Leipziger Buchmesse Der scharfe Beobachter gewinnt

Leipziger Buchmesse (Foto)
Der österreichische Schriftsteller Clemens J. Setz gewinnt den Leipziger Buchpreis. Bild: dapd

Mit Spannung wurde die heutige Verleihung des Leipziger Buchpreises erwartet: Soeben wurde der Preis der Leipziger Buchmesse vergeben. Gewinner ist der 28-jährige Schriftsteller Clemens J. Setz.

Der 28-jährige Schriftsteller Clemens J. Setz ist mit dem Preis der Leipziger Buchmesse in der Kategorie Belletristik ausgezeichnet worden. Der Österreicher erhielt die mit 15.000 Euro dotierte Ehrung für seinen Erzählband Die Liebe zur Zeit des Mahlstädter Kindes, der im Suhrkamp Verlag erscheint.

In der Kategorie Sachbuch/Essayistik wurde Henning Ritter für Notizhefte (Berlin Verlag) geehrt. Die Auszeichnung für die beste Übersetzung ging an Barbara Conrad, die Lew Tolstois Krieg und Frieden (Carl Hanser Verlag) ins Deutsche übertrug. Nominiert waren jeweils fünf Autoren pro Kategorie.

Clemens J. Setz wurde 1982 in Graz geboren. Von 2001 bis 2007 studierte er dort an der Karl-Franzens-Universität Mathematik und Germanistik auf Lehramt. Der neue Leipziger Buchpreisträger Clemens J. Setz gehört schon seit längerem zu den Hoffnungen der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur. Für Aufsehen sorgte der erst 28-Jährige bereits mit seinem Roman Die Frequenzen, der 2009 nur knapp den Deutschen Buchpreis verfehlte. Die Auszeichnung in Leipzig erhielt er am Donnerstag für seinen düster-skurrilen Erzählband Die Liebe zur Zeit des Mahlstädter Kindes.

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Scharfer Beobachter

Der Autor präsentiere sich auch in der kurzen Form als scharfer Beobachter der menschlichen Natur und einfühlsamer Porträtist ihrer Eigenarten, befand die Jury. 1982 in Graz geboren, hatte Clemens Johann Setz - so sein vollständiger Name - zunächst ein Lehramtsstudium für Mathematik und Germanistik absolviert. Schon während der Universitätszeit veröffentlichte er Gedichte und Erzählungen in Zeitschriften und Sammelbänden.

Sein literarisches Debüt feierte der Autor mit dem Roman Söhne und Planeten, der es auf Anhieb auf die Shortlist des aspekte-Literaturpreises schaffte. Für seine Novelle Die Waage erhielt er beim Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb 2008 den Ernst-Willner-Preis.

In seinem neuen Buch stellt Setz ein Panoptikum skurriler Figuren vor. Sie quälen sich allein und gegenseitig und kommen aus ihren düsteren Kreisläufen nicht heraus. Die Jury sagte dazu: «Täuschende Nachbarn, Prügelorgien der Kunst, verrückende Maschinen - diese Erzählungen locken den Leser in ein Labyrinth aus Zärtlichkeit, Gewalt, Liebe und Gemeinheit.»

sua/boi/news.de/dpa

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