Monica Lierhaus überraschte mit ihrem Auftritt bei der Goldenen Kamera ihre Kollegen. Sie machte ihrem Lebensgefährten nicht nur einen Heiratsantrag, sie demonstrierte auch eindrucksvoll ihren Willen, wieder ins Leben zurückzufinden.
Die frühere Sportschau-Moderatorin Monica Lierhaus hat sich nach zweijähriger Krankheitspause erstmals wieder in der Öffentlichkeit gezeigt. Beim Film- und Fernsehpreis Goldene Kamera in Berlin trat die 40-Jährige am Samstagabend auf und bekam einen Ehrenpreis. Am Ende ihrer bewegenden Rede machte sie um kurz nach 23 Uhr ihrem Lebensgefährten, dem Fernsehproduzenten Rolf Hellgardt, vor Millionenpublikum einen Heiratsantrag. Viele Menschen im Saal und Zuschauer der ZDF-Übertragung waren gerührt.
«Das ist ein sehr emotionaler Moment für mich, ich bin sehr berührt und bewegt, wie freundlich Sie mich hier empfangen», sagte Lierhaus, die weniger flüssig als früher sprach. Die rothaarige Moderatorin trug ein hellblaues Abendkleid. «Es ist schon ein merkwürdiges Gefühl, hier oben auf der Bühne zu stehen. Es ist tatsächlich sehr lang her, dass ich das letzte Mal auf einer Bühne stand, und unter diesen Voraussetzungen ohnehin schon mal gar nicht. Und jetzt kann ich es kaum fassen: Da bin ich!»
Lierhaus will Eigenständigkeit zurück
Es gebe viele Menschen, denen sie unglaublich viel zu verdanken habe, sagte Lierhaus, die unter ihrem Kleid Turnschuhe trug, mit denen sie auf die Bühne getrippelt war. Das Gehen bereitete ihr noch sichtlich Mühe. Sie dankte ihren Eltern, ihrer Schwester Eva, ihren Freunden, ihrer Krankenschwester sowie allen Ärzten und Therapeuten, die ihr in den vergangenen zwei Jahren geholfen hätten. Auch der ARD, die immer zu ihr gehalten habe, galt ihr Dank.
Die Fernseh-Journalistin ging im Januar 2009, kurz nachdem sie noch ein Springen der Vierschanzentournee moderiert hatte, für eine Gehirnoperation in ein Hamburger Krankenhaus. Wie die Zeitung Bild am Sonntag schrieb, kam es bei der Operation, bei der ein Aneurysma im Gehirn verschlossen werden sollte, zu einer Hirnblutung, die die Ärzte stoppen konnten. Die Folge war jedoch ein fast viermonatiges künstliches Koma, in dem Lierhaus viel Muskelkraft sowie Teile ihres Sprachvermögens verlor. Sie kam anschließend acht Monate in eine Reha-Klinik am Bodensee und war lange Zeit auf einen Rollstuhl angewiesen. Seit etwa einem Jahr ist sie wieder zurück in ihrem Haus in Hamburg.
«Das Wichtigste für mich ist nun, meine Eigenständigkeit und meine Unabhängigkeit wieder zu erlangen. Dafür kämpfe ich, jeden Tag, sehr hart», sagte Lierhaus. «Sehr hart arbeite ich daran, wieder einmal vor der Kamera stehen zu können.»
«Willkommen zurück, Monica Lierhaus!»
ARD-Programmdirektor Volker Herres ließ ausrichten: «Wir freuen uns sehr, dass es Monica Lierhaus mittlerweile wieder gut genug geht, um im Fernsehen auftreten zu können.» Am Dienstag (14.30 Uhr) soll es bei einer Pressekonferenz mehr zu dem Thema geben, im Anschluss an die ARD-Intendantensitzung in Köln.
Lierhaus' sichtlich aufgewühltem Laudator Günter Netzer war bei der Anmoderation ihres Auftritts die Stimme gebrochen. Noch nie in seinem Leben habe er einen Satz lieber gesagt: «Willkommen zurück, Monica Lierhaus!»
Die Reaktionen im Saal waren vielfach Rührung. Die Fernsehkameras zeigten Prominente mit Tränen in den Augen. «Fantastisch, schön, dass sie wieder da ist», sagte Tagesthemen-Moderator Tom Buhrow anschließend. Box-Star Henry Maske wünschte Lierhaus, «wie die meisten anderen auch», alles Gute.
«Es war mir schon klar, dass das ein sehr emotionaler Auftritt werden würde», sagte Hape Kerkeling, der die Preisverleihung der Programmzeitschrift Hörzu präsentiert hatte, «aber als sie dann ihrem Lebensgefährten, dem Rolf, einen Heiratsantrag gemacht hat, da musste ich mich wegdrehen und hab' gedacht ‹Wie um Himmels Willen soll ich die Sendung weiter moderieren?›, weil mich das emotional so gepackt hat, ihr Zurückkommen und ihr Sich-Zeigen und dann eben noch dieser Heiratsantrag - das war ein starker emotionaler Moment.»
Kritisch äußerte sich Dieter Wedel: «Ich hätte auf das Eheversprechen am Ende verzichten können. Ich meine, wir müssen aufpassen, dass nun nicht alles zur Show, zur Soap-Opera verkommt», sagte der Regisseur (Der große Bellheim). «Ein paar Bereiche in unserem Leben sollten wir vielleicht davon ausnehmen.» Aber, so schränkte Wedel gleich selbst ein, vielleicht empfinde man das auch ganz anders, wenn man in dieser Situation ist - er könne sich wohl nicht anmaßen, ein endgültiges Urteil zu fällen.
cvd/wie/news.de/dpa
Was geht mich die Frau Lierhaus an? Ob die eine Kind will ist mir auch egal. Was soll das alles in der Öffentlichkeit? Jetzt flog die auch noch über eine Treppe (ich zitiere News). Wiederholte Frage: wen interessiert das? Ich wünsche dieser Frau nix Schlechtes, aber sie soll sich zurückziehen. Wenn das stimmt, dass die für so eine "Losgeschichte" einige hunderttausend Euro bekommt, kann ich nur sagen: genießen und schweigen, und Tschüss.
jetzt antwortenKommentar meldenIch freue mich riesig,das sie wieder da ist,vor die Öffentlichkeit tritt und dann noch den Mut besitzt ihrem Schatz einen Heiratsantrag zu machen.Ich finde das einfach nur stark Alles Gute und viel Kraft
jetzt antwortenKommentar meldendas einzige,was es an diesem heiratsantrag zu bedenken gilt:was,wenn lierhaus partner,mit dem sie seit 12 jahren zusammenlebt,gar nicht heiraten will?auch wenn er ihr noch so treu zur seite stand und auch steht.er konnte ja schlecht vor versammelter menge Nein sagen.es gibt viele paare die sich lieben und einander treu sind,aber nicht heiraten wollen.
jetzt antwortenKommentar meldenwas heißt da arrogant??? er hat doch nur seine persönliche meinung dazu abgegeben. aber nichts desto trotz:auch ich finde es völlig in ordnung und rührend,diesen heiratsantrag in aller öffentlichkeit.
jetzt antwortenKommentar meldenDa liegt der durchaus arrogante Dr. Wedel hoffnungslos daneben. Einen Heiratsantrag konnte nur sie, Monika Lierhaus, machen; und dazu noch in der Öffentlichkeit. In JEDEM anderen Fall hätte es geheißen: er hat sie nur aus Mitleid geheiratet!
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