So., 27.05.12

TV-Nachrichten 14.03.2011 Die mit Informationen sparen

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news.de-Redakteur Konrad Rüdiger. Bild: news.de

Von news.de-Redakteur Konrad Rüdiger

Vollprogramme ohne Vollprogramm: Zwei der größten Privatsender kapitulieren öffentlich, wenn es um die Information ihrer Zuschauer geht. Das Versagen von Pro7 und Sat.1 ist vor allem das Ergebnis eines knallharten Sparkurses.

Die deutsche TV-Landschaft ist zweigeteilt. Hier die Öffentlich-Rechtlichen, dort die Privatsender. Doch auch in Bezug auf aktuelle und hintergründige Informationen könnten die Gegensätze nicht größer sein. Während insbesondere die ARD Sondersendung nach Sondersendung über die Erdbeben-, Tsunami- und Kernkraftkatastrophen in Japan ins Programm hebt, geht bei den Privatsendern nur RTL einen ähnlichen Weg. Pro7 und Sat.1 hingegen sparen sich die Informationen.

Und das nicht erst, seit am Freitag in Asien die Erde bebte. Mitte Juni vergangenen Jahres übernahm ein Trio um den ehemaligen Spiegel-Chef Stefan Aust den Nachrichtensender N24, der seitdem als externer Dienstleister für die Nachrichten der Sendergruppe zuständig ist. Branchenmeldungen zufolge soll es seither nur noch 141 Stellen bei dem Nachrichtensender geben. Damit lässt sich gerade so die Rund-um-die-Uhr-Berichterstattung auf N24 stemmen, für Sondersendungen in den Vollprogrammen Pro7 und Sat.1 sind da keine Kapazitäten vorgesehen.

Die Sender selber zucken mit den Schultern und können mit Blick auf die Quoten auch noch sagen, dass sie zumindest nicht falsch liegen. Über den Sonntag gesehen holten sie jeweils ziemlich genau zehn Prozent Tagesmarktanteil in der Zielgruppe, etwas unter den eigenen Erwartungen, aber immer noch genug, um nicht in Rechtfertigungsnöte zu geraten. Zwar erreichte die Tagesschau im Ersten knapp 2,7 Millionen Zielgruppen-Zuseher und der anschließende Brennpunkt 2,5 Millionen und damit mehr als jede einzelne Sendung auf Pro7 und Sat.1, doch in Panik wird man im Angesicht dieser Niederlage in Unterföhring nicht verfallen.

Das zeigt schon die gemächliche Programmplanung bei Sat.1. Dort werden kurze Sondersendungen mit Chefredakteur Peter Limbourg gesendet beziehungsweise angekündigt. Dies allerdings zu nachtschlafender Zeit: Am Sonntag ging Limbourg erst um 0.10 Uhr auf Sendung und am heutigen Montag kündigt man aktuelle Nachrichten für 23.30 Uhr an.

Das Feld wird in Sachen Information faktisch kampflos den öffentlich-rechtlichen Sendern überlassen. Dabei sind beide Sender sogenannte Vollprogramme mit den entsprechenden Sendeverpflichtungen. Für voll kann man sie aber spätestens seit Freitag nicht mehr nehmen.

kas/wam/ivb/news.de
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