Sky in der Offensive: Der Bezahlsender startet im kommenden Winter einen Sportnachrichtenkanal. Trotz dreistelliger Millionenverluste investiert der Münchner Sender noch einmal kräftig. Ob der riskante Spielzug aufgeht, ist ungewiss.
Der Sport scheint der Strohhalm zu sein, an den sich Sky-Chef Brian Sullivan bei seinem finalen Rettungsversuch für den hoch defizitären Bezahlkanal klammert. Am Morgen kündigte er den Start eines reinen Sportnachrichtensenders an. Dieser solle im kommenden Winter auf Sendung gehen und Sky Sport News HD heißen. Dafür wolle man 100 neue Mitarbeiter einstellen, darunter mehr als 50 Sportjournalisten, hieß es.
«Das Angebot füllt eine Marktlücke in Deutschland und Österreich», wird Sullivan zitiert. Man plane, für den neuen Sender eine Lizenz der Bayerischen Landesmedienanstalt (BLM) zu erwerben. Sky Sport News HD solle laut Sullivan nur Sportnachrichten senden, die derzeitige Berichterstattung auf den anderen Sky-Kanälen bleibe bestehen.
Sky Deutschland bleibt derweil tief in den roten Zahlen. Der Bezahlsender hat auch angesichts hoher Kosten für den Ausbau des Angebots im vergangenen Jahr unter dem Strich ein Minus von rund 407 Millionen Euro verbucht. Allerdings konnte der Sender damit seine Verluste im Vergleich zum Vorjahr um fast 270 Millionen Euro verringern, wie Sky mitteilte. Zudem kündigte der Konzern an, sein Sportangebot deutlich auszubauen. Dafür bekommt Sky Deutschland erneut frisches Kapital in Höhe von rund 48 Millionen Euro vom Großaktionär News Corporation.
Auch in diesem Jahr rechnet der früher Premiere genannte Sender noch mit Verlusten. Der Konzern hatte Eckdaten der Bilanz bereits Mitte Januar vorgelegt. Vor allem bei den Abo-Zahlen konnte das Unternehmen im vierten Quartal 2010 wieder aufholen und hat nun etwa 2,653 Millionen Kunden. Sky braucht etwa 3 Millionen Kunden, um in die Gewinnzone zu kommen.
ruk/reu/news.de/dpa