Von news.de-Redakteur Andreas Schloder
Blutrünstig und völlig überdreht präsentiert sich Piranha 3D des französischen Regisseurs Alexandre Aja – und das auch noch dreidimensional. Wer vom Gemetzel unter Wasser nicht genug bekommt: Ab heute ist der Film als DVD erhältlich.
Klein, aber besonders gefräßig und blutrünstig: Wie gut, dass der Piranha nur in Südamerika vorkommt. Das stimmt nur zum Teil, denn der gefräßige Fisch aus der Familie der Sägesalmler - Pardon, der Serrasalmidae - hat amerikanische Vorfahren. So zumindest im Horrorstreifen Piranha 3D.
Normalerweise werden die Schwarmfische bis zu 30 Jahre alt und erreichen eine maximale Größe von 40 Zentimetern. Eigentlich. In Piranha 3D wird der Zuschauer eines Besseren belehrt: Eine besonders aggressive Spezies prähistorischer Piranhas wurde durch ein Erdbeben vom Grund des Lake Victoria befreit, wo sie seit zwei Millionen Jahren eingeschlossen waren. Ihre Nahrungsquelle in dieser Zeit: die eigene Familie. Kein Wunder, dass sie durch den Kannibalismus schlecht gelaunt sind und einen furchtbaren Appetit auf alles andere entwickelt haben.
Im Lake Victoria erschließt sich dem Raubfisch daher ein neues, aber ergiebiges Nahrungsangebot: Studenten. Während des alljährlichen Springbreaks, in dem die angehenden Akademiker ordentlich die Sau raus lassen, hat die eigentlich als einfallslos geltende Fressmaschine die Qual der Wahl: hübsche Studentinnen mit viel Vorbau, hübsche Studentinnen mit wenig Dekolleté und muskulöse Studenten mit der Geschmacksrichtung Alkohol im Blut. Komplettiert wird der Speiseplan durch deutlich in die Jahre gekommene Angler und wohlgeformte Polizisten.
Der Fisch mit den kleinen, scharfen Beißerchen bleibt seinem Motto treu: Er frisst sich an ihnen allen maßlos satt. Doch er hat keinen Spaß daran. Das liegt an den Genen. Mit Sorge über den eigenen Nachwuchs wird der Piranha von Panikattacken und Stress angetrieben, wie Fischforscher beim echten Fisch herausgefunden haben. Jagt das Beißmonster noch im Rudel, sind die Auswirkungen verheerend. Davon kann man sich im Film überzeugen.
Wenn ein Penis im Wasser schwimmt
Apropos verheerend: Das ist die Kritik für die kollektive Menschenabschlachtung. Eine Story ist so gut wie nicht vorhanden – außer, dass gefressen und getötet wird. Nur für wenige Augenblicke kann man sich wenigstens an den hübschen Schauspielerinnen erfreuen. Bis sie wenige Szenen später, bis zum Skelett durchgenagt, tot im Wasser treiben.
Auch wenn der französische Regisseur (The Hills Have Eyes – Hügel der blutigen Augen) bekannt ist für seine übertriebene und zugespitzte Darstellung, mit Piranha 3D hat er den Bogen eindeutig überspannt. Denn wenn Piranhas schon ein männliches Gemächt zwischen ihren Zähnen haben und anschließend wieder ausspucken, ist dies einfach nur pervers. 32 Jahre, nachdem Joe Dante dem Piranha erstmals im Film eine Horrorplattform geboten hat, ist diese dreidimensionale Blutorgie die mit Abstand schlechteste.
Titel: Piranha 3D
Vertrieb: Kinowelt
Darsteller: Elisabeth Shue, Adam Scott, Jerry O'Connell, Kelly Brook, Ving Rhames, Jessica Szohr
Regie: Alexandre Aja
FSK: ab 18 Jahren
Spieldauer: 88 Minuten
Verleih: Kinowelt
Erscheinungsdatum: 17. März 2011