So., 27.05.12

«Sturm der Liebe»-Biest 08.03.2011 Ich bin ein gutes Mädchen

Hochzeit Barbara (Foto)
Nicola Tiggeler steht als Barbara von Heidenberg neben Götz Zastrow (Andreas Borcherding) vor dem Traualter. Es ist ihre fünfte Filmehe in der ARD-Serie Sturm der Liebe. Bild: ARD/Ann Paur

Von news.de-Redakteurin Corina Broßmann

Zum fünften Mal tritt sie in der ARD-Erfolgsserie Sturm der Liebe vor den Traualter: Nicola Tiggeler alias Barbara von Heidenberg. Mit news.de sprach sie im Vorfeld über ihre Rolle als Oberzicke, Kellnerinnen, die sie deshalb nicht bedienen, und warum sie ihren Mann gern noch mal heiraten würde.

Sie spielen die intrigante und boshafte Barbara von Heidenberg in der ARD-Erfolgsserie Sturm der Liebe. Werden Sie auf der Straße oft auf Ihre biestige Rolle angesprochen?

Tiggeler: Ja, aber die meisten Leute sind furchtbar nett und erzählen mir zwar, dass sie Barbara von Heidenberg unerträglich fies finden, aber dass sie sich Sturm der Liebe ohne sie auch nicht vorstellen können.

Ihre Fans übertragen Barbaras Charakterzüge also nicht auf Sie als Privatperson? Negative Erfahrungen gab es demnach noch nicht?

Tiggeler: Doch. Ganz am Anfang wurde ich mal von einer Kellnerin nicht bedient. Die hielt mich für Barbara und meinte: «Sie bekommen hier nichts.»

Was haben Sie mit Ihrer Rolle gemein?

Tiggeler: Also ganz ehrlich: Zum Glück sehe ich da keine Ähnlichkeiten. Höchstens eine der wenigen guten Eigenschaften der Heidenberg, nämlich dass sie ihren Sohn aufrichtig liebt. Da kann ich als Mutter voll mitgehen. Ansonsten bin ich selbst manchmal fassungslos, wie diese Frau denkt. Radikal, strategisch, nur auf den eigenen Vorteil bedacht. Diese Art geht mir persönlich ganz ab. Ich habe ein ganz großes Gerechtigkeitsempfinden und das fehlt Frau von Heidenberg ja vollkommen. Außerdem bin ich privat sehr gut mit Mona Seefried alias Charlotte befreundet. Das wäre für Barbara undenkbar. Lacht.

Wie fühlen Sie sich dann in die Rolle ein?

Tiggeler: Ich habe mich an die Denkweise gewöhnt. Ich mache das jetzt schon seit fast fünf Jahren. Da weiß ich inzwischen einfach, wie diese fiktive Person tickt. Und im Grunde hat man schließlich doch alle diese tiefen Emotionen auch tief in sich als Bodensatz verborgen. Wir leben das nur nicht so aus.

Haben Sie Vorbilder wie Dallas-Biest Joan Collins oder eine böse Schwiegermutter, bei denen Sie sich etwas abschauen?

Tiggeler: Gegen meine Schwiegermutter kann ich wirklich nichts sagen und ich bin auch ohne Fernseher aufgewachsen. Ich schaue bis heute wenig fern. Dallas habe ich nur zwei oder drei Mal gesehen und fand Joan Collins ganz toll, aber das ist lange her. Intrigante Vorbilder habe ich jetzt nicht direkt.

Würden Sie gern öfter sympathische Rollen spielen?

Tiggeler: Das habe ich oft. In Unser Charly war ich zum Beispiel sowas von gut.

Die böse Rolle reizt dann aber doch mehr?

Tiggeler: Die Bandbreite ist eben größer. Wo hat man schon die Chance von Hass, Mord und Totschlag über Liebe und Verführung jegliche menschliche Emotion und deren Konsequenzen darzustellen? Das ist schon eine spannende Herausforderung und eine dankbare Rolle.

Haben es böse Mädchen leichter im Leben?

Tiggeler: Das kann ich nicht beantworten, weil ich ein gutes Mädchen bin. Ich kann aber temperamentvoll sein und weiß, was ich will und kann allen Frauen nur raten, selbstbewusst durchs Leben zu gehen.

Wie gehen Ihre Kinder mit Ihrer Rolle um? Ist es befremdlich für sie, ihre Mutter so boshaft zu sehen?

Tiggeler: Meine Kinder sind damit groß geworden. Mein neunjähriger Sohn sieht nur selten Sturm der Liebe und mit meiner vierzehnjährigen Tochter habe ich gerade von drei bis vier geschaut, als sie von der Schule kam. Da haben wir zusammen über Barbaras Hormonschwankungen abgelästert.

Sie heiraten in der Serie zum fünften Mal. Sie selbst sind privat glücklich verheiratet. Wenn schon kein anderer in Frage kommt, würden Sie dann Ihren eigenen Mann noch einmal heiraten?

Tiggeler: Ohne Wenn und Aber: Ja. Mein Mann ist in jeder Beziehung fantastisch.

Sie glauben an die ewige Liebe?

Tiggeler: Sicher. Beziehungen sind immer Schwankungen und Veränderungen unterworfen, aber wenn die Liebe groß genug und man bereit ist, etwas dafür zu tun, dann kann sie ewig halten. Das sehe ich bei meinen Eltern, die sind nach über 50 Jahren immer noch glücklich miteinander.

Was tragen Sie bei Ihrer fünften Filmhochzeit?

Tiggeler: Ein weißes Kleid. Aber kurz. Mal was anderes. Sehr schlicht und elegant. Gefällt mir auch privat sehr gut. Das werden schöne Bilder.

Apropos schöne Bilder: Sturm der Liebe lebt ja auch von den romantischen Landschaftsaufnahmen. Welche Verbindung haben Sie zur bayerischen Natur?

Tiggeler: Ich bin eigentlich Hannoveranerin und komme vom platten Land, aber mein Mann ist aus München und dort leben wir schon lange. Ich liebe die Mischung aus Großstadt und der Möglichkeit, in einer halben Stunde in den Bergen zu sein oder in einem wunderbaren See zu schwimmen.

Sendehinweis: Sturm der Liebe läuft montags bis freitags um 15.10 Uhr im Ersten.

 

wie/ivb/news.de
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