Von news.de-Mitarbeiter Ronny Janke
Im Grunde wäre vieles möglich gewesen: Komponisten aus der ganzen Welt haben Lena Musik auf den Leib geschrieben. Doch Produzent Stefan Raab schafft es, dass sich vieles gleich anhört. Was fehlt, ist Lenas Identität.
Lena Meyer-Landrut hat es zurzeit nicht leicht. Was als Phänomen begann, offenbart sich mehr und mehr als marketingstrategisches Paradebeispiel. Die Show Unser Song für Deutschland kann als reine Albumpräsentation verstanden werden, denn alle dort vorgestellten Lieder sind Bestandteil von Lenas zweitem Album Good News, das es seit dieser Woche zu kaufen gibt. Mehr Werbung kann sich ein Künstler gar nicht wünschen.
Obwohl die sinkenden Einschaltquoten der Lena-Show zeigen, dass das Interesse am Fräuleinwunder allmählich nachzulassen scheint, kann davon ausgegangen werden, dass das Album ein Erfolg wird. Wenn nur zehn Prozent von den zuletzt noch 1,25 Millionen Zuschauern Good News kaufen, hat sich der mediale Aufwand gelohnt.
Die überdeutliche Handschrift des Ziehvaters
Der häufigste Kritikpunkt, den sich Lena am Tag nach ihren Shows gefallen lassen musste, hatte gar nicht so sehr mit ihrem Gesang und dem oft belächelten englischen Fake-Dialekt zu tun. Woran sich Fans und Kritiker gleichermaßen störten, war die auffällige Anhäufung von Balladenmaterial und dem typischen Sound der TV-Total-Kapelle, der jeden Song nach der immer gleichen Raab-Routine klingen lässt. Jetzt also das Album und die überlebensgroße Frage: Kommen die Studioaufnahmen der Lena-Lieder ähnlich mut- und leblos daher, wie es die Live-Auftritte erahnen lassen?
Die Antwort: Zum Glück nicht. Auch wenn die Komponisten der Lieder ausführlich in Unser Song für Deutschland vorgestellt wurden und sie alle versucht haben, Lena mit verschiedenen musikalischen Stilrichtungen zu versorgen - die Handschrift des Ziehvaters Stefan Raab bleibt unverkennbar (I Like You, Mama Told Me, Good News).
Was für Bohlen am Klavier locker aus dem Handgelenk geschüttelte popmusikalische 08/15-Versatzstücke sind, die in verschiedenen Variationen ständig wieder verwendet werden können und so einen Hit garantieren, ist für Raab eben die Gitarre und die immer gleich klingende Idee von Funk-Musik vergangener Tage. Das ist weder retro noch innovativ, doch Lena daraus einen Strick zu drehen, wäre falsch. Es ist eben der typische Raab-Sound, der mehr sein will, als er eigentlich ist.
Es fehlt allein an Durchsetzungskraft
Dabei zeigt sich, dass auch die von Stefan Raab entdeckten Künstler austauschbar sind. Vieles von dem, was man auf Good News hört, passt auch zu Max Mutzke - so sehr verbindet man diesen Musiker mit seinem Entdecker.
Doch nicht alle Songs auf Lenas zweitem Album klingen nach Raab. Einigen Titeln verhilft die 19-Jährige zu einem authentischen Eigenleben: So etwa das angenehm vor sich hin pulsierende Maybe, das den Spagat zwischen Frühlings- und Sommersong schafft und dafür sorgt, dass die Sehnsucht nach Cabrio-Wetter zunimmt. Wie dieser Titel überzeugt auch die Ballade Pushing Forward, die - wie Maybe - von den beiden Komponisten Pär Lammers und Daniel Schaub stammt. Als Jack Beauregard hat das Duo schon 2009 auf dessen Debütalbum bewiesen, dass anspruchsvolle Popmusik auch eingängig und wunderschön zugleich sein kann. Doch auch Lammers und Schaub können das Rad nicht neu erfinden. Das zumindest zeigt die nicht von der Hand zu weisende Ähnlichkeit von Pushing Forward zu dem Song Sewn der britischen Pop-Rock-Band The Feeling.
Ohne Raab nichts los?
Positiv fällt auf, dass Lenas Studiostimme um einiges angenehmer klingt, als das, was man live von ihr geboten bekam. Weniger gepresst, dafür deutlich entspannter und ausgeglichener singt sich die ESC-Vorjahressiegerin durch ihr zweites Album. Taken By A Stranger lebt von der coolen Zurückhaltung der sonst so quirligen jungen Frau.
Dass weniger manchmal mehr ist, hat zwar Lena begriffen, aber nicht ihr Mentor. Einer 19-Jährigen vorzuwerfen, dass sie sich nicht gegenüber Raab behaupten kann, wäre dreist. Und weil es Lena ohne Raab nicht gäbe, ist jede Auseinandersetzung mit der Musik der Hannoveranerin auch ein Stück weit Beschäftigung mit ihrem Förderer.
Statt die für das Album ausgewählten Songs so zu produzieren, wie es von den Komponisten vorgesehen war, hat es Raab geschafft, drei Viertel der im Grunde guten Titelauswahl das Raabsche Klangkleid überzustreifen, das man schon zur Genüge kennt. Letztlich braucht es gar nicht viele Köche, um den Brei zu verderben - manchmal reicht schon einer.
Interpret: Lena
Album: Good News
Plattenfirma: Usfo (Universal)
Erscheinungsdatum: 8. Februar 2011
Ich fürchte, Lenas Englisch ist alle Male weiter entwickelt als dein Deutsch. *hüstel*
jetzt antwortenKommentar meldenist doch alles nur geklaut ist alles garnicht meine!!sag mal muss Lena eigendlich Englisch singen??soll sie doch mal was Deutsches versuchen vielleicht hört sich das ja mal besser an.und nö das 2 album wird auch ein flop werden den sie ist ein flop mal zu sagen.und warum hört sich das alles gleich an klar weil sie das Englische lieder so schön betonen tut ob sie es lesen würde anstatt zu Singen.
jetzt antwortenKommentar meldenFür alle, die mal eine Meinung und Bestätigung bzgl. Lena´s zweitem Album von "janz weit wech" brauchen und geniessen wollen. Hier die Rezension in der "Guangzhou Daily" (VR China) von heute, 11.02. Ortszeit 12. 02: Link original: http://goo.gl/kTzZG Übersetzung de: http://goo.gl/ci9HB
jetzt antwortenKommentar meldenDer Autor bemängelt einen Unterschied vernommen zu haben zwischen den Studio-Aufnahmen und der Klangqualität der Live-Shows und bezeichnet dies als Mut und Leblos.Es müsste heißen:Pro7 war in Show 1+2 nicht in der Lage den exzellenten Sound im Studio bis nach Hause zu transportieren. Wenn Sie das so wie ich erlebt hätten, würden Sie als zweites auch nicht die Anmaßung besitzen die Heavytones als TV-Total Kapelle zu bezeichnen.Manchmal lohnt sich die geringe Mühe eines Studiobesuches,die viele Pressevertreter eben außer Ihnen wahrgenommen haben.Schade, das hätte ein guter Artikel werden können.
jetzt antwortenKommentar meldenIch kann nicht nachvollziehen, warum ganz Deutschland über Lena und ihr neues Album herzieht. Ich habe schon sehr lange nicht mehr so gute Musik gehört! Und wenn Lena nicht singen kann.... dann weiß ich auch nicht. Was wollt ihr denn eigentlich? Niemand, der nicht singen kann würde jemals den ESC gewinnen, Leute! :) Und wenn doch, dann sieht man doch, dass es den Leuten in ganz Europa TROTZDEM gefällt!
jetzt antwortenKommentar meldenDas etwas die Handschrift desjenigen trägt der es herstellt ist nun mal ganz normal, wenn man was anderes will darf nur derjeneige ein Musikstück aufnehmen und abmischen der es auch komponiert hat, das ganze dann zusammen führen zu einer CD darf dann nur einer der nichts mehr an den Song ändert. Aber es ist doch überall so das jemand der ein Produkt herstellt sich nicht die Fäden aus der Hand nehmen läßt und das derjenige sein Marke dabei hinterläßt ist dann auch so. In meinem Job ist das genauso, da erkennt man auch am Ergebnis ob ich oder mein Kolleg etwas gemacht hat, ganz automatisch.
jetzt antwortenKommentar melden@elke das ich nicht lache, was für eine Courage? und vergleichst du immer Äpfel mit Birnen? Udo Londenberg hat im Gegnzug zu Lena immer zugegeben, das er das Volk vera.... u. nicht singen kann, wobei der bei weitem nicht so quitscht, wie Graf u.Naidoo ebenfalls. Außerdem hat keiner von den genannten sich angemaßt derart arrogant alle jungen Talente in D auszugrenzen und den ESC alleine für sich auszutragen. das ist doch nix anderes als eine plumpe Werbecampagne für Lenas CD. wie in dem Artikel erwähnt: ihre "Studiostimme" klingt angenehmer, als ihre Livestimme. welch ein Fake u. Betrug!!!!
jetzt antwortenKommentar meldenHuch, es gibt sie noch: die eher moderaten Artikel und Kommentare...! Als Lenastheniker hab ich dem allen nicht viel hinzuzufügen. Das im Artikel angegebene Vergleichsstück von "The Feeling" ist eine sehr schöne Nummer, die ich weiterempfehlen kann. Eine Ähnlichkeit mit Push Forward über das Tempo und das nach dem Intro einsetzende Schlagzeug hinaus kann ich irgendwie überhaupt nicht finden, jedenfalls nicht, solange Lena noch keine Gitarre spielt...
jetzt antwortenKommentar meldenUnd genau wie der Interpret der Lieder austauschbar ist, ist auch die zu bewertende CD in diesem Artikel austauschbar. So 08/15 geschrieben, so aus dem Handgelenk geschüttelt, das hätte genauso ein Review des aktuellen Selig-Album mit dem typischen Selig-Sound sein können. Schade aus so einem Review so einen Einheitsbrei zu machen und keine individuelle Note reingebracht. Liest sich wie geschrieben, obwohl man gar nicht wollte.
jetzt antwortenKommentar meldenDieser Artikel weniger böse, als die meisten, die in den vergangenen Tagen zu lesen waren. Da wird immer wieder reklamiert, Lena könne nicht singen! Wer definiert denn eigentlich, was "singen können" heute in der Pop(!)-Welt bedeutet? Kann Udo Lindenberg singen? Oder die Vertreter des deutschen Betroffenheitspops, wie "Der Graf" oder Xavier Naidoo? Kann Carla Bruni singen? Es geht nicht um Oper, sondern um leichte Unterhaltung. Macht euch mal locker, ihr Kritiker im Land. Und ausserdem: Hut ab vor dieser jungen Frau und ihrer Courage! Wer von den gestrengen Kritikern würde sich das trauen?
jetzt antwortenKommentar meldenLenas künstlerisches Potenzial übersteigt das von Stefan Raab bei Weitem. Ich habe bereits nach USFO gesagt, dass irgendwann unweigerlich der Zeitpunkt erreicht sein würde, an dem er ihr nicht weiter als Mentor dienen könne. Das Offensichtliche ist nicht als Vorwurf angedacht, es liegt einfach nicht in Raabs Macht, Lena mehr zu lehren als er selbst beherrscht.
jetzt antwortenKommentar meldenMan muß Stefan Raab seine Dienste hoch anrechnen: Er hat Lena das Laufen beigebracht - doch das Fliegen kann er sie nicht lehren. Lena sollte ihre künstlerischen Schwingen frei entfalten können, wenn sie sich weiter entwickeln möchte - aber zum Fliegen hängt die Decke zu niedrig in der Höhle des Mentors. Das Verharren beim Mentor bedeutet mehr und mehr den Stillstand für Lena. Ich hoffe, sie löst sich nach Düsseldorf von Raab. Das schliesst ja gelegentliche Zusammenarbeiten nicht aus, also sollte sich die Wehmut der Abnabelung ertragen lassen. ;)
jetzt antwortenKommentar meldenAnscheinend haben wir hier beim Autor einen Raab-Hater! Da fragt man sich, ob der Autor überhaupt die Shows gesehen hat! Denn die Songs waren so unterschiedlich, wie Songs nur sein konnten! Aber vielleicht höre ich dies nur als Hardcore-Fan von Lena raus! Aber auch hier gilt anscheinend die Divise: Wenn Lena wieder gewinnt, bin ich (der Autor hier!) der/die Erste, die es gewusst hat! Aber erst einmal sich negativ äußern!
jetzt antwortenKommentar melden"Taken by a Stranger" wurde überhaupt nur deshalb in die Reihe der Tracks aufgenommen, weil Lena selbst ausdrücklich darauf bestanden hat, während alle anderen an der Auswahl Beteiligten das Stück ablehnten - und siehe da: "Taken by a Stranger" war DER Burner der Show, das Stück hat das Publikum zum Toben gebracht wie kein zweites unter den Zwölfen. Lena hat ein ausgeprägtes Gespür für das, womit sie begeistern kann. Das ist in meinen Augen ein klares Signal: Es wird Zeit, sich von Raabs Nabelschnur zu lösen. Lena, das 3. Album schaffst du ohne Stefan - vertraue dir selbst, du bist soweit. :)
jetzt antwortenKommentar meldenZeilenumbrüche fressen ist natürlich 'ne Wahnsinnsidee von Euch. Oweiowei, wo bin ich hier gelandet? Schnell weg...
jetzt antwortenKommentar melden"die Handschrift des Ziehvaters Stefan Raab bleibt unverkennbar (I Like You, Mama Told Me, Good News)." I Like You und Good News sind nicht von Raab. "Was fehlt, ist Lenas Identität." Schau Dir doch mal die Lyrics von Good News und At All an... "Statt die für das Album ausgewählten Songs so zu produzieren, wie es von den Komponisten vorgesehen war" Komponisten komponieren, da gibt's keine "Vorsehung", es sei denn, der Komponist ist selbst Produzent, wie Errol. "Ähnlichkeit von Pushing Forward zu dem Song Sewn von der britischen Pop-Rock-Band The Feeling" *facepalm*
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