Im September 1971 sorgte ein spektakulärer Bankraub in London für Schlagzeilen. Die Täter hatten von einem Keller in der Nachbarschaft einen 13 Meter langen Tunnel zur «Lloyds Bank» in der Baker Street gegraben, erreichten so den Tresorraum, raubten etliche Schließfächer aus und entkamen, obwohl ein Amateurfunker den Funkverkehr der Gangster mitgehört hatte.
Hamburg (dpa) - Im September 1971 sorgte ein spektakulärer Bankraub in London für Schlagzeilen. Die Täter hatten von einem Keller in der Nachbarschaft einen 13 Meter langen Tunnel zur «Lloyds Bank» in der Baker Street gegraben, erreichten so den Tresorraum, raubten etliche Schließfächer aus und entkamen, obwohl ein Amateurfunker den Funkverkehr der Gangster mitgehört hatte.
Nur vier Tage später erließ die britische Regierung eine «D- Notice», einen Zensurerlass, mit der die Berichterstattung über den Raub aus Gründen der nationalen Sicherheit untersagt wurde. Angeblich befand sich in einem der Schließfächer höchst kompromittierendes Material über ein weibliches Mitglied der Königsfamilie. Der größte Teil der Beute wurde allerdings nie sichergestellt.
Der «Walkie-Talkie-Einbruch» lieferte die Grundlage für den Thriller «Bank Job», der am Montag um 22.15 Uhr im ZDF läuft. Dabei geht der Film recht frei mit den historischen Fakten um, einige Figuren wurde aus dramaturgischen Gründen erfunden. Trotzdem hat Regisseur Roger Donaldson («Thirteen Days», «Dante's Peak») einen stimmigen, spannenden Thriller mit viel 70er Jahre-Flair und Musik in Szene gesetzt - die Story mit ihren Verwicklungen bis in höchst Kreise hinein ist auch nach mehr als 30 Jahren einfach unglaublich spektakulär.
Terry (Jason Statham) und sein Kumpel Eddie (Michael Jibson) drehen als Gebrauchtwagenhändler im Londoner East End schon einmal kleine Deals, aber als Terrys Jugendliebe Martine Lowe (Saffron Burrows) wie aus dem Nichts aufkreuzt und von dem perfekten Bankraub schwärmt, wird der in Geldnöten steckenden Terry schnell schwach. Nur leider weiß Terry nicht, dass die attraktive Martine als Lockvogel vom Geheimdienst «MI 5» geschickt wurde, um die kleinen Fische aus der Autowerkstatt zu einem großen Raubzug zu animieren. Der Geheimdienst will an den Inhalt eines der Schließfächer in der Bank, dabei ist den Agenten jedes Mittel recht.
Und so lassen sich Terry, Eddie und einige Freunde zu dem spektakulären Bruch animieren. Sie können nicht ahnen, dass sie bald zwischen allen Fronten stehen, denn auch der skrupellose Unterweltkönig Lew Vogel (David Suchet) nutzt die Schließfächer. Dort liegt sein Kassabuch, in dem er alle Schmiergeldzahlungen an korrupte Londoner Polizisten akribisch aufgezeichnet hat.
Die Geschichte kann also gar nicht gut ausgehen für Terry und seine Bande. Der Überfall selbst gelingt zwar noch, aber danach läuft einiges schief. Nach vier Tagen kommt auf Druck von ganz oben der Maulkorb für die Presse, der Bankraub in der Baker Street tauchte in den englischen Medien seitdem nicht mehr auf.
Vielleicht hätte ein früherer Bewohner der Baker Street, Arthur Conan Doyles Detektiv Sherlock Holmes, Licht ins Dunkel gebracht. Angeblich schrieben die Bankräuber vor ihrer Flucht diese Nachricht an die Innenseite eines Safes: «Mal sehen, ob Sherlock Holmes diesen Fall lösen kann.»
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