So., 27.05.12

Mythos «Trilogie» 27.01.2011 Dreier auf der Leinwand

Der Herr der Ringe (Foto)
Gemeinsam stark: Sam (Sean Astin), Frodo (Elijah Wood) und Merry (Dominic Monaghan). Bild: VOX/Warner Bros. Ent./JM

Von news.de-Mitarbeiter Ronny Janke

Toy Story, Matrix, Der Herr der Ringe - alles Trilogien, alle unfassbar erfolgreich. Die Filmbranche hat den Reiz der Trilogie schon vor geraumer Zeit für sich entdeckt und lockt so immer wieder Millionen Zuschauer in Folge ins Kino. Doch was steckt hinter dem Mythos?

Wie lange dauert es, einen magischen Ring zu vernichten? Hier die Antwort: Genau so lange, wie ein Journalist braucht, um dank der Hilfe einer jungen Frau mit geheimnisvoller Vergangenheit eine gesellschaftliche Verschwörung aufzuklären. Die Antwort verweist natürlich auf Stieg Larssons Millennium-Trilogie, während die Frage auf J. R. R. Tolkiens Dreiteiler Der Herr der Ringe anspielt. Beide Filmreihen sind gute Beispiele dafür, wie stark die Filmwelt an Stoffen interessiert ist, die sich in drei Teilen erzählen lassen. 

Die geheimnisvolle «3»

Aber wie kommt es, dass Hollywood seit Jahrzehnten auf Dreiteiler setzt? Steckt dahinter reine Geschäftemacherei oder lassen sich bestimmte Geschichten tatsächlich besser in einer dreigeteilten Filmreihe erzählen?

Nicht erst seit der Verwendung von 3D-Technologie, die die Geschehnisse auf der großen Leinwand realistisch und greifbar vermitteln soll, spielt die Zahl «3» im Filmgeschäft eine so große Rolle. In der Zahlenlehre steht die «1» für das Einzigartige und Besondere, das mit der «2» überwunden wird. Überträgt man diese Idee auf Hollywood, dann kann man sagen: Erst in der «3» liegt genügend Potenzial, um die im ersten Teil geschaffene Einzigartigkeit einer Geschichte, ihrer Figuren und der Situationen, in die sie gelangen, nach einem zweiten Teil, in dem die Helden meist einen herben Rückschlag über sich ergehen lassen müssen, zu einer zufriedenstellenden Auflösung zu bringen.

Die Dreiteilung der Geschichten folgt dabei einem bekannten Muster: Auf die Kindheit folgt der Reifeprozess, der mit dem Tod endet. Vereinfacht ausgedrückt: Anfang, Mitte und Ende. Einer Geburt ähnlich, kann eine Figur zu Beginn eines Dreiteilers in eine Situation geraten, die ihr gesamtes Leben auf den Kopf stellt: So etwa geschehen in der Matrix-Trilogie, in der der Programmierer Thomas A. Anderson (Keanu Reeves) erfährt, dass das Leben, das er und die gesamte Menschheit als gegeben hinnehmen, nicht die Realität ist. Dieser Wissensvorsprung steht für die erneute Geburt seiner Figur. Nicht anders verhält es sich in der Verfilmung des Fantasy-Klassikers Der Herr der Ringe: Als der Hobbit Frodo den Auftrag bekommt, einen magischen Ring zu vernichten, beginnt der vielleicht wichtigste Abschnitt im Leben des zwergenähnlichen Wesens.

Wenn der Rubel einmal rollt

Keanu Reeves muss in Matrix verschiedene Kampftechniken üben und begreifen lernen, dass nichts mehr so sein wird, wie es einmal war. Diesen Reifeprozess gibt es in vergleichbarer Form auch in Der Herr der Ringe: Frodos erzählerischer Wiedergeburt folgend, die durch den Auftrag der Ringvernichtung eingeleitet wird, muss er zwar allerlei Gefahren meistern, findet dabei aber auch viele neue Freunde. Der Verlust einiger Weggefährten und die Zerstörung des Rings oder die Rettung der Menschheit in Matrix sind jeweiliger Endpunkt einer langen Reise, die nicht zwangsweise mit dem tatsächlichen Tod der Hauptfigur enden muss. Der Zuschauer wird aber immer mit dem Gefühl entlassen, alles erlebt zu haben, was es wert war, erzählt zu werden.

Trotzdem überschreiten die Macher großer Blockbusterreihen auch gern die zuvor geplante Grenze von nur drei Filmen. Oft natürlich vor allem dann, wenn die Einnahmen der vorangegangenen Filme diesen Schritt rechtfertigen und davon ausgegangen werden kann, dass die Zuschauer durchaus noch Interesse haben an weiteren Geschichten der vertrauten Helden.

Das Prinzip «Aus Eins mach Drei»

Zusätzliche Teile bleiben dennoch immer ein Wagnis: Zum Beispiel die erfolgreiche Beverly-Hills-Cop-Reihe zeigt, dass es sich lohnt, wenn die Macher das Risiko eingehen. Als überdrehtem Polizisten Axel Foley gelang es Eddie Murphy, die Kosten des ersten Teils mehr als zehnfach wieder einzuspielen. Die Entscheidung des Filmstudios, einen zweiten und dritten Teil folgen zu lassen, kann dabei als bloße Geldmacherei verstanden werden. Ob kalkuliert oder nicht: Beide Filme konnten an den Erfolg des ersten Teils anknüpfen.

Anders als bei Der Herr der Ringe oder der Matrix-Spielfilmreihe, war Beverly Hills Cop jedoch nie auf mehrere Teile angelegt. Erst der Erfolg des ersten Films machte es möglich, über weitere Filme nachzudenken und so eine relativ lose Reihe entstehen zu lassen.

Ob weitere Teile einer solchen Filmreihe auch über den als Ende geplanten dritten Teil hinaus erfolgreich sind, oder mit welchen neuen Filmen nicht an den Erfolg der ersten Episode oder ersten drei Episoden angeknüpft werden konnte, erfahren Sie demnächst hier auf news.de. Denn für dieses Thema gilt wie für Trilogien: Fortsetzung folgt ...

Trilogien, die derzeit im TV zu sehen sind:

Der Herr der Ringe - Die Gefährten, 27. Januar, 20.15 Uhr, Vox
Stieg Larsson: Verblendung - Teil 2, 30. Januar, 22 Uhr, ZDF (hierbei handelt es sich um die um zusätzliche Szenen erweiterte und deshalb längere Fassung)

Sehen Sie hierzu auch die Bilderstrecke «Die erfolgreichsten Trilogien».

voc/wie/reu/news.de
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Mythos «Trilogie»: Dreier auf der Leinwand » Medien » Nachrichten

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