Leipziger Buchmesse Lesen und gelesen werden

Die Leipziger Buchmesse war ein Erfolg. Nicht nur Besucher aus Deutschland wollten in Sachsen schmökern. Außerdem sieht der Buchhandel die Messe als Investition in die Leserförderung. Eine Bilanz der vergangenen vier Tage.

Besucherrekord bei Leipziger Buchmesse (Foto)
Großer Andrang in den Leipziger Messehallen. Bild: dpa

In Leipzig ist die Buchmesse mit einem Besucherplus zu Ende gegangen. Die Messe sprach von einem Spitzenergebnis. Insgesamt informierten sich an den vier Ausstellungstagen rund 163.000 Besucher, unter ihnen 45.000 Fachbesucher, über Neuerscheinungen und Trends. Im Vorjahr hatten 157.000 Besucher die Branchenschau besucht. Auf 67.000 Quadratmetern hatten sich in diesem Jahr 2150 Aussteller aus 36 Ländern präsentiert. Zahlreiche Lesungen und Veranstaltungen rundeten die Messe ab.

Messe-Geschäftsführer Martin Buhl-Wagner sagte, die Leipziger Buchmesse ziehe von Jahr zu Jahr mehr Besucher an. Erfreulich sei neben der steigenden bundesweiten Ausstrahlung auch das Interesse aus Österreich und der Schweiz. «Die Leipziger Buchmesse hat ihren Stellenwert als wichtige Marketingplattform für Verlage einmal mehr unter Beweis gestellt.»

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Nachwuchstreffen der Branche

Der Vorsteher des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, Gottfried Honnefelder, verwies darauf, dass sich in Leipzig vor allem eine jüngere Generation sowie der Nachwuchs der Branche treffe. Er könne sich keine bessere Investition in die Förderung des Lesens als die Leipziger Buchmesse vorstellen.

Für Messe-Direktor Oliver Zille gehören die Leistungsschau sowie das Lesefest «Leipzig liest» wieder zu den ganz großen Veranstaltungen ihrer Art.

Nach Angaben der Messe untermauerte eine Ausstellerbefragung das positive Fazit. Neun von zehn Befragten bewerteten demnach ihren Messeerfolg mit sehr gut oder gut. Etwa 93 Prozent wollen auch im kommenden Jahr wieder dabei sein. Eine ähnlich hohe Quote habe es unter den befragten Besuchern gegeben.

Serbische Literatur im Fokus

Schwerpunkt der diesjährigen Messe war Serbien. Das Land präsentierte sich mit einem umfangreichen Literaturprogramm, rund 30 Titel namhafter und teils noch unbekannter Autoren wurden vorgestellt. In Vorbereitung des Auftritts hatte den Angaben zufolge das serbische Kulturministerium zusammen mit dem europäischen Netzwerk für Literatur und Bücher Übersetzungen ins Deutsche speziell gefördert.

Der ebenfalls traditionell auf der Messe verliehene Buchpreis ging in diesem Jahr an den Österreicher Clemens Setz für sein Buch Die Liebe zur Zeit des Mahlstädter Kindes. Daneben wurde in der Kategorie Sachbuch/Essayistik Henning Ritter für Notizhefte geehrt. Barbara Conrad wurde für ihre Übersetzung von Lew Tolstois Krieg und Frieden ausgezeichnet. Die Preise sind mit jeweils 15.000 Euro dotiert. Insgesamt hatten 131 Verlage 480 Titel für den Preis der Leipziger Buchmesse eingereicht.

Parallel zur Buchmesse konnte auch die zeitgleich stattfindende 17. Antiquariatsmesse einen Besucherzuwachs verzeichnen. Insgesamt nahmen 71 Antiquare aus acht Ländern teil. Vor allem der erste Tag habe die Erwartungen deutlich übertroffen, sagte Veranstalter Detlef Thursch.

Die nächste Leipziger Buchmesse soll vom 15. bis 18. März 2012 stattfinden.

cvd/som/news.de/dadp

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