Von news.de-Redakteur Konrad Rüdiger
Moralisches Tief oder oraler Ekel als TV-Höhepunkt? Das RTL-Dschungelcamp erregt auch die Leser von news.de. Gegner und Fans der Sendung dulden dabei nur wenig Widerspruch. Wir haben die knackigsten Kommentare gesammelt.
Eine Sendung, ein umstrittenes Konzept. Tägliche Shows und Promis, die keine mehr sind. Das Dschungelcamp, ganz korrekt Ich bin ein Star - Holt mich hier raus, polarisiert die Fernsehzuschauer ebenso wie jene, die gar nicht hingucken. Auch in den Kommentarspalten von news.de wogen die Wellen der Empörung wie auch die Wogen der Begeisterung hoch. Während wir die knackigsten Leserkommentare in der Fotostrecke versammelt haben, kristallisieren sich deutlich fünf Grundmeinungen heraus, die geradezu nach einer Verallgemeinerung verlangen.
Die Gegner
Sie verurteilen die Macher, die Teilnehmer, die Zuschauer und sicher auch die Kakerlaken, die sich erdreisteten, Dschungelcamp-Buddha Rainer Langhans zu massieren. Ihre Kritik richtet sich meist konsequent gegen alles, was im Privatfernsehen gezeigt wird, außer Günther Jauch. Und in ihrer Ablehnung sind sie so konsequent, dass sie sogar Artikel kommentieren, die über das, was sie nie sehen würden, berichten.
Die Moralisten
Sie schütteln den Kopf, so schnell, dass man es hören kann, ihr Kopfschütteln. Ihr Tenor folgt in etwa der Argumentationslinie «Es gibt genug Katastrophen auf dieser Welt, warum wird absichtlich eine weitere hinzugefügt?» Die ehrenwerten Absichten können jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass Spaß nicht unbedingt ganz oben auf ihrer Agenda steht. Muss ja auch nicht, das Leben bietet schließlich genug Ernst an. In unbeobachteten Momenten kann es jedoch passieren, dass sich auch der Moralist für ein paar Minuten einschaltet.
Die Egalen
Australien? Dschungel? Gibt es da überhaupt einen? Und Fernsehen? Was war das noch mal? Die Gleichgültigen sind in der Debatte um das Dschungelcamp deutlich in der Unterzahl. Es gibt sie aber, wie ein Blick in die Kommentarspalten beweist. Die Desinteressierten verweisen mit einigem Recht darauf, dass das Abendland nicht mit dem Beginn der fünften Staffel des Dschungelcamps untergegangen ist. Und dass der allfällige Untergang desselben auch nicht mit dem Staffelfinale am 29. Januar gestoppt wird.
Die Befürworter
Sie haben Spaß beim Fernsehen und das gern und viel. Unkritisch sind sie dabei nicht. Sie hinterfragen schon mal den Realitätsgehalt der Sendung, um dann im gleichen Atemzug die professionelle Produktion zu loben. Warum kaum Werbeblöcke geschaltet werden, wundert sie, beschäftigt sie aber wenig. Im Gegensatz zu einigen Hardcore-Fans (siehe unten) sind sie in der Lage, Kritik am Camp nicht gleich als versuchte persönliche Beleidigung zu sehen.
Die Hardcore-Fans
Sie leiden - die meiste Zeit des Jahres. An den 348 Tagen pro Jahr, an denen kein Dschungelcamp gesendet wird, sind sie gezwungen, Ersatzdrogen zu konsumieren. Richtige Prominente, die in ihrem gewohnten Lebensumfeld das reale Leben nachspielen. Angesichts solcher Grenzerfahrungen belächeln sie die Gegner des Dschungelcamps (siehe oben) müde. Sie sind seit der ersten Staffel im Jahr 2004 an markige Sprüche gewohnt. Dabei sind sie keine Kostverächter. Großartige Unterhaltung ähnelt nach ihrer Meinung nun mal einem Cocktail. Die Zutaten sind wichtig, aber noch wichtiger ist das, was dabei herauskommt. Auch wenn es ein Model ist und vor Dummheit quietscht. Und irgendwer muss ja auch die Anrufe für die Wahl der Dschungelprüflinge machen.
Ich bin ein Star - Holt mich hier raus: Bis 29. Januar, täglich, 22.15, RTL
boi/reu/news.de
EINEN liebe Elster, man kann nur einen Mist nicht gucken!
jetzt antwortenKommentar meldenSo ein Mist gucke ich nicht !
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