoff: Als ich das letzte Mal in Wales war und dieses Mädchen, mit dem ich mich treffe, besucht habe, habe ich mich auf dem Weg nach London verfahren. Ich habe an einer Tankstelle angehalten, um nach dem Weg zu fragen. Ich ging rein und sagte: «Hi». Die Frau hinterm Tresen machte Riesenaugen und konnte nichts erwidern.

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(David Hasselhoff reißt an dieser Stelle selbst seine Augen auf und stellt die Szene nach. Er übernimmt seine Rolle und die der Tankstellenangestellten. Bedächtig habe er nach dem Weg nach London gefragt und sie dann einfach aufgefordert, in die grobe Richtung zu zeigen. Die Geschichte endet mit einem jungen Waliser, der den Weg aufschreiben musste, weil der Sänger seinen Akzent nicht versteht.)

Hasselhoff: Wenn die Leute dann merken, dass ich nett bin, können sie sich normalerweise auch mit mir unterhalten. Ich mag das Abenteuer. Ich mag es auch, mich zu verirren. Meine Töchter machen sich immer Sorgen, weil das ständig passiert und es auch mal gefährlich werden kann. Aber am Ende ist alles wieder gut. (lacht)

Und Sie haben eine gute Geschichte zu erzählen.

Hasselhoff: Ganz genau. Vor zehn Jahren, als ich schon mal ein Comeback versucht habe - was aber offensichtlich nicht funktioniert hat (lacht), bin ich zu den Tankstellen gefahren und habe persönlich einige Exemplare meines Albums Looking For Freedom dort hingebracht, um sie für vier Dollar pro Stück zu verkaufen.

Ihr größter Hit Looking For Freedom ist auch wieder auf Ihrem aktuellen Album. Warum?

Hasselhoff: Es ist eine Uptempo-Nummer geworden. Wir waren völlig überrascht, dass so viele junge Leute, besonders Jungs, zu meinen Konzerten gekommen sind. Deren Eltern kannten Looking For Freedom, Crazy For You und Limbo Dance. Sie haben ihre Kinder sicher an die Musik herangeführt. Also sind diese Lieder auf der Platte ein Tribut an die Eltern, der den Kids zeigen soll, was mich berühmt gemacht hat. Ich habe übrigens erst ein ganz anderes Album gemacht. Auf The Romantics singe ich im Sinatra-Stil. Wenn ich in Amerika in Clubs auftrete, dann eher mit solchen Sachen. (Hasselhoff stimmt jetzt mit ausladender Geste stimmgewaltig einen Song an.) Das Album wurde allerdings noch zurückgehalten, weil ich zu der Zeit in der Jury von Britain's Got Talent saß und nicht in anderen Shows auftreten durfte. Dennoch war eine Tour gebucht. Ich musste also ohne Album auf Tour gehen. So haben wir aber gesehen, wer die Leute in meinem Publikum eigentlich sind. Wir haben herausgefunden, dass wir Zuschauer haben, die rocken und wirklich nur Party machen wollen. Deshalb haben wir nach der Tour nun ein Partyalbum herausgebracht. Ich habe wirklich für zweieinhalb Stunden gespielt und keiner hat den Raum verlassen. Als ich von der Bühne gegangen bin, habe ich es selbst kaum glauben können. «Mensch, ich bin verdammt alt und habe trotzdem eben für zweieinhalb Stunden auf der Bühne gestanden.» Meine Knie brachten mich um, aber ich wollte mehr und bin nochmal rausgegangen.

Ist es wichtig für Musiker, sich jünger zu verhalten als sie eigentlich sind?

Hasselhoff: Es ist wichtiger, dein Leben jede Sekunde zu genießen und das Meiste herauszuholen. Meine Mutter ist vergangenes Jahr gestorben. Einer meiner besten Freunde starb verdammt jung an einem Hirntumor. Er hatte eigentlich nur Kopfschmerzen und war sonst der gesündeste Mensch der Welt. So wie John Lennon gesagt hat: «Leben ist das, was passiert, während du eifrig dabei bist, andere Pläne zu machen.» Und da wusste ich, ich musste mein Leben und meine Ehe ändern, denn sie hat mich innerlich aufgefressen. Ich habe immer das Falsche gemacht, um alles in Ordnung zu halten. Als ich dann losgelassen habe, kam die gute Energie von allein.

Ich finde es ungewöhnlich, wie offen Sie über Ihr Privatleben sprechen.

Hasselhoff: Ich möchte, dass die Leute die Wahrheit erfahren. Wenn Journalisten über mich schreiben, ist das ganz oft Müll und stimmt nicht. Ich will meine Kinder beschützen, wir haben eine unglaubliche Beziehung. Sie lieben mich abgöttisch. Ich bin ehrlich zu ihnen, sie haben große Herzen und sagen auch nur die Wahrheit. Es ist eine Art, mich und meine Familie zu schützen.

Sie haben auch Ihre neue Lebensgefährtin erwähnt.

Hasselhoff: Sie ist gar nicht meine Lebenspartnerin, sondern ein Mädchen, das ich gerade begonnen habe zu treffen. Ich hatte sie schon vorgewarnt, dass sich ihr Leben ändern wird, wenn sie mit mir ausgeht. Sie kommt aus einer kleinen Stadt in Wales und alle Leute sind ganz verrückt geworden dort. Wenn wir uns jetzt sehen wollen, müssen wir das in einer anderen Stadt tun und uns verstecken. Ich habe auch ihre Eltern kennengelernt, sie sind sehr nett und bodenständig. Das ist es, was ich an ihr mag, sie ist ganz weit weg von diesen ganzen Dingen, die mein Leben sonst bestimmen. Wir reden über Filme und hängen rum. Das ist großartig.

Finden Sie es schade, dass die Deutschen Ihre andere künstlerische Seite gar nicht kennen?

Hasselhoff: Nein. Ich habe in Amerika im Musical Peter Pan Hoff The Hook gespielt, oder bei An Evening With David Hasselhoff ist alles entspannt, sehr cool und ich singe mit meinen Gästen wie Sammy Davis Junior. Wenn ich aber nach Deutschland komme, dann heißt es «Schlager!» und ich liebe es, wenn das Publikum die Arme nach oben reißt und sie hin- und herschwenkt.

(David Hasselhoff springt jetzt von seinem Stuhl auf. Nimmt die Arme nach oben, singt Like A Rhinestone Cowboy und wiegt seinen Körper nach links und rechts.)

Das deutsche Publikum klatscht auch sehr gern auf eins, zwei, drei und vier.

Hasselhoff: Ja genau. Vor sieben Jahren war ich in Magdeburg bei Carmen Nebel in der Show. Die meisten sprachen kein Englisch, aber sie konnten Rhinestone Cowboy singen. Diese beiden Wörter. (lacht) Das war verdammt lustig. Bei Stefan Raab habe ich Cindy aus Marzahn getroffen. Sie sagte zu mir, dass sie in Ostberlin kein Englisch gesprochen haben, aber wussten, was Looking For Freedom bedeutet.

Wahrscheinlich weil sie nach Freiheit Ausschau hielten.

Hasselhoff: Mit meinen Töchtern war ich für einen Auftritt in Gera und unser Fahrer erzählte ihnen gleich: «Wisst ihr eigentlich, wie berühmt euer Vater früher bei uns war?» Das hat die Geschichten, die ich meinen Kindern erzähle, viel greifbarer gemacht. Zum Beispiel, dass wir 1990 in Ostdeutschland auf Tour waren und in der ersten Reihe hat jeder einen Cowboyhut getragen.

Wenn Amerikaner nach Deutschland kommen, wundern sich ja auch manche, warum nicht alle Menschen hier Lederhosen tragen.

Hasselhoff: Dann sind die zu meinem Konzert gekommen, um den amerikanischen Cowboy zu sehen. (lacht)

Ihre erste Single des Albums ist It's A Real Good Feeling. Warum ein Coversong?

Hasselhoff: Ich musste sogar kämpfen, dass ich den auf das Album bekomme. Es gibt für mich eine spirituelle Verbindung zu dem Song. Ein Gentleman namens Eugen Jakob war mein erster Promoter, der mich 1989 zu Wetten, dass ..? brachte. Am Wetten, dass ..?-Abend hatte er eine Wette mit einem Journalisten, der sagte: «Dein Junge ist wirklich gut. Wenn ich dich unter den Tisch trinken kann, nehme ich ihn auf die letzte Seite meiner Zeitschrift, wenn du gewinnst, kommt er aufs Cover.» Sie haben das wirklich gemacht. In der Zwischenzeit war ich im Pool mit Tom Jones und ein paar Tänzerinnen. (lacht) Um vier Uhr morgens schaute ich nach ihnen. Eugen war auf dem Tisch eingeschlafen. Der Journalist sagte (David Hasselhoff steht wieder auf, torkelt wie der Journalist und spricht die folgenden Worte in Englisch mit deutschem Akzent): «Ich habe die Wette zwar gewonnen, du kommst trotzdem aufs Cover.» Danach hatten wir einen Riesenerfolg. Zwanzig Jahre später bekam Eugen dann Krebs und bevor er gestorben ist, sagte er zu mir, ich solle Real Good Feeling covern, das sein bester Freund Bernie Paul geschrieben hatte. Wir haben einen Rocksong daraus gemacht. Und außerdem zeigt der Titel genau, wie ich mich fühle - wirklich, wirklich gut.

Jetzt haben Sie ein Album veröffentlicht, aber es wird immer wieder gesagt, dass man als Musiker daran kein Geld mehr verdient.

Hasselhoff: Vieles wird aus dem Internet heruntergeladen. Die einzige Möglichkeit, Geld nach Hause zu schicken, für deine Familie, dein Haus, deine Ex-Frau, deine sieben Haustiere und dein Hausschwein aufzukommen, ist durch Konzerte und durch Merchandise. Immer wenn ich jemanden mit einem Don't-Hassel-The-Hoff-Shirt im Publikum sehe, denke ich: ‹Gott sei Dank, für die Miete ist gesorgt.› (David Hasselhoff lacht jetzt lauter) Wussten Sie, dass es in London sogar David-Hasselhoff-Partys gibt, bei denen sich die Leute als Michael Knight verkleiden?

Ich finde, da sollten Sie hingehen.

Hasselhoff: Das habe ich auch vor. Ich habe den Veranstalter schon vorgewarnt.

David Hasselhoff (58) wurde in den 1980er Jahren bekannt durch seine Rolle als Michael Knight in der Serie Knight Rider. Später spielte er in Baywatch gemeinsam mit Pamela Anderson. Besonders in Deutschland war er als Sänger erfolgreich. Jetzt bringt er sein Album A Real Good Feeling auf den Markt. Jahrelang wurde ihm nachgesagt, er glaube, mit seinem Song Looking For Freedom zum Fall der Mauer beigetragen zu haben. Insgesamt erhielt Hasselhoff weltweit über 45 Gold- und Platinauszeichnungen. In den vergangenen Jahren machte er eher durch Alkoholeskapaden auf sich aufmerksam.

Interpret: David Hasselhoff
Album: A Real Good Feeling
Plattenfirma: Ariola (Sony Music)
Erscheinungsdatum: 1. April 2011

ruk/phs/ivb/news.de

Leserkommentare (2) Jetzt Artikel kommentieren
  • Bianca
  • Kommentar 2
  • 08.04.2011 11:38

Nettes Interview! Hoffe ebenfalls auf eine gute Chartsplatzierung! Hätte ja so gerne mal David "Amerikanisch mit deutschem Akzent" reden hören *lol*

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  • sandy
  • Kommentar 1
  • 08.04.2011 11:09

na ich hoffe doch dass dieser Alptraum nicht Wirklichkeit wird auch der nicht mit platz 46 in den charts!!!! ich rechne mit einem platz um die 20 rum!! hoffentlich platz 19 und hoffentlich nicht platz 21!!!!! Aber endlich mal ein sehr schönes Interview und endlich einmal weiss die Presse nicht wo sich david versteckt hält mit seiner Gefährtin!!! und ich wünschte mir dass es so bleibt!!! aber wie ich unsere Presse so kenne wird das wohl ein traum von David und mir bleiben!! leider!!! bis jetzt hat es ja funktioniert!!

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