Von news.de-Redakteurin Anne Meyer-Gatermann, Berlin
Lola ist für alle da: Gerecht verteilt wurden die Preise bei der Verleihung des 61. Deutschen Filmpreises in Berlin. Vincent will Meer erhielt die Auszeichnung als bester deutscher Film. Das Drama Poll sahnte die meisten Preise ab.
Bei einer sehr emotionalen Gala sind am Abend im Berliner Friedrichstadtpalast zum 61. Mal die wichtigsten deutschen Filmpreise verliehen worden. Strahlender Sieger ist Florian David Fitz, der als bester Hauptdarsteller ausgezeichnet wurde und sich als Drehbuchautor des Films Vincent will Meer gleichzeitig über die Goldene Lola für den besten Film freuen kann. Für den 37-Jährigen ist das ein Riesentriumph: Fitz war bislang vor allem als Seriendarsteller in Erscheinung getreten.
Sein Film erzählt von einem jungen Mann, der unter dem Tourette-Syndrom leidet und aus einer Klinik ausbricht, um mit einem Neurotiker und einer Magersüchtigen ans Meer zu fahren.
Beste Hauptdarsteller: Sophie Rois und Florian David Fitz
Die Silberne Lola für den besten Film ging an Alamanya – Willkommen in Deutschland, über die bronzene Statuette dürfen sich die Macher von Wer wenn nicht wir freuen.
Tom Tykwers Tragikkomödie Drei, die mit sechs Nominierungen als Favorit in die Verleihung gegangen war, hat nur zwei Preise gewonnen, die allerdings in den Schwergewichtskategorien «Beste Regie» und «Beste Schauspielerin». Der Wuppertaler Regisseur erzählt darin von einem Paar, das sich in ein und denselben Mann verliebt. Sophie Rois bekam für ihre Rolle in dem Film den Preis für die beste Hauptdarstellerin, konnte ihn aber nicht selbst in Empfang nehmen, weil sie krank war.
Das Drama Poll hat mit vier Lolas die meisten Preise abgeräumt - in den Kategorien Szenenbild, Kamera, männlicher Nebendarsteller und Kostümbild überzeugen. Regisseur Chris Klaus schickt den Zuschauer auf darin auf eine Reise zum Vorabend des Zweiten Weltkrieges. Hier trifft die freigeistige Tochter eines Hirnforschers im Schuppen des Hauses einen Anarchisten.
Über zwei Exemplare der begehrten Dame in Gold dürfen sich außerdem die Macher von Das Lied in mir (Musik und beste Nebendarstellerin Beatrice Bencini) und Alamanya – Willkommen in Deutschland (Drehbuch und Silberne Lola) freuen.
Regisseur Wolfgang Kohlhaase (Sommer vorm Balkon) war während der Gala mit einem Ehrenpreis bedacht worden. Schauspieler, die in Filmen des 80-Jährigen mitgewirkt hatten, huldigten ihm und das Publikum beklatschte den Berliner mit stehenden Ovationen.
Während der Veranstaltung waren außerdem immer wieder Momente zum Gedenken an den im Januar gestorbenen Produzenten Bernd Eichinger eingeräumt worden.
2,85 Millionen Euro Preisgeld
Moderatorin Barbara Schöneberger hatte spritzig und einfallsreich durch den Abend geführt. Mehr als 1800 prominente Gäste waren erst über den roten Teppich flaniert und hatte dann in großer Robe die Gala verfolgt.
Preisgelder in einer Gesamthöhe von 2,85 Millionen Euro werden nach dem heutigen Abend den Besitzer wechseln. Damit ist der Deutsche Filmpreis die höchstdotierte Auszeichnung für den deutschen Film. Allein die Statuette für den besten Film bringt den Preisträgern 500.000 Euro ein. 250.000 Euro fließen für die Nominierung, bei einem Sieg wird die Summe verdoppelt.
Die goldene Dame wird in 16 Kategorien vergeben, die 1100 Mitglieder der Deutschen Filmakademie wählen die Preisträger in einem komplexen Verfahren, das aus drei Stufen besteht.
cvd/news.de