Fernsehen «Die Sünden meines Vaters»: Pablo Escobars Sohn

Pablo Escobar wurde schon zu Lebzeiten eine Legende. 1993 wurde der kolumbianische Drogenbaron, der Zeit seines Lebens viele Morde in Auftrag gab, 44-jährig bei der Flucht aus dem Gefängnis erschossen. Damals wurde sein Vermögen, das sich auf den schwunghaften Handel mit Kokain gründete, auf 25 Milliarden Dollar geschätzt.

«Die Sünden meines Vaters»: Pablo Escobars Sohn (Foto)
«Die Sünden meines Vaters»: Pablo Escobars Sohn Bild: dpa

Berlin (dpa) - Pablo Escobar wurde schon zu Lebzeiten eine Legende. 1993 wurde der kolumbianische Drogenbaron, der Zeit seines Lebens viele Morde in Auftrag gab, 44-jährig bei der Flucht aus dem Gefängnis erschossen. Damals wurde sein Vermögen, das sich auf den schwunghaften Handel mit Kokain gründete, auf 25 Milliarden Dollar geschätzt.

Sein Sohn, Sebastián Marroquín, ist danach mit seiner Familie in Argentinien untergetaucht und fand Arbeit als Architekt. In dem international vielbeachteten Dokumentarfilm «Die Sünden meines Vaters» des Argentiniers Nicolas Entel, den Arte an diesem Dienstag (21.40 Uhr) zeigt, spricht Marroquín erstmals über eine Kindheit in schwierigen Verhältnissen und über die Auseinandersetzung mit der Geschichte seines Vaters.

Der Versuch eines Kollegen, Marroquín und seine Mutter, die Witwe Escobars, zu erpressen, führte 2001 dazu, dass die echte Identität bekannt wurde. Dem Filmemacher Entel berichtet Escobars Sohn von seiner Kindheit im übergroßen Schatten seines Vaters, der von Medellin aus ein weltweites Drogenkartell steuerte.

Niemand wagte es, sich seinem Vater zu widersetzen, und wenn es welche taten, wie der kolumbianische Präsidentschaftskandidat Luis Carlos Galan oder der Justizminister Rodrigo Lara Bonilla, fielen sie Escobars Killerkommandos zum Opfer. Entel gelang es, Marroquín zu überreden, die Söhne jener ermordeten Politiker zu treffen.

Vor der Begegnung mit den Söhnen der getöteten Politiker Rodrigo Lara Bonilla und Luís Carlos Galán bat er in einem Brief um Verzeihung. «Ich habe eine sehr starke moralische Verpflichtung gefühlt», sagt der damals 33-jährige Marroquín im Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa auf dem Filmfest München, auf dem der Streifen im Sommer 2010 zu sehen war.

«Ich hatte den Wunsch, diese Familien zu treffen und mich für die Taten meines Vaters zu entschuldigen», fuhr Marroquín in dem Gespräch fort. «Mit dem Ziel, inneren Frieden zu finden und durch das Beispiel den anderen Kolumbianern zu zeigen, dass wir uns versöhnt haben und dass wir die Schrecken der Vergangenheit hinter uns lassen, um eine Zukunft in Frieden zu haben.»

Aus den Morden habe aber niemand etwas gelernt, fuhr er fort. «Das ist die Realität. Seit 30 Jahren kämpfen dieselben Politiker gegen die Drogen. Und seit 30 Jahren haben wir immer dieselben Ergebnisse: kein Fortschritt, viele Tote. Das Einzige, was zunimmt, ist die Zahl der Toten - sonst nichts. Es ist egal, man kann sie alle töten, aber am nächsten Tag läuft das Geschäft wieder weiter.»

news.de/dpa

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