«Spiegel» Mascolo nun einsame Spitze

Mascolo (Foto)
Einsamer Spiegel-Chef: Georg Mascolo. Bild: Spiegel

Personalrochaden beim Nachrichtenmagazin: Der Spiegel löst seine Doppelspitze auf. Georg Mascolo scheint einen längeren Kompetenzstreit für sich entschieden zu haben. Sein Kontrahent wird auf einen neu geschaffenen Posten weggelobt.

Die Hamburger Spiegel-Gruppe ordnet die Verantwortlichkeiten in ihrer Chefredaktion neu. Künftig werde sich mit Georg Mascolo wieder ein Chefredakteur allein um den gedruckten Spiegel kümmern, teilte der Verlag am Montag in Hamburg mit. Mathias Müller von Blumencron, der bislang gemeinsam mit Mascolo das Flaggschiff der Spiegel-Gruppe redaktionell leitet, werde künftig für die digitalen Inhalte der Gruppe verantwortlich sein - von Spiegel Online bis zu den Angeboten für Smartphones und iPads.

Beide Chefredakteure bildeten weiterhin die redaktionelle Doppelspitze des Hauses, nur mit erweiterter Verantwortung. Mascolo werde wie bisher vom stellvertretenden Chefredakteur Martin Doerry und von Textchef Klaus Brinkbäumer unterstützt, heißt es in der Mitteilung. Mascolo arbeitet bereits seit 1988 für die Spiegel-Gruppe. Er war unter anderem Washington-Korrespondent, Leiter des Deutschland-Ressorts und des Berliner Spiegel-Büros. Der Branchendienst Meedia will derweil von hausinternen Querelen nach der Inthronisierung des Duos Mascolo/von Blumencron wissen.

Der bisherige Chefredakteur von Spiegel Online, Rüdiger Ditz, bleibe im Amt, teilte eine Sprecherin mit. Sein neuer Chef Müller von Blumencron war von 2000 bis 2008 Chefredakteur von Spiegel Online. Er ist seit 1992 beim Spiegel. Die Gruppe hat den digitalen Bereich in den vergangenen Jahren stark ausgebaut; Spiegel Online gehört seit langem zu den meistgenutzten deutschen Nachrichtenseiten.

Mascolo und Müller von Blumencron hatten vor drei Jahren die Chefredaktion des Nachrichtenmagazins übernommen. Sie waren Nachfolger von Stefan Aust, der seinen Posten nach mehr als 13 Jahren im Streit räumen musste.

ruk/news.de/dpa

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