Edita Abdieski «Ich verstelle mich für nichts und niemanden»

2010 wurde sie zur ersten X-Factor-Siegerin Deutschlands gekürt. Jetzt legt Edita Abdieski ihr Album One vor. Im Interview mit news.de erzählt sie, warum die Platte so lange auf sich warten ließ und was sie von Castingshows wie DSDS hält.

Edita Abdieski (Foto)
Die Frau mit dem gewissen Etwas: Edita Abdieski gewann die erste Staffel der deutschen Version von X Factor. Bild: Sony Music

X-Factor-Gewinnerin, ein Diva-Award als Talent of the Year und jetzt für die wichtigste Auszeichnung im Schweizer Showbusiness nominiert. Hätte man Ihnen das vor einem Jahr prophezeit, was hätten Sie geantwortet?

Abdieski: Keine Ahnung. Ich rechne mir normalerweise nie etwas aus und mache mir nie Hoffnungen. Bevor ich auf die Bühne steige, sage ich auch nie, dass es geil wird. Ich bin immer so aufgeregt und denke nur: Hoffentlich wird es gut.

Was hat sich in Ihrem Leben seit X Factor verändert?

Abdieski: Ganz vieles. Ich bin zwar immer noch der Mensch, der ich zuvor war. Aber ich werde jetzt erkannt auf der Straße, und da musste ich mich erst einmal dran gewöhnen. Aber das ist okay, weil die Menschen alle sehr freundlich zu mir sind. Und ich muss natürlich nicht mehr kellnern gehen, ich kann jetzt nur noch Musik machen.

Gibt es etwas, das Sie an Ihrem derzeitigen Leben - am Leben eines Stars - so richtig nervt?

Abdieski: Eigentlich nervt mich nichts. Am Anfang habe ich immer Kommentare über mich gelesen, aber das habe ich mir abgewöhnt, weil einen das nur wahnsinnig macht. Ich habe genügend Menschen, die hinter mir stehen. Und es gibt immer Leute, denen man es nicht recht machen kann. Hier und da gibt es zwar Regeln, die man zum Beispiel auf dem Roten Teppich einhalten muss. Aber das ist mir egal, ich mache einfach mein Ding. Niemals würde ich mich für irgendetwas verstellen.

Die neue Single The Key steht seit Anfang März in den Läden und jetzt ist auch Ihr erstes Album One erhältlich. Wie war die Arbeit daran?

Abdieski: Sie war superintensiv und richtig, richtig toll. Ich habe wirklich großes Glück gehabt, dass ich mit Marek Pompetzki (hat bereits mit Shaggy, Sido, Sarah Connor u.a. zusammengearbeitet, Anm. d. Red.) und seinem Team zusammenarbeiten konnte. Wir haben uns auch menschlich sehr gut verstanden. Ich konnte mich einfach fallen lassen und ganz viele Emotionen in die Songs stecken. Es ist wichtig, dass man sich frei fühlen kann, wenn man ins Studio geht. Es gibt nichts Schlimmeres, als wenn man im Nachhinein die Aufnahme hört und merkt, dass es verkrampft klingt.

Eigentlich war die Albumveröffentlichung schon für Dezember geplant, wurde dann aber verschoben. Warum?

Abdieski: Ich bin ein extremer Perfektionist. Manchmal singe ich eine Sache ein, höre mir das 70 Mal an und beim 71. Mal kommt mir plötzlich die Idee, was ich noch anders machen kann. Mir war es vor allem wichtig, dass jeder Song auf dem Album auch mir entspricht, dass das wirklich ich bin. Deshalb habe ich vorgeschlagen, ob es nicht besser wäre, wenn wir uns richtig viel Zeit lassen. Ich war echt froh, als das Team zugestimmt hat. Ich konnte selbst entscheiden, welchen Song ich einsinge und wie ich ihn einsinge. Und ich bin sehr stolz auf das Ergebnis. Einige Songs, darunter das Duett mit Ricky Martin, wären auch gar nicht auf dem Album, wenn wir die Veröffentlichung nicht verschoben hätten.

Wie ist es denn zu dem Duett mit Ricky Martin gekommen?

Abdieski: Der Kontakt kam über meine Plattenfirma zustande. Ricky Martin hat den Song The Best Thing About Me Is You in Amerika mit Joss Stone und in der spanischen Version mit einer lateinamerikanischen Sängerin aufgenommen. Für die europäische Version hat er noch eine Sängerin gesucht. Also habe ich den Part, den Joss in Amerika gesungen hat, eingesungen, und dann hieß es: abwarten. Eine Woche lang habe ich auf eine Antwort gewartet und dann hat er sich tatsächlich für mich entschieden.

Wenn Sie sich einen Künstler aussuchen könnten, mit dem Sie gerne mal ein Duett singen würden - wer wäre das?

Abdieski: Als ich mit Xavier Naidoo auf der X-Factor-Bühne stand, war das schon sehr cool. Es war für mich eine ganz neue Erfahrung, auf Deutsch zu singen, und das hat mir echt Spaß gemacht. Ansonsten ist das wahrscheinlich sehr hoch gepokert, aber mein größtes Idol ist Stevie Wonder. Ihn zu treffen, würde mir allein schon reichen. Aber wenn ich einen Wunsch für ein Duett frei hätte, dann würde die Wahl auf Stevie Wonder fallen.

Sarah Connor hat nach Ihrem Sieg bei X Factor gesagt, dass sie sich auf eine starke Stimme und ein wenig Konkurrenz in Deutschland freut. Glauben Sie, dass Sie ihren Wunsch erfüllen können?

Abdieski: Konkurrentinnen sind wir überhaupt nicht. Ich habe gerade neulich erst mit ihr gechattet und ihr zur Schwangerschaft gratuliert. Ich freue mich tierisch, dass sie in der neuen Staffel wieder dabei ist. Allerdings frage ich mich, ob sie dann dort auch stillt. Im August müsste sie ja ihr Kind bekommen. Aber davon abgesehen: Obwohl wir beide Popmusik machen, machen wir doch sehr unterschiedliche Sachen und sind auch vom Typ her ganz verschieden. Ein paar Frauen in der Musik könnte Deutschland allerdings schon noch vertragen.

Lesen Sie auf Seite 2, wie Edita über DSDS denkt

Demnächst startet X Factor hierzulande in die zweite Runde. Was raten Sie den Bewerbern?

Abdieski: Hingehen! Und niemals den Willen verlieren. Denn man braucht bei so etwas einen starken Willen und Durchhaltevermögen. Und man darf sich auf keinen Fall verbiegen lassen. Wir hatten damals sehr viel Mitspracherecht. Welche Songs wir singen und was wir auf der Bühne anziehen, da durften wir immer mitbestimmen. Bei X Factor wirst du nicht gemacht, sondern sie lassen dich machen.

Warum gerade X-Factor? Aktuell läuft ja auch auf RTL Deutschland sucht den Superstar.

Abdieski: Ich habe es auch mal bei DSDS versucht, aber gemerkt, dass das nicht mein Ding ist. Ich habe nichts gegen Dieter Bohlen oder die Sendung. Aber ich war dann schon überzeugter, als ich Till Brönner in der Jury von X Factor hab sitzen sehen. Das ist einfach ein erfahrener Jazzmusiker, der seit 20 Jahren erfolgreich Musik macht und sich wirklich hochgearbeitet hat. Und da war für mich klar, dass das etwas anderes sein muss, dass X Factor mehr mit Musik am Hut hat als DSDS.

Wie finden Sie es, dass bei DSDS die Kandidaten oftmals so vorgeführt werden?

Abdieski: Das muss jeder für sich selbst entscheiden. Wenn man bei X Factor eine Frage gestellt bekommen hat, die man nicht beantworten wollte, oder bei etwas nicht gefilmt werden wollte, dann brauchte man das auch nicht. Ich werde die nächste X-Factor-Staffel sicher verfolgen, weil ich es einfach auch mal aus einer anderen Sicht sehen möchte und weil ich es selbst miterlebt habe und weiß, wie es da abläuft. Aber an sich bin ich kein großer Fan von Castingshows.

Haben Sie noch Kontakt zu den Kandidaten und der Jury der letzten Staffel?

Abdieski: Ganz viel, vor allem zu Marlon, Pino und Matti. Und zu Anthony und Big Soul. Mit Till habe ich auch immer noch ganz engen Kontakt. Er wird auch in Zukunft mein Mentor bleiben, weil ich mir immer wieder gerne von ihm Ratschläge hole. Wir verstehen uns musikalisch und auch hinter der Bühne super. Da stimmt die Chemie. Till ist wirklich ein super Mensch.

Jetzt ist das Album fertig. Was kommt als nächstes?

Abdieski: Im Februar haben wir eine erste kleine Live-Kostprobe in Garmisch-Partenkirchen gegeben. Das waren drei geschlossene Gesellschaften zur Ski-WM. Wir haben vor Tausenden von Menschen gespielt und ich war tierisch aufgeregt, weil ich Angst hatte, dass sie mich ausbuhen. Die Zuschauer kannten ja meine Songs noch nicht und waren sozusagen die Ersten, die sie zu hören bekommen haben. Aber sie sind richtig gut angekommen und dann haben wir uns entschieden, so schnell wie möglich auf Tour zu gehen. Mein Management hat sich richtig ins Zeug gelegt und für die erste Juniwoche schon mal vier Gigs an Land gezogen. Ich freue mich tierisch, ich habe wirklich eine super Band.

Tourtermine: 
2. Juni 2011, Köln, Luxor
3. Juni 2011, Hamburg, Knust
4. Juni 2011, Berlin, Postbahnhof
5. Juni 2011, München, Ampere

roj/reu/news.de

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Leserkommentare (1) Jetzt Artikel kommentieren
  • Wilfried Hary
  • Kommentar 1
  • 02.04.2011 13:36

Edita = Die beste Stimme, die jemals bei einer Casting-Show mit dabei war!!!

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