«A new beginning» Das Ende der letzten Katastrophe

A new beginning (Foto)
Nach 300 Sekunden droht der Tod: Länger können Menschen im Jahr 2500 nicht an der Erdoberfläche überleben - simuliert das Spiel A new beginning. Bild: Daedalic Entertainment

Von news.de-Redakteurin Mandy Hannemann
Sydney brennt, Moskau ist unter Eis begraben - und die Menschheit spielt Erdwurm. Der Öko-Thriller A new beginning zockt um den Fortbestand der Erde. News.de hat sich als Weltenretter aufgespielt und ein gelunges Spiel um den Klimawandel erlebt.

Endzeitstimmung im Videospiel? Das ist nun wahrlich nichts Neues. Doch das Eisen, mit dem Daedalic Entertainment zuletzt spielt, ist nicht ohne Risiko. Schließlich geht es in A new beginning nicht nur um ein ernstes Thema. Es geht um die Menschheit, deren letztes Stündlein dank einer Klimakatastrophe eigentlich längst abgelaufen ist.

Dass klammheimlich auch des Spiels letztes Stündlein geschlagen haben könnte, dieser Gedanke drängte sich Anfang des vergangenen Jahres auf. Immerhin hatte Daedalic das Spiel bereits vor zwei Jahren schon mit vielen Details präsentiert. Offensichtlich ist die Zeit aber effektiv genutzt worden. Denn das Point-and-Click-Adventure mit futuristischem Touch ist ein solides Spiel geworden - ohne dass die Nachdenklichkeit zum Todesurteil über die Unterhaltung wird.

«A new beginning»
Dem Klimatod von der Schippe hopsen

Dreh- und Angelpunkt der Geschichte ist die Erde im Jahr 2500. Die Menschheit lebt unter der Erdoberfläche. Viel zu heiß ist es unter den einst so blauen Himmel geworden, die zerfallenden Skylines der Städte sind zu den frühen Grabsteinen einer Zivilisation geworden, deren letztes Sandkorn beinahe den Mittelpunkt der Existenzuhr erreicht hat.

Welt in Schutt und Asche

Angesichts einer letzten, alles vernichtenden Sonneneruption versucht ein Team von Zeitpiloten die Fehler der Vergangenheit rückgängig zu machen. Sie sollen die Machthaber der Gegenwart davon abhalten, die alles vernichtenden Klima-Fehler zu begehen.

Doch eine erste Reise ins Jahr 2050 ist fehlkalkuliert, die Welt liegt schon zu dieser Zeit im Sterben - und die hoffnungsvollen Weltretter erleiden erhebliche Verluste in einem Moskau, das zur Eishölle avanciert ist, in einem Syndey, das von Bränden verwüstet wurde, und in vielen anderen, einst blühenden Metropolen der Erde.

«A new Beginning»
Mittendrin im Klima-Gau
Video: YouTube/Daedalic Entertainment

Nur Funkerin Fay und einige andere der Zeitreisen überleben die infernalische Fehlkalkulation. Ihre letzte Chance ist eine Zeit, in der der Klimawandel noch nicht das Ausmaß der Endlichkeit angenommen hat. Dabei trifft Fay auf den mürrischen, desillusionierten Bent Svensson - einst Öko-Aktivist und Forscher mit der Mission, die Welt in einem lebenswerten Zustand zu erhalten.

Kontrastreiche Charakteristik

Ein bisschen Geduld braucht es schon, bevor sich Genre-Fans der heroischen Mission annehmen können. Die Installation des Spiels braucht schlicht etwas Zeit. Doch das Warten lohnt sich. Einerseits, weil den Spieler detailreiche, handgezeichnete Kulissen erwarten, in denen wenige, aber gut gesetzte Animationen verhindern, dass die Szenen tot wirken. Andererseits weil das Spiel mit seiner gelungenen Komplettvertonung im Point-and-Click-Genre gute Maßstäbe setzt.

Obendrein wird die Story auf zwei Ebenen entwickelt: Zunächst einmal erspielen die Gamer - wie üblich - durch die Interaktion mit Gegenständen und Kulissenelementen einen Teil der Geschichte. Diese wird aber auch in Zwischensequenzen fortgeschrieben, die im Comic-Stil ins Spiel integriert sind. Den futuristischen Touch - untermalt von orchestralen Klängen - stört das nicht im Mindesten.

Wunderbar gelungen ist die Entwicklung der Figuren, deren Charakterzüge nicht plump übergestülpt, sondern Schritt für Schritt enträtselt werden. Die Hauptfiguren Fay und Bent ergänzen sich hervorragend und setzen starke Kontraste: Sie als Hoffende, deren Todesurteil eigentlich schon gefällt ist; er, der resigniert hat und trotz der sich noch bietenden Chancen die Ideale beinahe unter seinem Sarkasmus begraben hat.

Technik mal anders

Insgesamt ist es nicht allzu schwer, der Story zu folgen. Es genügt, die Dialoge gut mitzulesen oder ihnen zuzuhören. Alle wichtigen Hinweise werden gegeben oder lassen sich logisch erschließen. Mittelschwere Kopfnüsse sind das höchste der Gefühle, Rätsel zum Zähneausbeißen fehlen. Obendrein gibt es einige Knobelaufgaben, die zwar wichtiges Spielelement sind. Wer sie nicht löst, kommt aber dennoch weiter - diese Herausforderungen lassen sich konsequenzlos überspringen.

Nicht ganz gewöhnlich ist zudem die Navigation in den Szenen. Ein schlichter Klick auf Objekte genügt nicht. Stattdessen erschließen Spieler Aktionsoptionen, indem der Mausklick einige Sekunden gehalten wird. Wer mal feststeckt, drückt einfach auf die Leertaste, um sich verfügbare Interaktionspunkte anzeigen zu lassen.

Lieblingsorte im Spiel lassen sich dank acht verfügbarer Speicherplätze sichern. Wer seinen PC für sich hat, braucht darauf aber nicht zurückgreifen, denn der jeweils zuletzt besuchte Punkt im Spiel wird zusätzlich automatisch gespeichert, sodass er sich mit dem nächsten Neustart im Spielmenü einfach unter dem Punkt «Weiterspielen» aktivieren lässt.

Fazit. Den Spielmachern ist es gelungen, das Thema Klimakatastrophe umzusetzen, ohne mit dem Holzhammer zu winken oder belehrend wirken zu wollen. Futuristische Elemente, gekoppelt mit ganz alltäglichen kleinen Misshandlungen der Umwelt schaffen einen Spielwelt, die nachdenklich stimmt, ohne den Spieler zu deprimieren. Dass das schlimmste vorstellbare Szenario dabei zum Aufhänger wird, mag nicht jedermanns Geschmack sein. Doch es ist das gegenwärtig verbreitetste Bild, mit dem Klimaforscher Eindruck machen.

Mit gut 40 Euro liegt das Adventure preislich etwas über dem Genre-Schnitt. Aufgrund der beiligenden Soundtrack-CD und eines doppelseitigen Posters ist das aber noch berechtigt.

Titel: A new beginning
Genre: Point-and-Click-Adventure
Publisher: Daedalic/Deep Silver
Entwickler: Daedalic Entertainment
Preis: zirka 40 Euro
Sprache: deutsch
USK: ab 12 Jahre
Altersempfehlung der Redaktion: ab 14 Jahre
Plattform: PC
Veröffentlichungsdatum: Oktober 2010
Weiterspielen: Machinarium (PC), Fallout 3 (PC, Playstation 3)

/news.de

Leserkommentare (2) Jetzt Artikel kommentieren
  • Alexander Voronin
  • Kommentar 2
  • 08.01.2011 21:58

Ja dieser Winter war auch ein Ergebnis der weltumspannenden Klimaerwärmung! Und hat die Voraussagen von Mojib Latif aus dem Jahre 2000 bestätigt: "Winter ade Nie wieder Schnee? In Deutschland gehören klirrend kalte Winter der Vergangenheit an: "Winter mit starkem Frost und viel Schnee wie noch vor zwanzig Jahren wird es in unseren Breiten nicht mehr geben", sagt der Wissenschaftler Mojib Latif vom Hamburger Max-Planck-Institut für Meteorologie. "Durch den Einfluss des Menschen werden die Temperaturen bei uns mit einer Wahrscheinlichkeit von 95 Prozent noch weiter steigen", meint Latif."

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  • astrowolf hannover
  • Kommentar 1
  • 08.01.2011 18:04

ACHTUNG MENSCHHEIT ++++ ES GIBT NUR EINE LÖSUNG +++ MEHR SEX... MEHR KRIEG +++ FOCUS 1995 ++ DIE B- BOMBE TICKT.... IMMER LAUTER +++ EIN KIND WAS NICHT DA IST....... KANN AUCH NICHT VERHUNGERN.... daran stirbt die Menschheit aus... DUMMHEIT+ BLÖDHEIT +GRÖßENWAHN++ astrowolf hannover++ jetzt mitreden +++wenn aus Liebe Hass wird+++

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