Eine Bilderstrecke dokumentiert die vermeintlich unbeschwerten Stunden vor dem Beben in Japan. Die «normalen» Bilder stehen in heftigem Kontrast zu den Schreckensbildern, die nur wenige Stunden später überall zu sehen waren.
Es sind Bilder, wie sie normaler nicht sein könnten: Ein Passagier knipst das Rollfeld des Flughafens Haneda in Tokio, die deutschen Judoka trainieren in einer Universitätssporthalle im Südwesten Japans. Und ein kleines Mädchen strebt mit einem quietschbunten Rucksack auf dem Rücken dem Ausgang eines Parks entgegen. Diese Bilder sind alle am Tag des folgenschweren Erdbebens in Japan entstanden.
Das Magazin der Süddeutschen Zeitung hat 30 Fotos versammelt, die alle in den Stunden vor dem Erdbeben, vor dem Tsunami und vor der Nuklearkatastrophe von Fukushima geschossen wurden. Im Nachhinein werden die Schnappschüsse mit Bedeutung aufgeladen, die die Fotografen natürlich nicht im Sinn hatten, als sie genau diese Motive wählten.
Die Bilder dokumentieren neben den vermeintlich unbeschwerten Stunden vor der verhängnisvollen Naturkatastrophe noch mehr: die gewaltigen Datenmengen, die in modernen Gesellschaften erzeugt werden. Neben einigen Mails, in denen die Fotos an die Redakteure des SZ-Magazins gingen, wurde einfach in Foto-Communities gesucht. Die Kollegen nutzten höchst professionell die Umschreibung «bekamen wir aus Foto-Communities im Internet».
Egal, wie sie in die Beilage der Tageszeitung gerieten, die Bilder bewegen in jedem Fall und lassen Raum für eigene Interpretationen. Es ist vor allem eines: Kopfkino mit Katastrophenhintergrund.
ruk/ivb/news.de