Von news.de-Redakteurin Corina Broßmann
In Marco W. - 247 Tage im türkischen Gefängnis spielt sie seine Mutter. Gegenüber news.de erklärt Veronica Ferres, warum sie auch privat fest an Marcos Unschuld glaubt.
Was hat sie besonders an dem Stoff fasziniert?
Veronica Ferres: Ich konnte es damals schon nicht verstehen, wie ein Jugendlicher - Marco war ja 2009 noch minderjährig - 247 Tage in Untersuchungshaft kommen konnte. In einem Fall, bei dem kurz nach der Tat durch ein medizinisches Gutachten bewiesen wurde, dass das angeblich vergewaltigte Mädchen noch Jungfrau war.
Sie glauben also an Marcos Unschuld?
Ferres: Ich glaube an seine Unschuld. Sonst hätte ich den Film nicht machen können.
Was lernen wir aus Marco W. - 247 Tage im türkischen Gefängnis Neues über den Fall?
Ferres: Der Film hat auch für mich unglaubliche Tatsachen ans Licht gebracht, die ich noch nicht aus den Nachrichten kannte und die den Sachverhalt erklären. Es war eine unglückliche Verkettung von Missverständnissen, die dazu geführt haben, dass Marco inhaftiert wurde.
Haben Sie Marcos Mutter Martina Weiss, die Sie im Film spielen, persönlich kennengelernt?
Ferres: Ja. Sie hat mir sehr eindringlich vermittelt, dass es ein unfassbares Gefühl gewesen sein muss, ihren Sohn über so lange Zeit mit erwachsenen Schwerbrechern auf engstem Raum in einer Großraumzelle zu wissen.
Warum saß Marco überhaupt zwischen erwachsenen Mördern ein?
Ferres: In der Türkei wird kein Unterschied zwischen Jugend- und Erwachsenenstraftätern gemacht.
Was halten Marcos Eltern von der Sat.1-Verfilmung?
Ferres: Beide waren bei den Vorbereitungen sehr stark in das Drehbuch involviert. Sie waren bei Dreharbeiten und auch bei der Premiere letzte Woche in München dabei und Ihnen gefällt der Film sehr. «Ein großartiges Werk» haben sie gesagt.
Marco W. - 247 Tage im türkischen Gefängnis, heute, 20.15 Uhr auf Sat.1
sua/news.de