Musik Thüringen feiert Franz Liszt als Europäer

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Thüringen feiert Franz Liszt als Europäer Bild: dpa

Reverenz an Franz Liszt: Mit dem kulturellen Themenjahr «Franz Liszt. Ein Europäer in Thüringen» feiert Thüringen seit Mittwoch den 200. Geburtstag und 125. Todestag des Pianisten, Komponisten, Pädagogen und Musikerneuerers.

Weimar (dpa) - Reverenz an Franz Liszt: Mit dem kulturellen Themenjahr «Franz Liszt. Ein Europäer in Thüringen» feiert Thüringen seit Mittwoch den 200. Geburtstag und 125. Todestag des Pianisten, Komponisten, Pädagogen und Musikerneuerers.

Zum Festakt in Weimar würdigte der thüringische Kultusminister Christoph Matschie (SPD) Liszt (1811-1886) als einen Mythos und Kulturorganisator im besten Sinne, dessen Verdienste teilweise bis heute verkannt würden. Liszt habe nach Goethes Tod Weimar zu neuer kultureller Blüte verholfen. Mit 200 Veranstaltungen - Konzerten, Ausstellungen, Gottesdiensten und Tagungen - will Thüringen dazu beitragen, Liszt im 21. Jahrhundert neu zu entdecken und zu verstehen.

Eine späte Anerkennung in der Stadt, in der Liszt anknüpfend an Dichtungen der Klassiker Goethe und Schiller seine sinfonischen Werke komponierte, wird die Landesausstellung im Sommer sein. Anhand von Originalen - darunter Notenhandschriften, Briefe und Erinnerungsstücke aus dem privaten Umfeld - wird Liszt als Kosmopolit dargestellt.

Christoph Stölzl, Historiker und Präsident der Hochschule für Musik Franz Liszt, erinnerte an den Jubilar als eine Persönlichkeit, die jenseits der Sprachen und Nationen, getragen von einem Freiheitssinn, seiner Zeit weit voraus war. Franz Liszt sei sowohl als genialer experimentierfreudiger Komponist wieder zu entdecken als auch als Star.

Erstmals wurde der Franz-Liszt-Ehrenpreis vergeben: an den in London lebenden österreichischen Pianisten Alfred Brendel, der in den 1960er Jahren den Grundstein für die Liszt-Renaissance gelegt hatte. Stölzl nannte Brendel einen «Fürsten im Reich der Musik, einen Denker und Poet». Der undotierte Preis, den die Weimarer Hochschule mit der Stadt Bayreuth zusammen vergibt, sei zugleich ein symbolischer Akt für das Zusammenwirken zweier Orte, in denen die Familien Liszt und Wagner wirkten. Die Auszeichnung soll erneut im Herbst an den Dirigenten Kurt Masur verliehen werden.

news.de/dpa

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