Film «Ende einer Ära» - Hollywood-Legenden sterben aus

Elizabeth Taylor hatte alles, was einen Star ausmacht: umwerfende Schönheit, Leinwandpräsenz, Millionengagen, acht Hochzeiten, zwei Oscar-Trophäen, unzählige Titelbilder und Skandalschlagzeilen über Affären und Alkoholexzesse.

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«Ende einer Ära» - Hollywood-Legenden sterben aus Bild: dpa

Los Angeles (dpa) - Elizabeth Taylor hatte alles, was einen Star ausmacht: umwerfende Schönheit, Leinwandpräsenz, Millionengagen, acht Hochzeiten, zwei Oscar-Trophäen, unzählige Titelbilder und Skandalschlagzeilen über Affären und Alkoholexzesse.

Sie hatte teure Juwelen, glamouröse Freunde und als Aids-Aktivistin eine Aufgabe, für die sie sich unermüdlich einsetzte. Kein Superlative wird ausgelassen, um die «schönste Frau der Welt» und die «größte Filmgöttin aller Zeiten» gebührend zu würdigen. Taylors Tod am Mittwoch im Alter von 79 Jahren hat in Hollywood ein schwarzes Loch hinterlassen.

«Das ist das Ende einer Ära», lamentierte die amerikanische Schauspielerin und Sängerin Barbra Streisand. «Es war nicht nur ihre Schönheit und ihre Berühmtheit. Es war ihre Humanität». Elton John trauerte einem «Hollywood-Giganten» nach. «Sie war der glamouröseste und verführerischste Star unserer Generation», schwärmte Taylors Kollegin Debbie Reynolds (78). «Niemand konnte Elizabeths Schönheit und sexueller Ausstrahlung gleichkommen. Frauen schätzten sie und Männer beteten sie an...». Joan Collins pflichtete bewundernd bei: «Sie war die Letzte der wahren Hollywood-Ikonen».

Zuletzt trauerte die Filmwelt der als Sex-Göttin gefeierten Jane Russell nach, die Ende Februar mit 89 Jahren gestorben war. Im vorigen September nahm Hollywood von dem 85-jährigen Tony Curtis Abschied, der in «Manche mögen's heiß» (1959) an der Seite von Marilyn Monroe und Jack Lemmon glänzte. Mit Taylor ist nun eine weitere der Hollywood-Legenden verschwunden.

1999 gab das renommierte American Film Institute (AFI) seine Liste der 50 größten «Leinwand-Legenden» heraus. Die je 25 Frauen und Männer wurden an ihrem Talent, an Charisma, Bekanntheit und Bedeutung gemessen. Sie mussten schon vor 1950 in der goldenen Ära Hollywoods vor der Kamera gestanden haben. Die Damenriege wurde von Katharine Hepburn, Bette Davis und Audrey Hepburn angeführt. Elizabeth Taylor schaffte es auf den siebten Platz. Die Spitzenplätze der männlichen Legenden gingen an Humphrey Bogart, Cary Grant und James Stewart. Von den 50 Stars sind heute noch fünf am Leben: Lauren Bacall (86), Shirley Temple (82), Sophia Loren (76), Kirk Douglas (94) und Sidney Poitier (84).

Taylor war einer der letzten Zöglinge von Hollywoods mächtigem Studiosystem, der erfolgreich zum Megastar avancierte. Als Zehnjährige wurde sie vom Studio MGM gewissermaßen eingekauft und mit der Hauptrolle in einem «Lassie»-Film zum Kinderstar aufgebaut. Als sie mit 18 Jahren den Hotelerben Conrad Hilton Jr. heiratete, richtete MGM die teure Feier in einem Country-Club aus. Doch die Image-Kontrolle ging nicht lange gut.

Taylor, die meistfotografierte Frau ihrer Zeit, zierte bald die Titelseiten der Klatschblätter. In einem der größten Liebesskandale Hollywoods ließ sich der Sänger Eddie Fisher, mit dem Debbie Reynolds zwei Kinder hatte, von der Blondine scheiden und wurde Taylors vierter Ehemann. Neun Tage nach der Scheidung von Fisher gab sie Richard Burton ihr Ja-Wort. Die streitsüchtigen «Battling Burtons» lieferten sich und den Paparazzi ein leidenschaftliches Ehedrama mit Scheidung und Wiederheirat.

Taylor war eine clevere Geschäftsfrau, die es den heutigen Topverdienerinnen wie Julia Roberts, Angelina Jolie und Jennifer Aniston vormachte. Als «Cleopatra» (1963) war sie die erste Schauspielerin, die für ihre Rolle eine Million Dollar abkassierte. Mit Parfüms und Schmuck machte sie neben der Schauspielerei ein Millionengeschäft.

Sie hörte nie auf, eine Diva zu sein. Nur mit Schminke und eleganter Garderobe verließ sie ihr Haus. Schnappschüsse im Jogginganzug, die heute von fast jedem Promi die Runde machen, gibt es von Taylor nicht. Ihren 75. Geburtstag feierte die Glamour-Queen im Rollstuhl, mit Juwelen behangen, in einem Nobelhotel in Las Vegas. Trotz ihrer vielen Gebrechen trat sie unermüdlich als Aids-Aktivistin auf. Bis zuletzt meldete sie als «DameElizabeth» auch mit Twitterbotschaften zu Wort.

Mit ihrer Schönheit und ihren Skandalen, als Stil-Ikone und als Wohltäterin für bedürftige Menschen hat Angelina Jolie (35) ein wenig von Taylors Zügen. Als «Cleopatra» könnte sie bald auch künstlerisch in ihre Fußstapfen treten. Im vergangenen Oktober schwärmte James Cameron davon, den Stoff erneut zu verfilmen, am liebsten mit Angelina Jolie in der Rolle der schönen Herrscherin des alten Ägypten und noch monumentaler in 3D.

news.de/dpa

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