Fernsehen Mord in bester Familie

Im Dorf war alles in bester Ordnung. Familie Lorenz führte das hiesige Sägewerk, bot den Menschen Arbeit und thronte dafür fürstlich über allen Dingen.

Mord in bester Familie (Foto)
Mord in bester Familie Bild: dpa

Berlin (dpa) - Im Dorf war alles in bester Ordnung. Familie Lorenz führte das hiesige Sägewerk, bot den Menschen Arbeit und thronte dafür fürstlich über allen Dingen.

Familienpatriarch Reinhardt Lorenz (Otto Mellies) hatte seine Nachfolge geklärt, eigentlich waren Tochter Manuela (Maja Maranow) und ihr Lebensgefährte Jens dafür vorgesehen. Alles in Ordnung also - doch diese Ordnung ist brüchig, wie der ZDF-Krimi «Mord in bester Familie» (Montag, 20.15 Uhr) zeigt.

Denn dann kommt die mittlerweile in Amerika lebende Schwester Katrin (Katharina Böhm) zum 80. Geburtstag des Vaters und wird just Ziel eines Mordanschlags. Sie übersteht die Attacke glimpflich. Von nun an kennt sie nur noch ein Ziel: Sie will mit allen Mitteln herausfinden, wer hinter ihrem Sturz von der Klippe steckt und bringt somit das friedliche Idyll ins Wanken.

Regisseur Johannes Grieser erzählt eine Kriminalgeschichte in den Wirren einer patriarchalischen Herrschaftsfamilie, die ihre Autorität mehr und mehr verliert, je tiefer die Verstrickungen in die mysteriösen Vorfälle deutlich werden. Vor der Kulisse der Wald- und Berglandschaft wird im Laufe des Films immer deutlicher, dass hier Familienmitglieder gegeneinander intrigieren könnten.

Manuela Lorenz möchte das Erbe nicht mit ihrer Schwester teilen, Manuelas Ex-Mann (Thomas Sarbacher) ist seit seinem Rauswurf aus der Firma von dem gemeinsamen Sohn Daniel getrennt - eine unerträgliche Situation für ihn. Die Abwärtspirale wird eröffnet, und Misstrauen zwischen den Protagonisten dominiert schon bald das Geschehen. Einziger außenstehender Beobachter ist Polizeihauptkommissar Westphal (Martin Feifel), Vertrauter der Familie und einzige Rechtsinstanz im Dorf.

«Mord in bester Familie» kommt als durchschnittlicher Kriminalfilm daher, der altbekannte Motive auffährt, jedoch mit guten schauspielerischen Leistungen überzeugen kann. Das Spannungsfeld zwischen Maja Maranow und Katharina Böhm verleiht Griesers Werk eine gewisse Tiefe, kann darüber hinaus aber nicht faszinieren. Der Krimi fährt sich fest in Klischees und Kitsch und begeht so den Kardinalfehler im Genre: Er wird vorhersehbar. Ein anderer Stoff wäre dem hochkarätig besetzten Ensemble vielleicht gerechter geworden.

news.de/dpa

Bleiben Sie dran!

Wollen Sie wissen, wie das Thema weitergeht? Wir informieren Sie gerne.

Leserkommentare (0) Jetzt Artikel kommentieren
Kommentar schreiben  Netiquettelink | AGB
noch 600 Zeichen übrig