So., 27.05.12

Theater 28.01.2011 Viel Beifall für «Berg»-Parabel in Heidelberg

Viel Beifall für «Berg»-Parabel in Heidelberg (Foto)
Viel Beifall für «Berg»-Parabel in Heidelberg Bild: dpa

Großer Beifall für drastische Kriegsszenen: Die Parabel «Berg» des israelischen Autorenduos Yaron Edelstein und Dalit Milshtein hat am 27. Januar am Heidelberger Theater ihre europäische Erstaufführung gefeiert.

Heidelberg (dpa) - Großer Beifall für drastische Kriegsszenen: Die Parabel «Berg» des israelischen Autorenduos Yaron Edelstein und Dalit Milshtein hat am 27. Januar am Heidelberger Theater ihre europäische Erstaufführung gefeiert.

Im Mittelpunkt des von Regisseur Timo Krstin inszenierten Stückes stehen die Folgen kriegerischer Gewalt zwischen Ausweglosigkeit und falschem Heldentum.

In einem Baracken-Bühnenbild mit Tarnelementen treten die Soldaten einer Eliteeinheit als fröhliche Golfspieler auf. Unter dem Kommando des charismatischen Anführers Berg führen sie als Präventivkriege getarnte Angriffe gegen einen nicht sichtbaren Gegner. Sie schießen Golfbälle ab und werfen als Schachfiguren verkleidete Handgranaten. Dabei wird ein hinter den feindlichen Linien liegendes Dorf mitsamt seiner Zivilbevölkerung ausradiert, Leichen werden geschändet.

Als nachträgliche Legitimation dient das Motto «Wenn wir nicht stark genug reagieren, hört das hier nie auf». Was die Truppe zusammenhält, ist die Bewunderung für ihren Anführer. Dessen Figur ist inspiriert von der Biografie des israelischen Generals und Politikers Ariel Scharon.

Die seelisch verkrüppelten Soldaten bringen Dämonen und Heldenbilder aus den Kampfgebieten zurück, mit denen die Zivilgesellschaft nichts anfangen kann. So verbinden die Theatermacher ihre Kriegskritik mit aktuellen Einsätzen der Bundeswehr wie in Afghanistan und weisen darauf hin, dass kritische Intellektuelle von Kriegstreibern als Feind im Innern angesehen werden.

news.de/dpa
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