Von Axel Schock
Christine Neubauer ist mal wieder auf Mission. Diesmal in Sachen Minenopfer. Im ZDF spielt die Schauspielerin eine Lehrerin, die nach Angola kommt, «um was zu ändern». Gemeinsam mit Hannes Jaenicke entschärft sie Landminen.
Mehr als 100.000 Menschen in Angola leben mit Verletzungen und Verstümmelungen, verursacht durch Landminen – perfide Überreste des 2002 beendeten Bürgerkrieges. Rund eine Million Minen bedrohen weltweit das Leben unschuldiger Menschen. Der Kabarettist Dieter Hildebrandt bezeichnete sie einmal treffend als «die niederträchtigsten und hinterhältigsten Waffen» der Menschheit.
Um auf die anhaltende Gefahr von Minen und Blindgängern aufmerksam zu machen, haben die Vereinten Nationen den 4. April zum «Tag der Minenaufklärung» gemacht. Zu diesem Anlass zeigt das ZDF nun auch sein Drama Die Minensucherin. Regisseur Marcus O. Rosenmüller versucht mit populären Mitteln, ein breites Publikum für ein brisantes Thema zu interessieren, das in den Nachrichtenmedien kaum mehr Beachtung findet.
Christine Neubauer, Quotengarantin im deutschen Fernsehen und bereits vielfach erprobt als Powerfrau in schwierigen Lebenslagen von der Agentin bis zur Landärztin, ist nun also in Angola im Einsatz. Sie spielt die idealistische wie resolute Nina Schneider, die sich für einen Freiwilligeneinsatz als Lehrerin in einer Dorfschule gemeldet hat.
Tatkräftig repariert sie nach ihrer Ankunft erst einmal gemeinsam mit ihren kleinen Schützlingen das zerstörte Schuldach. Weil es an Baumaterial mangelt, verwendet die findige Bauingenieurin dafür kurzerhand leere Plastikflaschen. Daran, dass unter den Kindern einige durch Minen verkrüppelt sind, muss sich Nina gewöhnen. Als aber vor ihren Augen ihre aufgeweckte Schülerin Mumbi (Zainab Ebrahim) von einer im staubigen Wüstensand verborgenen Tretmine zerfetzt wird, löst dies bei Nina ein fürchterliches Trauma und Schuldgefühle aus.
Von der Schule zum Minenräumkommando
Kurzerhand quittiert sie ihren Job an der Schule und meldet sich bei einem Minenräumkommando. Vor allem junge Angolaner haben sich zu dem Ausbildungskurs unter dem knorrigen Minen-Experten Mike Mason (Hannes Jaenicke) gemeldet. Für sie erscheint dieser lebensgefährliche Job der einzige Weg, um ihre Familien ernähren zu können. Gemeinsam soll ein Kupferbergwerk von Minen befreit werden, um so den Menschen vor Ort wieder einen Arbeitsplatz und wirtschaftlichen Aufschwung zu ermöglichen.
Wie gefährlich ihr Einsatz ist, erlebt Nina in den ersten Filmminuten am eigenen Leibe. Weil sie einen Moment lang durch einen flatternden Schmetterling abgelenkt wird, macht sie einen fatalen Schritt in die falsche Richtung und steht auf einer Mine. Jede unbedachte Bewegung kann diese zur Explosion bringen. Während Mason und sein Team versuchen, Nina zu retten, werden die Ereignisse der zurückliegenden Wochen ihres Lebens in Rückblenden erzählt.
Christine Neubauer hat für den Film eine Ausbildung zur Minensucherin absolviert. Im Interview mit news.de sagt sie: «Ich weiß, wie man sich auf einem Minenfeld auf den Knien fortbewegt und mit einem Gerät im Boden stochernd nach Landminen sucht.» Sie habe auch gelernt, Minen zu entschärfen, traue sich das aber in der Realität nicht zu.
Dem Drehbuchautorenteam Susanne Beck, Thomas Eifler und Marcus O. Rosenmüller mag man bei ihrem Film nur beste aufklärerische Absichten unterstellen. Allerdings knirscht die holzschnittartige Dramaturgie unter der plumpen Art und Weise, wie Fakten und Zahlen in unglaubwürdige wie banale Dialoge gepackt wurden. Die Minensucherin mag zwar kein herausragendes, spannendes oder ergreifendes Fernsehdrama geworden sein, vielleicht gelingt es dem Film aber, die öffentliche Diskussion um das Problem neu entfachen.
Bestes Zitat: «An diesen Anblick müsst ihr euch gewöhnen. Angola ist voller Minenopfer.»
Titel: Die Minensucherin
Regie: Marcus O. Rosenmüller
Darsteller: Christine Neubauer, Hannes Jaenicke, Heikko Deutschmann und andere
Sendetermin: Montag, 4. April, 20.15 Uhr, ZDF