Von news.de-Redakteurin Julia Pfeifer
Früher waren Männer und Frauen der Kirche im Film entweder Lachnummern oder hatten Probleme mit dem Zölibat. Mittlerweile dürfen die Pfarrer, Nonnen und Päpste vor der Kamera viel mehr: kämpfen, ermitteln und vor allem komisch sein.
Wer erinnert sich nicht an die schmachtenden Blicke, die sich Richard Chamberlain alias Ralph und Rachel Ward alias Meggi in dem TV-Vierteiler Die Dornenvögel zugeworfen haben. Dabei war ihre Liebe falsch, denn Ralph war ein katholischer Priester und Meggie gehörte zu seiner Gemeinde.
Das Brechen des Zölibats ist immer ein beliebtes Thema, wenn im Film die Hauptrolle ein Pfarrer oder eine Nonne ist. Unzählige Filme fast schon zweifelhaften Charakters sind dadurch entstanden. Aber Gott sei Dank - möchte man fast sagen - beschränkt sich der Pfarrer im Film nicht nur auf Männer, der mit seinen Urtrieben kämpft.
Schon Fernandel als Don Camillo oder Heinz Rühmann als Pater Brown zeigten, dass der Mann der Kirche witzig sein kann und vor allem kriminalistisches Gespür hat. Serien mit Pfarrern als Hobbydetektive gibt es mittlerweile wie Sand am Meer. In diesen bieten die Priester und Pfarrer mehr als die geistige und spirituelle Führung ihrer Schäfchen. Der moderne Kirchenmann im Film ist entweder Spezialagenten des Vatikans (Ihr Auftrag, Pater Castell) oder ein in asiatischer Kampfkundst versierte Mönch (Lasko, die Faust Gottes).