Von news.de-Redakteurin Claudia Arthen
Vorsicht, Fußballalarm im Fernsehen! Wer dem entgehen möchte, kann wählen zwischen Jürgen Vogel und Jennifer Aniston. Oder zwischen Stasi-Drama und Horrorstreifen. News.de stellt die Spielfilm-Alternativen für den heutigen Fußballabend vor.
Das Leben der Anderen
Von der Kritik wurde er seinerzeit als «einer der spannendsten deutschen Filme der jüngsten Zeit» gefeiert: FLorian Henckel von Donnersmarcks Das Leben der Anderen lief vor fünf Jahren erfolgreich im Kino und wurde im Jahr 2007 völlig zu Recht mit dem Oscar für den besten fremdsprachigen Film ausgezeichnet.
Der Südwestrundfunk (SWR) wiederholt das Polit-Drama heute Abend. Eine Gelegenheit, den 2007 an Krebs gestorbenen Schauspieler Ulrich Mühe in einer seiner vielen Glanzrollen zu sehen. Mühe spielt den linientreuen Stasi-Hauptmann Wiesler, der im Ostberlin des Jahres 1984 die Pläne eines Künstlerpaares (Martina Gedeck und Sebastian Koch) ausspionieren soll. Doch die Begegnung mit dem «Leben der Anderen» macht den Lauscher zum Zweifler.
Von Donnersmarck hat sich nach seinem hochgelobten Regiedebüt vier Jahre Zeit für seinen neuen Film gelassen. Für das Resultat - The Tourist - erntete er jedoch vor allem Hohn und Spott.
Das Leben der Anderen, Dienstag, 5. April, 22.30 Uhr, SWR
Vom Atmen unter Wasser
Auch dieser Film hat es in sich - und das liegt vor allem an der eindringlichen Darstellung von Andrea Sawatzki: Sie spielt in Vom Atmen unter Wasser - zu sehen bei 3sat - eine Frau, die so verzweifelt ist, dass sie sich das Leben nehmen möchte.
Ihre Tochter Sarah ist tot. Seit einem Jahr. Der 16-jährige Teenager wurde ermordet, und ihre Mutter Anna droht daran zu zerbrechen. Sie versinkt immer tiefer in Trauer, während sich der Vater (Thorsten Merten) in eine Affäre flüchtet.
Regisseur Winfried Oelsner und Autorin Lisa-Marie Dickreiter gelingt ein bewegender Spielfilm, der erzählt, wie die Trauer eine Familie aushöhlt und ein Sohn (Adrian Topol) Verantwortung übernimmt, zu der seine Eltern nicht mehr fähig sind.
Das Drama ist Teil einer Themenwoche bei 3sat mit dem Titel «Was am Ende zählt»; ab 22.55 Uhr folgen Fragen - Philosophie im Gespräch und der Dokumentarfilm Tote schweigen nicht.
Vom Atmen unter Wasser, Dienstag, 5. April, 20.15 Uhr, 3sat
Mutterglück
Der Titel ist irreführend. Denn Mutterglück empfindet Joachims Frau Ana (Viktorija Malektorovych) ganz gewiss nicht. Der Bauer Joachim (Jürgen Vogel) muss sich nach der Hochzeit vielmehr fragen, ob seine aus Ex-Jugoslawien stammende Frau eine Lügnerin und Kindsmörderin ist.
Der Verdacht keimt auf, als der Sohn beim Angeln ertrinkt und dann auch noch der tot geglaubte erste Ehemann von Ana wieder auftaucht. Das klingt nach einem packenden Trip in seelische Abgründe, den der Bayerische Rundfunk im Programm hat.
Mutterglück, Dienstag, 5. April, 21.45 Uhr, Bayerischer Rundfunk
Liebe in jeder Beziehung
Wem nach einer Komödie zumute ist, der schaltet Super RTL ein - und trifft auf Jennifer Aniston. Die hat sich in den vergangenen Jahren zu einer echten Expertin für Beziehungskomödien entwickelt und ist hier in einem ihrer früheren Filme zu sehen: Liebe in jeder Beziehung aus dem Jahr 1998.
Aniston spielt darin die schwangere Nina, die ihren schwulen Untermieter George (Paul Rudd) als Ersatzpapa engagiert. Zum Glück ist Liebe in jeder Beziehung keine dieser belanglosen Komödien, sondern erfrischend anders. Passiert doch nicht unbedingt immer das, was der gemeine Happy-End-Zuschauer erwartet. Ist es nun möglich, einen homosexuellen Partner zu bekehren oder nicht? Diese Frage dürfen sich die Zuschauer in diesem Film bis zum Ende stellen - wenn es nicht irgendein Dussel vorab verrät.
Liebe in jeder Beziehung, Dienstag, 5. April, 20.15 Uhr, Super RTL
In 3 Tagen bist du tot
Mit einem Schocker beendet das ZDF den Filmabend: In 3 Tagen bist du tot lautet der Titel des Horrorstreifens und die Botschaft einer SMS. Die erhalten fünf frischgebackene Abiturienten von einem unbekannten Absender, während sie fröhlich ihren Schulabschluss feiern. Aber mit der Fröhlichkeit ist es bald vorbei, als ein Mitglied der Clique plötzlich verschwindet und wenig später tot auf dem Grund eines Badesees gefunden wird.
Der Streifen von Andreas Prochaska wurde 2006 als der erste erfolgreiche österreichische Slasherfilm gefeiert (die Fortsetzung folgte 2008), wobei der Regisseur allerdings bei Teenie-Schockern nach bewährten US-amerikanischen Muster (Ich weiß, was du letzten Sommer getan hast) abgekupfert hat. Nur den Ösi-Akzent findet man so in keinem anderen Horror-Vorbild.
In 3 Tagen bist du tot, Dienstag, 5. April, 0.20 Uhr, ZDF