Zwei Mütter, ein Kreißsaal: Nicole Wagner (Petra Schmidt-Schaller) und Britta Callenberg (Ulrike Grote) bringen innerhalb von fünf Minuten ihre beiden Babys zur Welt.
Berlin (dpa) - Zwei Mütter, ein Kreißsaal: Nicole Wagner (Petra Schmidt-Schaller) und Britta Callenberg (Ulrike Grote) bringen innerhalb von fünf Minuten ihre beiden Babys zur Welt.
Bei Nicoles kleinem Jungen stellen sich kurz nach der Geburt Probleme ein. Ihm ist Fruchtwasser in die Atemwege gelaufen, es muss abgesaugt werden.
Das Baby wird kurzerhand im Behandlungszimmer neben ein anderes gelegt - und schon passiert der schicksalhafte Fehler. «Was war noch das Baby der Wagners?», fragt die Krankenschwester. «Das da», meint der Arzt und zeigt auf das falsche. Die Wagners bekommen den Sohn der Callenbergs, die Callenbergs den der Wagners. Dennis (Andreas Warmbrunn) wächst fortan bei den Wagners auf, Sebastian (Ludwig Skuras) bei den Callenbergs. «Das geteilte Glück» heißt das ARD-Drama mit komödiantischem Unterton, das an diesem Mittwoch (20.15 Uhr) zu sehen ist.
Das ganze Unglück wäre nicht weiter aufgefallen, wenn nicht Dennis' Vater Grille (Rüdiger Klink) nach einer Vergiftung seinem inzwischen neunjährigen Sohn mit seinem eigenen Blut hätte weiterhelfen wollen. Die Blutgruppen, so stellt sich im Krankenhaus heraus, sind nicht kompatibel - das Gleiche gilt auch für Mutter Nicole. Die beiden setzen die Krankenschwester unter Druck. Die findet heraus: Es muss eine Verwechslung vorliegen. «Das gibt's doch sonst nur in irgendwelchen Ostblockstaaten», stöhnt sie.
Die Wagners lauern prompt den ahnungslosen Callenbergs auf, die nicht glauben wollen, was da passiert ist. Doch um die Wahrheit kommen auch sie nicht herum. Dann wollen die Callenbergs plötzlich beide Kinder, Sven Callenberg (Udo Wachtveitl), von Beruf Anwalt, macht Druck, doch auch er scheitert - am Jugendamt. Das verfügt: Die Kinder müssen raus aus den Familien, drei Monate lang auf Probe die Chance haben, bei ihren echten Eltern neu anzufangen. Doch nun beginnt der Ärger erst wirklich.
Nach Aussage von Drehbuchautor Stefan Dähnert bot sich mit dem Film, «die großartige Chance, etwas über ungleiche Lebensbedingungen von Kindern in Deutschland zu erzählen». In keinem anderen westeuropäischen Land seien die Chancen von Kindern so abhängig von der Herkunft wie in Deutschland. Die fünfköpfige Familie des kleinen Dennis steht auf sozial schwachen Füßen und weiß nicht, wie sie sich ihr Geld beschaffen soll. Die Callenbergs sind wohlsituiert, ihr Sebastian ist schulisch auf dem besten Weg.
Schauspielerin Petra Schmidt-Schaller, die in der Rolle als Nicole drei Kinder von drei Vätern hat, räumt ein, dass ihre Figur sie «stellenweise wahnsinnig gemacht» habe. «Nicht nur das Erlernen des badischen Dialekts, auch das Schlagen von Kindern und der Blick mit dem Herzen, selten der mit dem Verstand, waren Herausforderungen.» Ein Mensch in dieser Situation müsse nicht nur über sich hinauswachsen, er müsse lernen, dem Irrwitz mit Liebe zu begegnen.
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