So., 27.05.12

«Stargate Universe» 16.03.2011 Ödnis im All

Von news.de-Redakteur Cord Krüger

Im Idealfall gleicht der Weltraum im Fernsehen einem riesigen Abenteuerspielplatz: bunt, aufregend und voller Geheimnisse. Die Science-Fiction-Serie Stargate Universe ist leider kein Idealfall, sondern vor allem geschwätzig und düster. RTL2 zeigt ab heute die zweite Staffel.

Das hätte sich Roland Emmerich sicher nicht träumen lassen, als ihm 1994 mit seinem Wüsten-Science-Fiction-Film Stargate der Durchbruch in Hollywood gelang: Noch Jahre später sollte seine Idee vom interstellaren Reisen mittels außerirdischer Sternentore die Basis für drei Fernsehserien liefern. Der jüngste Ableger trägt den Namen Stargate Universe. Sternentore kommen darin jedoch nur noch am Rande vor.

Die in Kanada produzierte Serie handelt von einer illustren Truppe aus Wissenschaftlern und Militärs, die sich vor einem Angriff durch ein Sternentor retten. Es verschlägt sie an Bord des außerirdischen Raumschiffs «Destiny». Das unbemannte Schiff folgt einem einprogrammierten Kurs durch die Galaxis. Ohne die Möglichkeit, die «Destiny» zu steuern oder den Heimweg anzutreten, entbrennt unter den Gestrandeten eine Auseinandersetzung um das Kommando. In der zweiten Staffel treten neue außerirdische Feinde auf den Plan und das wahre Ziel der Mission wird enthüllt.

Beleuchtet wie ein Heizungskeller

Das Science-Fiction-Genre bedient sich seit jeher vielerlei Themen und Motiven, eine beträchtliche Neugierde auf Entdeckungen, Unbekanntes, Spektakuläres gehörte aber immer dazu. Stargate Universe hingegen brütet eher dumpf vor sich hin. Das Raumschiff «Destiny» wirkt so spannend wie ein riesiger Heizungskeller – und ist auch ähnlich kärglich ausgeleuchtet. Die Figuren sind mit sich selbst beschäftigt, mit Intrigen, Machtspielchen und Hierarchiegerangel. Der Weltraum dient nicht wie bei Stargate SG-1 oder Stargate Atlantis als Spielwiese, sondern lediglich als Kulisse.

Hat man die erste Staffel nicht gesehen, steht man zudem inhaltlich völlig auf dem Schlauch. Wie eine Seifenoper legt Stargate Universe den Fokus fast ausschließlich auf das Sozialgefüge der Figuren und ohne entsprechende Vorkenntnisse bleibt vieles im Dunkeln. Die wackeligen Handkamerabilder von Personen im Schatten erleichtern einen Neueinstieg ebenfalls nicht.

Während sich vergleichbare Zutaten bei der Neuauflage von Battlestar Galactica zu einer ungemein komplexen und fesselnden Geschichte fügten, herrscht bei Stargate Universe Langeweile. Auch den augenzwinkernden Humor der beiden vorherigen Serien oder des Kinofilms sucht man vergebens. Noch so eine Sache, die sich Roland Emmerich sicher nicht hätte träumen lassen: mal als gutes Beispiel für besondere komödiantische Handwerkskunst zu dienen.

Titel: Stargate Universe
Sendetermin: 2. Staffel ab 16. März immer mittwochs um 20.15 Uhr bei RTL2

krc/reu/news.de
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