«Nintendogs + Cats» Vergiss nicht, die Konsole zu füttern!

Nintendogs + Cats (Foto)
Wie Hund und Katze? Bei Nintendogs + Cats kann das vierbeinige Gespann auch Freundschaft schließen. Bild: Nintendo

Von news.de-Redakteurin Mandy Hannemann
Fiese Verkaufsmasche von Nintendo: Hunde- und Katzenkinder einspannen, um Spiele zu verkaufen. Aber es dürfte funktionieren, denn dank 3D-Technologie ist Nintendogs + Cats noch ein bisschen realistischer als der Spielvorgänger. Hundescheiße inklusive.

Streicheln und spielen, toben und auf dem Rücken wälzen - was ist ein Hundeleben doch für ein Spaß. Vor allem, weil der Mensch sich um alle Notwendigkeiten kümmert. Das gilt für das echte Leben genauso wie für die digitale Existenz in Nintendos aktuellem Spiel Nintendogs + Cats. Nintendo hat damit das bereits bekannte Spiel Nintendogs für den neuen Handheld Nintendo 3DS adaptiert und in drei Varianten auf den Markt gebracht - mit Schwerpunkt auf Golden Retriever, Französischer Bulldogge und Zwergpudel.

«Nintendogs + Cats»
Lass die Hunde tanzen

Das Spiel, das sich vor allem an Kinder richtet, aber auch manchen Erwachsenen in seinen Bann zieht, bietet zum Start neun Hunderassen, unter denen der eigene Welpe ausgewählt werden kann. Hat der Spieler später genug Geld verdient, kann er im Zwinger weitere Hunde oder auch Katzenkinder erwerben und dem eigenen digitalen Haushalt hinzufügen.

Das Spiel ist vor allem eines: auf Langfristigkeit angelegt. Mit Streicheln, Füttern und Spazierengehen allein ist es nicht getan. Der ausgewählte Welpe muss gebürstet und einshamponiert werden, wenn er sich in einer Pfütze gesuhlt hat; der Vierbeiner muss trainiert werden - kann pro Tag aber nur drei Tricks lernen; und er muss an Wettbewerben teilnehmen, damit Herrchen oder Frauchen genügend Euro verdient, um für Futter, Spielzeuge, Besuche im Hundecafé und Möbel für das eigene Haus finanziell liquide zu sein. Das Training für die Wettbewerbe braucht viel Zeit. Innerhalb eines Tages einen ersten Platz zu belegen, ist kaum möglich. Zudem können die Spieler nur zweimal täglich pro Disziplin mit ihrem Tier antreten.

«Nintendogs + Cats»
Digitales Gassi-Gehen
Video: Nintendo

Gassi gehen im Kulisseneinheitsbrei

Das verdiente Geld können die Tierbesitzer in sechs Shops verprassen, die Notwendiges, aber auch allerlei Tand verkaufen. Die Geschäfte lassen sich entweder direkt per Menü besuchen oder aber bei den Spaziergängen ansteuern. Der tägliche Auslauf ist aber nur begrenzt unterhaltsam: Mehr als die brave Vorstadt, eine Strandpromenade und bewaldete Bergwege gibt es nicht. Alle Spazierwege sind schnurgerade angelegt, bieten mit gelegentlich wechselnden Wettersituationen und nicht immer zugreifbaren Abstechern - etwa in den Park - aber kaum Abwechslung. In jedem Fall enden sie damit, dass plötzlich das eigene Haus am Ende des Weges auftaucht.

Bisweilen stehen Geschenkpäckchen auf der Straße herum oder tauchen nach erfolgreich absolviertem Slalom auf. Sie enthalten Gegenstände, mit denen der Hund toben kann. Alternativ kann der Spieler sie - allerdings nur in vorgegebener Zahl und Kombination - eintauschen. Auf die Dauer ist das recht ermüdend. Da hätte sich Nintendo sicherlich mehr einfallen lassen können.

Grundsätzlich muss sich etwas Verantwortungsgefühl entwickeln, um allen Bedürfnissen des Tieres gerecht zu werden. Einschließlich der Tatsache, dass die Hundekacke beim Spaziergang eingesammelt und nicht liegengelassen wird. Doch mit einem echten Haustier sind Hund und Katze in der im Spiel gebotenen Vielfalt bei weitem nicht zu vergleichen. Wer also auf dem 3DS sein Tier mit Konsequenz und aller Notwendigkeit betreut, ist in der Realität dazu noch lange nicht in der Lage.

Hundetraining mit Stimme und 3D-Effekt

Hilfestellungen gibt das Spiel reichlich. Das gilt nicht nur für elementare Tierbedürfnisse wie Hunger oder Durst. Auch mit Artgenossen zu spielen oder wie Kunststücke am besten trainiert werden, erklärt das Spiel immer wieder mit kurzen, gut lesbaren Textfeldern mit guter Buchstabengröße.

Nintendo 3DS
Unter Hunden und Prüglern
Video: Nintendo

Von Vorteil sind die immer wieder auftauchenden Hinweise, nach 30 Minuten Spielzeit eine Pause einzulegen. Denn trotz aller einfachen Bilder: Der 3D-Effekt wirkt auch bei diesem Spiel nicht unerheblich stark auf die Augen.

Technisch ist Nintendogs + Cats gut gelungen. Die Steuerung ist im wahrsten Sinne des Wortes kinderleicht. Alles wird per StylusKleiner Plastikstift zur Eingabe von Befehlen auf Touchscreens. navigiert. Die Menüfelder sind aber auch groß genug, um mit dem Finger auf dem Touchscreen die nötigen Befehle einzugeben. Wesentliches Element ist zudem die Sprachsteuerung. Die Hundewelpen hören aber nicht nur auf ihren Namen. Auch alle Befehle - etwa für Sitz, Platz und andere Kunststücke - werden per Stimme erteilt. Allerdings muss alles klar ausgesprochen werden, sonst reagiert das Mikrofon träge und das digitale Haustier kann damit nichts anfangen. Gleiches gilt, wenn der Pegel des Hintergrundlärms beim Spieler zu hoch ist.

Nintendo 3DS
Im Rausch der Raumtiefe
Video: news.de

Das Spiel greift außerdem auf die besonderen Features des Handhelds zurück. Dazu gehört zunächst der integrierte Schrittzähler: Gassgehen per Schrittzähler aktivieren, die Konsole bei laufendem Spiel zugeklappen und in die Hosentasche stecken. Dann werden die Schritte gezählt - was den Hund in Bewegung hält und dem Spieler neue Spielmünzen einbringt, die er in vielen anderen Spielen eintauschen kann.

Beim Gehorsamkeitstest setzt Nintendo auf Augmented Reality (AR). Unter die vom Spiel aktivierten Kameras wird eine AR-Karte gelegt, der eigene Welpe wird in der realen Umgebung des Spielers simuliert und muss dort auf antrainierte Befehle reagieren. Und per StreetPass lassen sich die erreichten Halterpunkte vergleichen sowie Geschenke und Nachrichten austauschen.

Wichtig ist in jedem Fall, den Nintendo 3DS so wenig wie möglich wackeln zu lassen. Denn wer zu sehr wackelt, weicht vom idealen Blickwinkel ab. Mit Gaming Sickness ist bei diesem Spiel aber nicht zu rechnen, weil die Bildwechsel der Spielelemente nicht temporeich genug ist.

Fazit. Die Kombination aus Tierpflege, damit einhergehender Verantwortung, Langfristigkeit und Wettbewerbselementen birgt langfristige Spielunterhaltung. Bewusst haben die Entwickler darauf geachtet, punktuelle Spielaktivierung statt Dauerzocken zu forcieren. Technisch greift das Spiel vielfältig auf die Möglichkeiten des Nintendo 3DS zurück. Ausgereizt wird die Grafikleistung dabei aber nicht.

Für Kinder ist das Spiel durchaus geeignet. Enttäuschend ist allerdings, dass die Themen Tierkunde und Tierarzt ausgelassen wurden. Als Haustierersatz für Oma ist das Spiel aber zu eintönig.

Titel: Nintendogs + Cats
Genre: Simulation/Tiere
Publisher: Nintendo
Entwickler: Nintendo
Preis: zirka 40 Euro
Sprache: deutsch
USK: freigegeben ab 0 Jahren
Altersempfehlung der Redaktion: ab 10 Jahre
Plattform: Nintendo 3DS
Veröffentlichungsdatum: März 2011
Weiterspielen: Pilotwings Resort (Nintendo 3DS), Nintendogs (Nintendo DS)

sis/zij/news.de

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