So., 27.05.12

Spreewaldkrimi 28.03.2011 Mord und Totschlag im Märchenwald

Spreewaldkrimi (Foto)
Selbst die Polizei kommt ohne Kanus hier nicht weit. Bild: ZDF

Von news.de-Redakteur Cord Krüger

Verfolgungsjagden im Kanu, eine Familie in Angst und ein Säckchen gestohlener Diamanten: Im vierten Spreewaldkrimi Die Tränen der Fische wird ein Exknacki zum Helden. Der exzellente TV-Film glänzt mit kinoreifer Atmosphäre.

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Einsatzkommandos der Polizei hat man im Fernsehen schon vielerlei Gefährte benutzen sehen, seien es Busse, Hubschrauber oder Schnellboote. Aber ein Kanu? Es sieht geradezu putzig aus, wie die schwer bepackten und vermummten Männer da in ihrem schmalen Kanadier hocken. Aber ihnen bleibt keine Wahl. Im Spreewald ist das Kanu das Transportmittel der Wahl.

Herzlich willkommen in Die Tränen der Fische, dem vierten Krimi einer Reihe, in der vieles anders und manches besser ist als im Rest der TV-Krimirepublik. 15 Jahre musste Harry Ritter ( Uwe Kockisch) für einen Diamentenraub ins Gefängnis. Zwei Mittäter hat er nie verraten, die Beute jedoch gut versteckt. Just als er entlassen wird, liegt ein ehemaliger Komplize tot im Gras. Polizei und Staatsanwaltschaft ermitteln zunächst in die falsche Richtung. Dass Harry Ritter der Vater des Staatsanwalts ist, ahnt nur einer: Komplize Schlange (Henry Hübchen) steht plötzlich bei seinem alten Weggefährten auf der Matte. Er will die Diamanten.

Zugegeben, der Fall liest sich verworren, hantiert mit verschiedenen Zeitebenen und schleppt viel überzähliges Personal mit sich herum. Dennoch ist Die Tränen der Fische ein ganz famoser TV-Krimi, weil er ein hochspannendes Konfliktnetz zwischen den Hauptfiguren zu knüpfen versteht. So muss Exsträfling Ritter die Familie seines Sohnes schützen, obwohl dieser mit ihm gebrochen hat. Drehbuchautor Thomas Kirchner löst das Drama in einem absolut überzeugenden Finale auf.

Fernsehen auf Kinoniveau

Das ZDF hebt seine Spreewaldkrimis wegen der «Landschaftspoesie» des «melancholischen Zauberwaldes» und der «magisch-märchenhaften» Atmosphäre hervor. Das stimmt nur, solange man die ewig gleichen Münchner Vororte aus Derrick oder dem Alten zum Vergleich heranzieht oder die nüchterne Tristesse typischer Tatort-Schauplätze. Die Spreewaldkrimis unterscheiden sich davon schon dadurch, dass es überhaupt mal Atmosphäre und interessante Handlungsorte gibt.

Eine Kanufahrt in einem Auengebiet macht einfach viel mehr her als zum x-ten Mal zwei Kommissaren beim Autofahren zuzusehen. Auch verfallene Landhäuser und ein lediglich von Fackeln und Lampignons beleuchteter Altstadtmarkt sind visuell äußerst spannend. Letzterer wurde mit viel Liebe ausgestattet und kameratechnisch anspruchsvoll in Szene gesetzt. Hier hat deutsches Fernsehen endlich einmal Kinoqualität.

Trotzdem hat nicht alles Hand und Fuß: Anja Klings Nebenfigur ist so überflüssig wie die ganze Ermittlungssackgasse um die Machenschaften des Hotelbesitzers oder die leichte Schrittverschiebung in den Zeitebenen. Die Erklärung des Titels ist arg bemüht und die Figur des Polizisten trägt eigentlich rein gar nichts zur Lösung des Falles bei. Ein Kommissar als fünftes Rad am Krimiwagen? Drücken wir es positiv aus: Die Tränen der Fische ist ein derart guter Krimi, dass er dem Genre glatt entwachsen ist.

Bestes Zitat: «Wenn ich mich frage, ob irgendetwas von dem, was ich in den letzten Jahren angestellt habe, mein Leben verbessert hat, fällt die Antwort erschreckend aus.» (Harry Ritter)

Titel: Spreewaldkrimi - Die Tränen der Fische
Regie: Thomas Roth
Darsteller: Christian Redl, Uwe Kockisch, Matthias Koeberlin, Henry Hübchen
Sendetermin: Montag, 28. März, 20.15 Uhr im ZDF

sua/ivb/news.de
Leserkommentare (2) Jetzt Kommentar zum Artikel schreiben
  • Plinsen
  • Kommentar 2
  • 28.03.2011 14:55
 

...und wenn Herr Krüger dann noch "Lampignons" leuchten läßt, unterstreicht er damit eindrucksvoll seine Rechtschreibe-Kompetenz!

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  • Plinsen
  • Kommentar 1
  • 28.03.2011 14:46
 

Der Redakteur ist ein Ignorant! Die Polizisten sitzen nicht im Kanu oder Kanadier, sondern fahren mit dem Spreewald-typischen KAHN, der mit einem Rudel gestakt wird! Redakteur Cord Krüger hat vom Hintergrund des Films offensichtlich nicht den Hauch einer Ahnung, meint aber, schreiben zu müssen! Einfach nur traurig.

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