Deutschlands Filmwelt und Politiker zeigen sich vom Tod Bernd Eichingers geschockt. Karl-Theodor zu Guttenberg nimmt erstmals vor dem Bundestag zu den Bundeswehraffären Stellung. Der Mittwochmorgen im news.de-Nachrichtenüberblick.
Deutschlands Filmwelt und Politiker schockiert vom Tod Bernd Eichingers. Der Produzent starb gestern im Alter von 61 Jahren an einem Herzinfarkt. Der Schock stand vielen Filmschaffenden ins Gesicht geschrieben - bei der Verleihung des Diva Awards in München ebenso wie in Berlin, wo Til Schweiger seinen neuen Film Kokowääh vorstellte. Eichinger habe viel für ihn bedeutet, sagte Schweiger. «Ich bin tief schockiert über den Tod von Bernd Eichinger, der mitten aus dem aktiven künstlerischen Schaffen gerissen wurde. Er war ein ganz Großer des Films», erklärte Kulturstaatsminister Neumann. Außenminister Westerwelle (FDP) übermittelte der Familie Eichingers sein Beileid. «Mit Bernd Eichinger verlieren wir einen großen deutschen Filmemacher und Produzenten, der die internationale Filmkunst wie wenige andere geprägt hat.»
Guttenberg nimmt Stellung zu Bundeswehraffären. Vor dem Fachausschuss des Bundestags geht es um chaotische Zustände auf dem Segelschulschiff «Gorch Fock», geöffnete und verschwundene Feldpost und einen mysteriösen Schießunfall in Afghanistan. SPD-Bundestagsfraktionsgeschäftsführer Thomas Oppermann kritisierte das Vorgehen des Ministers bei der Bundeswehrreform. «Guttenberg verstrickt sich immer tiefer in Widersprüche», sagte er der Berliner Zeitung. «Erst begründet er die Aussetzung der Wehrpflicht mit der Pflicht zum Sparen. Jetzt fühlt er sich an seine Zusagen nicht mehr gebunden.»
Obama will Amerikas Führungsrolle in der Welt sichern. Auch die wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit Amerikas sei notwendig, um Arbeitsplätze zu schaffen und das Land zukunftsfähig zu machen, sagte er in seinem Bericht zur Lage der Nation. Vor beiden Häusern des Kongresses beschwor er die oppositionellen Republikaner, sich gemeinsam mit ihm den Herausforderungen zu stellen. Die Konservativen hatten bei der Kongresswahl im November die Mehrheit im Abgeordnetenhaus übernommen.
Lebenslange Haft im ersten Guantánamo-Zivilprozess verhängt. Im ersten Prozess gegen einen Guantánamo-Häftling vor einem US-Zivilgericht ist der Angeklagte zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Ahmed Khalfan Ghailani stand im Zusammenhang mit den Anschlägen auf die US-Botschaften 1998 in Tansania und Kenia in New York vor Gericht. Der aus Tansania stammende Mann war im November für schuldig befunden worden, an einer Verschwörung zur Zerstörung von US-Eigentum beteiligt gewesen zu sein.
US-Truppen nehmen Deutschen in Afghanistan fest. Das Auswärtige Amt bestätigte in der Nacht Berichte der Süddeutschen Zeitung. Der Mann befinde sich derzeit in US-Gewahrsam. Die Bundesregierung bemühe sich intensiv um Zugang zu dem deutschen Staatsangehörigen, sagte ein Ministeriumssprecher. Laut Süddeutscher Zeitung wurde der Mann ins US-Militärgefängnis Bagram gebracht. Der 23-jährige Student Haddid N., ein Deutsch-Afghane aus Frankfurt am Main, stehe unter Terrorverdacht.
cvd/iwi/news.de/dpa